13. April 2018
von Katrin Rönicke
Keine Kommentare

Wie steht es um die soziale Gerechtigkeit in Deutschland?

Wenn wir auf Deutschland schauen und die Umstände unter denen Menschen leben, würden wir dann von sozialer Gerechtigkeit oder eher von sozialer Spaltung sprechen? Welche Antwort auf diese Frage gegeben wird, kommt vermutlich stark darauf an, von wo aus man auf die Sache blickt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn etwa scheint zu finden, dass in Deutschland die soziale Sicherung total knorke ist. Aber sehen das die Empfänger_innen von Hartz IV genauso? Wie steht es wirklich um die soziale Gerechtigkeit in diesem Land? Finden wir es raus.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI
 
Die Gäste in dieser Sendung

  • Mind the Gap

    Wer Lust bekommen hat, mit anderen über das Thema Soziale Gerechtigkeit / Soziale Spaltung zu diskutieren, dem sei wärmstens die piqd-Facebook-Gruppe “Mind the Gap” empfohlen. Dort diskutieren piqd-Expert_innen und Leser_innen über mögliche Lösungen für das Ungleichheits-Problem, über Auswege aus Angst, Druck und Verunsicherung.

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    Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
    Musikredaktion und Sound Design: Katrin Rönicke
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30. März 2018
von Katrin Rönicke
Keine Kommentare

#DigitalDeceit – Warum wir die Demokratie vor Facebook & Co. retten müssen

Durch die Enthüllungen um die massive Nutzung der Daten unzähliger Facebookuser durch „Cambridge Analytica“, ist eine längst überfällige Debatte in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Wie manipulierbar werden Gesellschaften durch das massive Datensammeln? Lassen sich am Ende sogar Wahlen beeinflussen?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Ben Scott hat sich diese Frage gestellt und versucht, sie empirisch zu beantworten. Seine Suche begann wie die vieler anderer auch, nach dem Schock über das Brexit-Ja der Briten und dann dem unerwarteten Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl 2016. In seinem Papier „#DigitalDeceit (Digitaler Betrug) untersucht er, wie die Mechanismen, die eine immer präzisere Platzierung von Werbung auf digitalen Plattformen ermöglichen, genauso präzise vorraussagen können, wer besonders empfänglich für Propaganda ist.

Gepiqt hat Frederik Fischer das Papier. Als Chefredakteur von piqd setzt er sich seit Jahren intensiv mit dem digitalen Wandel auseinander, hält Vorträge und netzwerkt für eine bessere digitale Zukunft. Dennoch steckte in „#DigitalDeceit“ eine Neuigkeit, die ihn schockiert hat: Wenn schon jetzt mithilfe von Algorithmen Social Media genutzt werden kann, um Leute zu manipulieren, wie wird das erst sein, wenn Künstliche Intelligenz und die geschickte Kombination mit Werkzeugen wie Hootsuite Propaganda regelrecht automatisieren können?

Diese Sorge treibt auch Zeynep Tufekci um. Sie ist Techno-Soziologin, arbeitet an der Universität von North Carolina und in Harward. In ihrem TED-Talk, den sie vor kurzem in New York gehalten hat, malt sie eine dystopische Zukunft: Algorithmen, die uns immer weiter ins Extreme treiben, KIs, die lernen, wann psychische Krankheiten uns besonders anfällig für unkontrollierten Konsum machen, autoritäre Regime, die Facebook dafür bezahlen, einseitige Wahlwerbung zu streuen.

So düster alle diese Entwicklungen sind, die gerade noch am Anfang stehen, so eint alle drei eine Überzeugung: Wir müssen jetzt handeln. Die Politik darf nicht zögern. Es geht um die Zukunft unserer Demokratie.

Shownotes

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Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
Musikredaktion und Sound Design: Katrin Rönicke
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16. März 2018
von Katrin Rönicke
Keine Kommentare

#metoo-Debatte: Sind Männer einfach so?

Die Debatte um #metoo reißt nicht ab, vor allem seit sie Anfang des Jahres durch den Fall Dieter Wedel auch in Deutschland angekommen ist. Auch auf piqd.de haben viele der Expertinnen sich mit den Einwürfen verschiedener Medienvertreter, Philosophen, französischen Schauspielerinnen oder Entgegnungen auf diese befasst. Da stellt sich die Frage: Was sagen all diese Geschichten eigentlich über die männliche Sexualität? Finden wir es raus!

