17. November 2017
von Katrin Rönicke
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Was ist Bitcoin?

Es gibt unzählige Beiträge im Internet, die erklären, wie die Technik hinter Bitcoin funktioniert. Aber wer kann schon sagen, was Bitcoin im wirtschaftlichen Sinne ist? Ist Bitcoin eine Art Geld? Eine Währung, bloß eben digital? Wozu ist es da? Wie bemisst sich sein Wert?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Der Journalist und Kulturwissenschaftler Michael Seemann findet genau das an Bitcoin so spannend – denn “die Frage nach dem Wert ist fast schon eine philosophische”. Sein piq, “Was sind Cryptocurrencies wirklich”, soll der Ausgangspunkt für unsere heutige Sendung sein.

Tanzeel Akhtar ist Wirtschaftsjournalistin, sie schreibt unter anderem für die Financial Times und das Wall Street Journal. Sie findet schon, dass Bitcoin wie eine Währung benutzt werden kann – aber dann, so ihre Meinung, sollten die Leute, die damit Profite machen, auch Steuern darauf zahlen. Nur: Bei komplett anonymen Transaktionen ist das natürlich schwer. Wie soll eine digitale Währung reguliert werden? Das geht gar nicht – und genau das ist für viele auch der Reiz an Bitcoin: am Staat vorbei zu wirtschaften.

Der Wirtschaftsexperte Marco Herack von den „Mikro-Ökonomen“ sieht darin nur eine weitere Ausprägung der wachsenden Skepsis gegenüber Staaten und staatlichen Institutionen. Neben solchen Bewegungen wie „Pegida“ und der Angst vor der „Lügenpresse“ oder der Ablehnung der EU, ist Bitcoin eben die Skepsis gegenüber dem Geldsystem. Für ihn zeigt sich in Bitcoin sonst kein konkreter Nutzen, deswegen vermutet er hinter den immer krasser steigenden Werten einen schlichten Hype.

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Redaktion: Katrin Rönicke
Moderation: Katrin Rönicke
Produktion: Barbara Streidl

Mit Dank an hoerspielbox.de, freesound.org und Derek Singleton.

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27. Oktober 2017
von Katrin Rönicke
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Wenn die Medien hyperventilieren

Berichterstattung ist die vorderste Aufgabe der Medien. Doch manchmal gehen diese zu weit, verlieren sich in Schnappatmung und richten Schaden an. Wann und wie dürfen, sollen oder müssen Medien eigentlich berichten – und wann oder wie besser nicht?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Alexander von Streit ist selbst Journalist und unter anderem Gründer der Krautreporter. Er macht mit seinem piq, “Warum Medien die AfD erfolgreicher gemacht haben – und trotzdem weiterberichtet werden muss” den Aufschlag für die Sendung. Was für Lehren sollten die Medien aus dem AfD-Aufstieg ziehen und wie kann in Zukunft vermieden werden, über jedes Stöckchen, das die Partei hinhält, zu springen?

Katharina Nocun twitterte neulich: “Man stelle sich mal vor, Asylsuchende wären genauso oft in Talkshows eingeladen worden, wie ‘besorgte Bürger'” und schlug damit in eine ähnliche Kerbe. Sie findet, dass im Wahlkampf die Themensetzung der AfD am besten funktioniert hat – dass die Anliegen ganzer Wählergruppen dafür aber gar nicht stattfanden. Geschweige denn die Perspektive von Geflüchteten.

Boris Rosenkranz ist Gründer der Übermedien und als solcher beobachtet er sehr kritisch, was die Kollegen so treiben. Seiner Meinung nach werden bei Taten wie dem Massenmord in Las Vegas, Amokläufen und Terroranschlägen, viel zu oft Details berichtet und weiterverbreitet, die im Zweifel Nachahmer hervorrufen könnten. Denn Aufmerksamkeit spielt bei vielen solchen Taten eine große Rolle – selbst posthum. Auch bei Suiziden würden viele Medien sich nicht an die Vorgaben halten, die Psychologen machen.

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Produktion: Barbara Streidl
Sprecherin: Katrin Rönicke
Redaktion: Katrin Rönicke

13. Oktober 2017
von Katrin Rönicke
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Armes Deutschland – 15 Jahre Hartz IV

Armut in Deutschland – immer wieder ist das ein Thema bei unseren piqern und immer wieder spielt die Frage eine Rolle, inwiefern Hartz IV zur Armut beiträgt, oder als soziale Sicherung wirkt, die davor schützt.