In dieser Folge des Podcasts sollen ausnahmsweise zwei piqs in den Fokus genommen werden. Beide befassen sich mit den Einwürfen von Männern. Männern jedoch, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Der erste piq stammt von Mascha Jacobs. Sie hat den Einwurf des spanischen Philsophen Paul B. Preciado aufgenommen. Preciado ist Transmann und bekannt durch sein Buch “Testo Junkie. Sex, Drogen und Biopolitik in der Ära der Pharmapornographie”. Er vertritt eine queere Idee von Geschlechterrollen, die vor allem darauf abzielt, das Bekehren zu befreien und von veralteten Ideen von “Männlichkeit” und “Weiblichkeit” zu lösen.

Eine gänzlich andere Auffassung von diesen beiden Kategorien vertritt der Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Biologe Markus C. Schulte von Drach. Seiner Auffassung nach sollten die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gerade auch im sexuellen Bereich nicht weiter herunter gespielt und ignoriert werden, sondern mehr Beachtung finden. Er schreibt:

“Wenn wir Sexismus überwinden wollen, müssen wir berücksichtigen, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen auch von Natur aus existieren, weil sie sich über die Evolution entwickelt haben.”

Den Text hat übrigens piqerin Antje Schrupp herausgesucht.

Bei so viel gegensätzlichen Ansichten ist es wichtig, jemanden zur Debatte hinzu zu holen, der vor allem mit der Realität männlicher Sexualität konfrontiert ist, wie die Sexualtherapeutin Bettina Kirchmann. Sie hat in ihrer Praxis viele verschiedene Männer und damit auch viele verschiedene Ideen von Männlichkeit sitzen. Selbst eher feministisch sozialisiert hat die jahrelange Arbeit mit Männern ihr Bild auf diese stark verändert. Ob es Unterschiede gibt? – Ja, sagt sie. Aber woher die kommen, ob von der Natur oder doch durch gesellschaftliche Einflüsse, das könne man kaum sagen.

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Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
Musikredaktion und Sound Design: Barbara Streidl
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2. März 2018
von Katrin Rönicke
1 Kommentar

Wer stoppt die digitalen Giganten?

Die “Digitalen Giganten”, Firmen wie Facebook, Apple, Google oder Amazon, bestimmen unser aller Leben im Netz und zunehmend wirken sie auch in unser “Offline-Leben” hinein. Sie haben es geschafft, digitale Monopole für sich und ihren Wirkbereich zu etablieren. Ob das gut ist? Wer kann sie stoppen?

Um diese Frage zu diskutieren sind wir in die Kulturkantine im Prenzlauer Berg gegangen und haben die drei Gäste der Sendung an einen Tisch gesetzt – denn zum ersten Mal haben wir einen piqd Salon mit Diskussion und Live-Podcast ausprobiert.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI
 

Die Fragen

Müssen wir die digitalen Giganten überhaupt stoppen, oder reguliert sich der Markt schon ganz gut selbst? Welche Mittel haben wir überhaupt, sie zu zügeln? Welche Mittel fehlen uns? Sind Verbraucher_innen und Politik wirklich so ohnmächtig, wie es die Autor_innen aus dem von Jörn Klare gepiqten Artikel feststellen?

Die Gäste:

  • Anke Domscheit-Berg ist Bundestagsabgeordnete für DIE LINKE und sitzt im Ausschuss für Digitale Agenda. Davor war sie jahrelange Netz-Aktivistin und in ihrem früheren Leben auch schon als Unternehmensberaterin und für Microsoft tätig.
  • Thomas Jarzombek ist im Vorstand der CDU/CSU-Fraktion und Sprecher im Ausschuss Digitale Agenda
  • Walter Palmetshofer ist Ökonom und seit Jahren netzpolitsch aktiv. Aktuell arbeitet er bei der Open Knowledge Foundation an den Projekten Open Data Incubator for Europe (ODINE), einem H2020-Forschungsprojekt und am Digitalen Offenheitsindex [do:index]

Diskutiert mit uns!
Wie seht ihr die Debatte? Was macht euch Sorgen? Was wünscht ihr euch von der Politik? Sagt es uns in den Kommentaren 🙂

26. Februar 2018
von Marion
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piqd- Hintergrund | Growth-Hack Feminismus, Fake-Krieg in Bayern, Einsamer Tod

piqd feiert täglich guten Journalismus – im Netz, im piqd-Hintergrund und jetzt auch auf der Bühne

Ende Januar fand im Münchner Lost Weekend der erste piqd-Salon statt. Hier soll es nun jeden Monat Gespräche mit Journalisten, aktuelle Debatten und spannende Gäste geben. Zum Auftakt hieß das Thema

Growth Hack Feminism, mit:

Antje Schrupp — Journalistin, Bloggerin, Buchautorin und Kuratorin bei piqd
Paula Irene Villa — Professorin am Lehrstuhl für Soziologie und Genderforschung der LMU München
Nils Pickert — Journalist, Autor und Aktivist, Kurator bei piqd
Moderation: Marcus von Jordan — Geschäftsführer piqd
Regie: Florian Schairer (Bayern2/Zündfunk & piqd)

15 Tage im Fake-Krieg in Bayern

Undercover an einer NATO-Übung in Bayern teilnehmen: Was zunächst aufregend klingt entpuppt sich für den Autor Alexander Schnell schnell als äußerst schwierige Mission, denn es passiert praktisch nichts. Für einen Tagessatz von knapp 90€ ist er für zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten, als “Civilian on the Battlefield”.

Einsamer Tod – Ein Extrembeispiel der Einsamkeit

Fünf Jahre lang liegt Herr D. unentdeckt in seiner Berliner Wohnung. Eine eigentlich undenkbare Situation, gerade in Deutschland, würde man meinen. Und doch sterben auch in Deutschland viele Menschen so einsam, dass es wochen-, monate- oder gar jahrelang niemand bemerkt. Johannes Nichelmann erzählt, wie weder Freunde oder Verwandte, die Hausverwaltung, noch Nachbarn, die Sozialkassen, oder die Post mitbekamen, dass Herr D. gestorben war.

16. Februar 2018
von Katrin Rönicke
1 Kommentar

Wie schlimm ist das NetzDG wirklich?

Heute sehen wir uns etwas an, das sehr, sehr unbeliebt ist – und zwar das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz, kurz NetzDG und lang: “Das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken“. Aber: Wie schlimm ist das NetzDG wirklich?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI
 

Das Thema

In den Sozialen Medien wird Heiko Maas aus den verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Lagern für das NetzDG kritisiert, manche nennen ihn einen „Zensurminister“, auch Regelechter Hass ist – ironischer Weise – an der Tagesordnung. Anstatt also den Hass zu reduzieren, was ja der Sinn des Gesetzes war, hat er ihn ganz massiv geschürt: Hass auf den Minister, Hass auf die Politik.

Die Gäste

  • Alexander Sängerlaub macht den Aufschlag für die Sendung. Sein piq zum Thema titelt provokant: “Alle meckern gegen das NetzDG – doch der übertriebene Schaum vor dem Mund ist nicht berechtigt” Alexander fragt sich, warum jetzt alle meckern, weil: Haben davor nicht auch alle gemeckert, weil die Plattformen zu langsam eingreifen?
  • Stefan Niggemeier ist der Autor des Textes, den Alexander gepiqt hat. Als Gründer des Bildblogs und der Übermedien betrachtet er Mediendiskurse stets kritisch und schaut genauer hin:

    “Ich glaube auch, dass man da den Unternehmen ein Stück auf den Leim geht. Ich finde es Quatsch zu glauben, das seien alles Auswirkungen des Gesetzes.”

  • Julia Krueger von netzpolitik.org findet am NetzDG vieles problematisch und warnt vor Missbrauch: Dass es keine Widerspruchsmöglichkeiten gibt, dass die Plattformen quasi nach Gutdünken entscheiden können was sie löschen und dass die Strafverfolgung kein bisschen verbessert wird. Sie kritisiert:

    “Es verlagert den Umgang mit Straftaten in einen privatwirtschaftlichen Bereich.”

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Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
Musikredaktion und Sound Design: Barbara Streidl
Mit Dank an: Derekt Singleton
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2. Februar 2018
von Katrin Rönicke
2 Kommentare

Divestment – mit Geld das Klima retten?