Alle paar Jahre muss die Bundesregierung einen Armuts- und Reichtumsbericht vorlegen und wie der dann debattiert wird, das sieht schematisch immer so aus: Die Linke schimpft und die CDU sagt, dass es viel besser geworden ist und dass es den Deutschen doch ganz gut geht. Aber wie gut geht es den Leuten wirklich, die von Hartz IV betroffen sind? Was sagen Ökonomen, Soziologen und Juristinnen zur sogenannten Agenda 2010, also Hartz IV und seinen Folgen?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Christian Odendahl ist Chefökonom des Londoner Centre for European Reform (CER), ehemals fellow beim Economist und PhD an der Stockholm University und als solcher schreibt und denkt er zu europäischen Wirtschaftsfragen: Eurokrise, Banken, Wachstum, Handel, politische Ökonomie. In seinem Policy Brief “The Hartz Myth: A closer look at Germany’s labour market reforms” hat er untersucht, was die ökonomischen Umstände der Reformen waren.

Anke Hassel ist Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Zusammen mit Christian haben wir über die Geschichte hinter den Reformen gesprochen. Was waren die Beweggründe, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammenzulegen? Und was hat das mit den Menschen gemacht? Anke Hassel bemerkt eine starke Einkommensarmut in Deutschland und alle beide finden, dass man einige Aspekte der Reform weniger hart, großzügiger hätte gestalten können – oder sogar müssen.

Stefan Sell hat eine Professur für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz inne und sein Steckenpferd ist die Arbeitsmarkt – und Sozialpolitik. Er erklärt, warum tatsächlich die überwiegende Mehrheit der Menschen, die in Hartz IV sind (ob arbeitslos oder arbeitend) als “arm” gelten – und zwar ganz strikt nach internationalen Kriterien.
Das Blöde: Die Hartz-IV-Empfänger, das zeigen Wahlstatistiken, sind vor allem politisch abgehängt, sie gehen viel seltener zur Wahl. Und das wissen Politiker: “Das heißt da gibt es gar keinen Bemühen der Politik zu sagen ‘wir wollen jetzt diese nicht Wähler aktivieren, wir wollen jetzt dass die uns wählen.” Ein Teufelskreis?

Anne Lenze ist Professorin für Familienrecht, Jugendrecht und Sozialrecht an der Hochschule Darmstadt. Sie hat sich vor allem mit dem Phänomen der Kinderarmut unter Hartz IV befasst und mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2010, das Nachbesserungen in der Grundsicherung und damit Chancensicherung und gesellschaftlichen Beteiligung von Kindern gefordert hatte. Anne Lenze sieht nicht, dass die von Ursula von der Leyen durchgeführten Änderungen den vom Verfassungsgericht geforderten Effekt hatten.

Die piqs zur Sendung:

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Produktion: Barbara Streidl
Sprecherin: Katrin Rönicke
Redaktion: Katrin Rönicke

29. September 2017
von Katrin Rönicke
3 Kommentare

Omas Geld und Opas Firma

Es gibt verschiedene Wege, an Geld zu kommen. Die meisten arbeiten dafür, manche bekommen Hilfen von Staat – und manche: erben. Dabei hängen am Geld so große Schlagworte wie „Leistung“ oder „Gerechtigkeit” oder einfach “Mittagessen”…

Schon Winston Churchill hat die Erbschaftssteuer ein

“Korrektiv gegen die Entwicklung einer Rasse von reichen Müßiggängern“

genannt. Aber viel ist von dieser Haltung nicht übrig – in Deutschland sind wir konservativer, als wir denken. Leistung und Gerechtigkeit gelten zwar als Grundprinzipien unserer kapitalistisch funktionierenden Demokratie. Die derzeitige Erbpraxis stellt diese Prinzipien jedoch in Frage und die groß angelegte Lobbyarbeit der sogenannten Familienunternehmen verhindert offenbar, dass sich hier wie sonst auch, ganz im habermasschen Sinne das bessere Argument durchsetzen kann.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 
Antje Schrupp piqt im Kanal “Volk und Wirtschaft”, sie ist Politikwissenschaftlerin und ihre Position ist die: “Ich hab ne ziemlich radikale Meinung – ich bin dafür, das Erbrecht abzuschaffen, erben müsste verboten sein.” Auf diese Meinung kam sie durch ihre Dissertation zur Ersten Internationalen – als sich Anarchisten und Sozialisten stritten, was der bessere Weg zu mehr Gerechtigkeit sein könnte. Aber Anarchismus – ist das noch zeitgemäß?

Eine Debatte über das Erben ist es auf jeden Fall, findet Julia Friedrichs. Die ist Journalistin, sie schreibt vor allem bei der Zeit. Aber sie ist auch Autorin mehrerer viel beachteter Bücher, etwa das vor zehn Jahren erschienene „Gestatten: Elite“, für das sie am Rekrutierungsprozess von McKinsey teilgenommen hatte. 2015 erschien ihr Buch „Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht“, darin hat sie akribisch untersucht, wie sich größere Erbschaften auf die Vermögensverteilung in der Gesellschaft auswirken.

Der Dritte in der Runde ist Rico Grimm. Für die Krautreporter wühlt er sich oft intensiv in ein Thema ein und das hat er auch mit der Lobby der Familienunternehmer gemacht. Sein Artikel „Wie reiche Familien die Erbschaftsdebatte manipulieren“ erschien vergangene Woche, kurz vor der Wahl – und genau darüber habe ich mit ihm in der Krautreporter-Zentrale gesprochen.

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Produktion: Barbara Streidl
Sprecherin: Katrin Rönicke
Redaktion: Katrin Rönicke

15. September 2017
von Katrin Rönicke
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Schaffen wir das?

Das Thema Flucht und Zuwanderung ist eines der am meisten diskutierten Streitthemen im aktuellen Bundestagswahlkampf. Sowohl in den TV-Duellen, als auch in der öffentlichen Debatte, wird sich um Abschiebungen, Grenzen und die vermeintliche Kriminalität der Geflüchteten gestritten. Meinungen gibt es nicht zu wenige – aber was sagt eigentlich die Wissenschaft zu all den Forderungen und Ängsten, die gerade die Runde machen?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

J. Olaf Kleist ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung und unser Inputgeber für diese Sendung. Sein piq, “Vertreibung, Flucht, Flüchtlingspolitik: Was sagt die Wissenschaft dazu” stellt die Arbeit des Projekts “Flucht: Forschung und Transfer” vor. Zum Beispiel: Was sind Grenzen, wie funktionieren sie und wer entscheidet, wer bleiben darf und wer nicht? Wie funktionieren Abschiebungen?

Ob die Flüchtlinge mehr Kriminalität zu uns gebracht haben und wie wir damit umgehen sollen, das weiß der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Er beschäftigt sich schon so lange mit diesem Thema – seine Bücher findet man teilweise in Antiquariaten. Dass Zuwanderer nicht gleich Flüchtlinge sind und dass die Gesellschaft es in der Hand hat, wieviel Gefahr in Zukunft von den Neuankömmlingen ausgeht, zeigt er entlang seiner Studien.

Eine weitere Sorge: Wir zahlen und zahlen, die Staatskasse wird immer leerer. Stimmt das? Dr. Tobias Hentze und Dr. Regina Flake vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln haben in Studien untersucht, was die Gesamtwirtschaftlichen Effekte der Flüchtlingsmigration in Deutschland sind und wie die Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen in Unternehmen läuft.

Am Ende aber bleibt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern vor allem ein Gefühl, das sie in die Arme von Protestparteien treibt: Alles geschieht über unsere Köpfe hinweg. Ob das stimmt und was die Politik tun kann, um dieses Gefühl zu minimieren und Konflikte in den Kommunen konstruktiver zu gestalten, weiß Isabella Bauer. Ihr Thema ist “Konfliktmediation, Kommunikation und kommunale Moderation in Aufnahmeländern“.

Studien, Statistiken, Hintergründe

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Produktion: Barbara Streidl
Sprecherin: Katrin Rönicke
Redaktion: Katrin Rönicke

1. September 2017
von Katrin Rönicke
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Immer nur Mutti!

“Kinder sind Schlafräuber – aber nicht für Väter” – so lautete der Titel eines piqs von Nils Pickert im Kanal „Liebe, Sex und wir“. Nils hatte am Equal Care Day, am 1. März, eine Studie gefunden, die zeigte, dass Mütter aufgrund ihrer Kinder zu wenig Schlaf bekommen – Väter aber nicht. Die Studie zeigte, dass Väter nach der Geburt eines Kindes in der Regel weder Schlaf, noch sonst irgendwas einbüßen. Wie kann das sein? Warum immer Mutti? Die Frage nach Mutti ist die Frage nach einem der am härtesten umkämpften Leitbilder in Deutschland.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Andrea Harmonika ist Bloggerin und Buchautorin. Schon seit Jahren werden auf Kosten der Mütter Klicks generiert, stellt sie fest. Sie seziert in ihrem viel beachtetem Blogtext “Deine Mudder” die Medienlandschaft von FAZ, taz, über Huffington Post bis Spiegel und deren Blick auf Mütter. Ein Erstes, was auffällt: Viele verwechseln die Begriffe „Mutter“ und „Eltern“.