Das Klima retten – eine Mammutaufgabe. Wenn man sich anschaut, wie die Bundespolitik gerade diesen Monat erst wieder Schlagzeilen damit machte, dass sie mit Sicherheit die Klimaziele verfehlen werde, könnte man eigentlich auch gleich resignieren. Aber davon halten die Vertreter_innen der Divestment-Idee nichts. Sie wollen mit gezielter Lenkung von Geldströmen dafür sorgen, das fossile Unternehmen sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Daniela Becker hat Umweltwissenschaften studiert, schreibt als Journalistin besonders gern über Umweltthemen und nachhaltiges Wirtschaften und hat im Kanal „Klima und Wandel“ auf piqd.de eine Alternative zur Resignation gefunden. Ihr piq vom 11. Januar betrachtet Entwicklungen in New York, auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans, die richtungsweisend sein könnten.

Tine Langkamp ist Divestment Campaignerin der Organisation 350.

“350 ist eine Nichtregierungsorganisation, die global arbeitet und eine Klimaschutzbewegung, die sich gegen Kohle, Öl Gas stellt und für 100 Prozent Erneuerbare einsetzt.”

Das Investigativ-Büro von correctiv hat 2016 eine Recherche angestoßen, die untersucht hat, ob und wie die Bundesländer ihre Steuergelder nach Umweltkriterien anlegen. Annika Joeres hat die Recherche durchgeführt.

“Wir wollten uns genauer anschauen wo Bundesländer ihr Geld investieren. Bis dahin hat niemand gefragt, wohin die Gelder investiert werden.”

Alle drei berichten von den Chancen durch Divestment und von den Widerständen, die es trotz allem noch zu überwinden gilt.

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Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
Musikredaktion und Sound Design: Barbara Streidl
Mit Unterstützung von Freesound.org
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23. Januar 2018
von Marion
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piqd-Hintergrund | Linksterroristen, Eileiterschwangerschaft, Kinderraub

Christoph Scheuermann, Spiegel-Korrespondent in Washington hat in seiner vielbeachteten Reportage “Thomas, der Terrorist” beschrieben, wie er seinen Cousin in Venezuela besucht, der sich dort seit 22 Jahren versteckt hält. Ihm wird vorgeworfen mit zwei Freunden einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Eine Reportage über die Konsequenzen einer radikalen Entscheidung, über Idealismus, Terrorismus und Gerechtigkeit. Christoph Scheuermann hat dort keine einfachen Antworten gefunden, aber es ist eine Freude ihm zuzuhören, wie sein journalistischer Verwandtschaftsbesuch verlaufen ist.

Teresa Bücker, Chefredakteurin von edition f berichtet, wie es ihr bei einer Eileiterschwangerschaft in der Notaufnahme eines Berliner Notaufnahme ergangen ist in ihrem sehr persönlichen Bericht “Die schneiden mir gleich mein Baby aus dem Bauch – Odyssee einer Eileiterschwangerschaft”. Wir sprechen über diese Nacht, über Angst und Trauer. Über die oft mangelhafte Versorgung schwangerer Frauen und wie wichtig es wäre, wenn im Krankenhausalltag mehr Platz für Empathie wäre.

Kinderraub im Zweiten Weltkrieg | Monika Sieradzka sprach für ihren Artikel “geraubte Kinder, vergessene Opfer” mit den letzten Betroffenen Zeitzeugen eines grausamen Programms von SS und Lebensborn: Während der Besatzung wurden in Osteuropa tausende von blonden und blauäugigen Kindern verschleppt und Zwangsgermanisiert. Nach Schätzungen waren darunter allein 50.000 bis 200.000 polnische Kinder. Monika Sieradzka erzählt, wie es war, diese inzwischen sehr alten Menschen zu treffen, die immer noch auf der Suche nach ihrer Identität sind.

19. Januar 2018
von Katrin Rönicke
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Staatsbürgerschaft in der digitalen Welt: Wer soll uns regieren?

Was bedeutet Staatsbürgerschaft in einer Welt, in der wir alle längst zu digitalen Reisenden geworden sind? In der wir mit Menschen aus der ganzen Welt kommunizieren und arbeiten können – ohne je eine echte Staatsgrenze mit unserem analogen Körper überqueren zu müssen? Löst die digitale Vernetzung vielleicht sogar irgendwann die analogen Grenzen dieser Welt auf? Was für neue Bürger_innen könnten dadurch entstehen? Werden wir Weltbürger_innen? Oder gar Netz-Bürger_innen?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Diesen Fragen geht das Projekt “Digital X-Ship” auf den Grund, das ein Ergebnis der Jahreskonferenz der Berliner Gazette ist. Sonja Peteranderl hat die Idee der digitalen Staatsbürgerschaft im Kanal “Technologie und Gesellschaft” gepiqt. Sie schreibt:

“Die Projektwebseite bildet einige der diskutierten Ansätze ab und liefert auch praktische Anregungen, wie man seine durch Staatsangehörigkeit erworbenen Privilegien mit anderen Menschen teilen kann…”

Einer derjenigen, die das Projekt mit auf die Beine gestellt haben, ist Michael Prinzinger. Er führt in Berlin ein Unternehmen für IT-Sicherheit und engagiert sich seit Jahren in seiner Freizeit bei der Berliner Gazette. Für ihn ist die “X-Ship” ein Balance-Akt zwischen utopischen oder künstlerischen Ideen und ganz klaren, aktuellen Notwendigkeiten.

James Bridle war auch auf der Konferenz dabei und hat sein Kunstprojekt “Citizen X” vorgestellt. Er sagt: “Die Erarbeitung des Projektes „Citizen Ex“ basiert auf der Art und Weise, wie die NSA in den Vereinigten Staaten darüber entscheidet, ob sie Leute überwacht oder nicht.” – Je nach Verhalten, bekommen die Menschen einfach eine angenommene Staatsbürgerschaft zugeteilt.

Einen ganz radikalen Vorschlag hat die Gründerin der Bitnation, Susanne Tarkowski Tempelhof: Sie will von Firmen regiert werden können, zum Beispiel von TED, der kalifornischen Firma, die für ihre “Ideas Worth Spreading”-Videos weltberühmt ist.

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Redaktion, Moderation, Schnitt: Katrin Rönicke
Weitere Sprecher_innen: Holger Klein
Musikredaktion und Produktion: Barbara Streidl
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5. Januar 2018
von Katrin Rönicke
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Flucht und Afrika

In Deutschland wird viel über Flucht, die Geflüchteten und die Fluchtursachen gestritten. Die EU zeigt sich seit über zwei Jahren unfähig, eine gemeinsame Asyl-Politik zu finden und während in Deutschland noch viele Menschen daran glauben, dass die Merkel-Regierung eine „Willkommens-Politik“ verfolgen würde, sieht die Realität längst anders aus…

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Den Input für die heutige Sendung hat Jannis Brühl gepiqt. Im Kanal „Reportagen und Interviews“ auf piqd.de hat er ein großes Dossier von Foreignpolicy.com ausgesucht, ein 9-teiliger, englischsprachiger Beitrag, der sich genau angesehen hat, wie vor Ort die Flüchtlingspolitik Europas wirkt. Jannis schreibt zu seinem Piq:

“Du denkst, du verstehst die aktuelle Flüchtlingssituation? Tust du nicht, wenn du dieses Textpaket nicht gelesen hast.”

Nicht nur die Reporter von Foreign Policy haben sich diese Realität ganz genau angesehen. Auch in Deutschland gibt es ein groß angelegtes Projekt, das vor Ort recherchiert hat, wie die EU-Politik die afrikanischen Länder verändert und beeinflusst. Das Projekt heißt „Migration Control“. Die taz-Redakteure Christian Jakob, Dominic Johnson, Daniél Kretschmar, Simone Schlindwein haben über viele Jahre daran gearbeitet und es ist auch in deutscher Sprache. Man kann sich tagelang durch das Online-Portal auf migration-control.taz.de lesen.

Für „piqd thema“ habe ich mit Simone Schlindwein darüber gesprochen. Sie ist taz-Korrespondentin in Afrika und zuständig für die Regionen der Großen Seen. Außerdem ist sie Mitautorin des Buches „Diktatoren als Türsteher Europas: Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert“.

Die zweite Gesprächspartnerin der heutigen Sendung ist Petra Bendel. Sie ist Professorin für Politikwissenschaften und Akademische Direktorin des Zentralinstituts für Regionenforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Am 11. Dezember hat sie in Berlin die Ergebnisse der Arbeit einer Kommission vorgestellt, die unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth die wichtigsten Thesen und Empfehlungen zum Einwanderungsland Deutschland erarbeitet hat. Der Titel des 200-Seitigen Papiers: “Perspektiven für eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Flüchtlings- und Einwanderungspolitik” herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung.

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Redaktion, Moderation: Katrin Rönicke
Weitere Sprecher_innen: Holger Klein und Susanne Klingner
Musikredaktion: Barbara Streidl
Mit Dank an hoerspielbox.de, freesound.org und Derek Singleton.

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