Barbara Vinken ist Professorin für vergleichende und französische Literaturwissenschaft an der Universität München und Autorin von Büchern über die Mutter und über Mode. Ihr Werk “Die Deutsche Mutter” betrachtet die Geschichte unseres heutigen Mutterbildes. Und diese beginnt in der Reformation, bei Luther. “Luthers Bestreben war es, die Familie zum neuen sakralen Raum zu machen”, berichtet Vinken.

Bei Nils Pickert ist das anders organisiert. Er hat vier Kinder und in seiner Familie geht die Mutter “Drachen jagen”, wie er sagt – also einer Erwerbsarbeit nach, er hingegen ist als Selbstständiger, der sich seine Zeit freier einteilen kann, der Hauptverantwortliche für die Kinder. Für ihn und seine Familie ist nichts selbstverständlicher – aber die Umwelt reagiert oft irritiert.

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Sounds: Animal / Muppet Studios via Youtube
Redaktion: Katrin Rönicke
Sprecherin: Katrin Rönicke

18. August 2017
von Katrin Rönicke
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Die Zukunft des Journalismus

Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Ohne Kristallkugel aber mit einigen Experten und einer Expertin, machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort. Denn einig sind sich alle: Ohne Journalismus steht es schlecht um unsere Demokratie.
So werden Untergangsszenarien in Sachen „guter alter Journalismus“ seit der Erfindung des Blogs rege diskutiert. Nahezu jeder hat irgendeine Meinung zu der Sache – aber was sagen die Expertin und die Experten aus Wissenschaft, Politik und Medien dazu?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Inputgeber ist dieses Mal der piqer und Journalistentrainer Bernd Oswald. Er sieht den Journalismus nicht in einer Krise, sondern in einer Zeit, die nie so spannend war. Sein Tipp: Die Entwicklung umarmen und mehr auf Storytelling und neue Formate setzen. Die Frage, wie mit journalistischen Angeboten Geld verdient werden soll, nennt er dabei die “Masterfrage”.

Marlies Prinzing lehrt Journalismus an der Hochschule Makromedie in Köln. Für sie ist sind es die Professionalität und das Handwerk, die den Journalismus zu einer Stütze der Demokratie machen. Sie findet, dass Journalistinnen und Journalisten vor allem durch die Professionalität immer ihre Legitimität erhalten können – und damit auch ihren Job.

Nicht ganz so optimistisch ist Paul Nemitz. Er arbeitet für die Europäische Kommission und sein Hauptaugenmerk liegt auf den Grundrechten. Dass Apple, Google und Facebook versuchen, Marktführer oder gar Oligopole in Sachen Nachrichten zu werden, bereitet ihm einige Sorgen.

Vom European Journalism Center in Maastricht kommt Wilfried Ruetten, der inzwischen in Rente ist, der aber mit viel Leidenschaft in die Debatte geht. Dass sich der Journalismus nach dem alten Modell vor allem durch Werbung finanziert hat, fand er ohnehin falsch. Stattdessen setzt er auf Leserfinanzierung und öffentliche Unterstützung – warum geben ARD und ZDF nicht mal was ab?

Der letzte in der Runde, Christoph Becker, vertritt unter anderem genau diese Öffentlich-Rechtlichen, denn er sitzt im Fernsehrat des ZDFs. Gleichzeitig kommt er aus der Musikbranche, die schon vor Jahren die disruptiven Effekte der neuen Technologie hart zu spüren bekam – für ihn dreht sich alles um Relevanz und Legitimation, auch für die Öffentlich-Rechtlichen.

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Produktion: Barbara Streidl
Sprecherin: Katrin Rönicke
Redaktion: Katrin Rönicke

4. August 2017
von Katrin Rönicke
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“Weibliche Qualitäten”

“Techno aus dem Mittelalter” hieß ein piq von Natalie Mayroth im Kanal “Feminismen”. Darin: Sexismus & männliche Dominanz in der Techno-Szene und ein DJ, der nicht will, dass “weibliche Qualitäten” verloren gehen.

Zeit, genau darüber zu sprechen!

Swinka (C) David Ulrich

Und zwar mit einer female DJ aus Berlin namens Swinka. Sie legt seit acht Jahren auf und kann bestätigen, dass es als Frau in dieser Szene nicht immer leicht ist. Sie muss sich besonders anstrengen, damit man ihre Leistung anerkennt – mehr, als die Jungs im Business.

Aber Obacht: diese Form von Sexismus gibt es nicht nur in der Techno-Szene. Sigrid Meuselbach ist Unternehmensberaterin und hat sich auf das Thema “Frauen in Führung” spezialisiert. In den Führungsetagen deutscher Unternehmen sieht es genauso aus, wie in der Techno-Szene: Jungs, die sich gegenseitig einladen und pushen und jammern, wenn die Frauen zu männlich werden…

Andererseits suggeriert man ihnen die ganze Zeit genau das: Das einzige Modell, das in unserer Gesellschaft erfolgversprechend ist, das ist das männliche Modell. Sei hart, beiße dich durch, sei rational und kümmere dich nicht um andere. Theresa Bäuerlein sieht darin eine Falle – für Frauen und Männer zugleich.

Eine Sorge, die von der New Yorker Psychiaterin Julie Holland geteilt wird. Bei ihr schlagen sie alle irgendwann auf: Frauen wie Männer, die ihre “weiblichen Qualitäten” unterdrücken, um ja groß Karriere machen zu können.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

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Produktion: Barbara Streidl
Musik: Swinka@Hammahalle@Sisyphos 22.07.2017 mit freundlicher Genehmigung von Swinka
Sprecherin: Katrin Rönicke
Overvoice: Barbara Streidl

28. Juli 2017
von Katrin Rönicke
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Die neue Digitale Öffentlichkeit Folge 5: Politik im Netz – Gibt es das Faire im Falschen

Das letzte Jahr hat gezeigt: Die Plattformen werden ihrer Verantwortung nicht gerecht. Folglich ist die Politik gefragt. Aber kann die wirklich helfen? Katrin Rönicke sucht die Antwort darauf im Gespräch mit den Bundestagsabgeordneten und Piqern Konstantin von Notz (B90/Grüne), Thomas Jarzombek (CDU) und piqd-Chefredakteur Frederik Fischer.

Es geht um Fake News, das Recht auf Gegendarstellung im Netz und der möglichen Umsetzung in Deutschland und Europa. Hat die Politik überhaupt einen Plan, ja, Ahnung von der neuen Digitalen Öffentlichkeit? Und reicht eine neue rechtliche Regelung aus oder bedarf es gar einer staatlichen Regulierung? Die Lösung scheint aus mehreren Teilen zu bestehen, auch die Förderung von Medienkompetenz und -bildung spielt eine wichtige Rolle.

Wenn Inhalte nur Aufmerksamkeit erlangen und geteilt werden, wenn sie auf reißerische Überschriften setzen, läuft beim Medienkonsum jedenfalls irgendwas falsch. Faire, sachliche Berichterstattung hat so keine Chance. Hier könnten die Öffentlich-Rechtlichen mit ihrer Reichweite und ihren Vertriebskanälen möglicherweise mehr Verantwortung übernehmen.

Transparenzhinweis:
Die fünfteilige Reihe ist Teil unserer Medienpartnerschaft mit tapewrite, einer Art blendle für Podcasts. Das Projekt wird im Rahmen von Google’s Digital News Initiative gefördert.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

Weiterführende Links:

Tapewrite: https://tapewrite.com/@piqd/ Weiterlesen →

21. Juli 2017
von Katrin Rönicke
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Die neue Digitale Öffentlichkeit Folge 4: Facebook regulieren – do or don’t

In der Diskussion um Facebook gibt es viele ungeklärte Fragen und noch mehr Meinungen. Etwa an welches Recht sich Facebook zu halten hat, an das deutsche Datenschutzrecht? Sollte Facebook behandelt werden wie ein Medienunternehmen? Und in welchem Ausmaß kann Facebook Beiträge regulieren und löschen? Eins ist klar: Facebook kann sich nicht länger einfach als neutrale Technologie-Plattform präsentieren. Doch was ergibt sich daraus?

In der vierten Ausgabe der Reihe zur neuen Digitalen Öffentlichkeit diskutiert Katrin Rönicke mit Matthias Spielkamp und Marcus von Jordan die Bedeutung, die Rolle und die Konsequenzen für das Social Media-Unternehmen.

Transparenzhinweis:
Die fünfteilige Reihe ist Teil unserer Medienpartnerschaft mit tapewrite, einer Art blendle für Podcasts. Das Projekt wird im Rahmen von Google’s Digital News Initiative gefördert.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

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