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Ein Podcast von piqd.de

piqd007 Migration ist der Normalfall

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J. Olaf Kleist ist Politikwissenschaftler und hat den Schwerpunkt Flüchtlingsforschung. Wir fragen: Was rechtfertigt Grenzen? Stellen fest: Das mit der Obergrenze ist eine rein populistische Diskussion und werfen einen Blick in die (europäische) Zukunft.

Flüchtlingsforschung ist eine multidisziplinäre Sache: Urban Studies, alle Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Mediziner, Psychologen uvm. ziehen an einem Strang und bringen ihre Expertise ein. Dabei geht es immer auch um Konkrete Hilfe und Verbesserung der Situation. Olaf findet:

„Eine Forschung, die sich nicht bemüht, Leiden zu vermindern, ist es eigentlich nicht wert, betrieben zu werden.“

Daher versuchen die Mitglieder des Netzwerks Flüchtlingsforschung auch, sich in öffentliche Debatten einzuschalten.

Die Forschung zeigt: Die Leute fliehen aufgrund der Situation an ihrem Wohnort, nicht, weil Einladungen von Bundeskanzlerinnen winken. Der Normalfall ist eigentlich, dass Leute versuchen, in ihrer Herkunftsregion einen sicheren Ort zu finden. Warum der Türkei-Deal in Europa nicht wirklich umsetzbar ist und warum wir nicht nach dem „australischen Modell“ verfahren können – diese und andere Fragen erörtert Olaf in der siebten Folge des piqd Podcasts.

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è!
by ZAVAPRODUZIONI

piqs und Hintergründe

4 Kommentare

  1. Natürlich gab es schon immer Immigration und wird es auch immer geben. Die Frage ist nur, ob es unbedingt Millionen Muslimischer Männer sein müssen.
    Und: Ja, Menschen fliehen vor Kriegen.
    Aber: Nicht überall iN Syrien ist Krieg, das mag auch niemand hören von den fanatischen Befürwortern dieser unkontrollierten Einwanderung…
    Es mag jeder fliehen, der meint, er muss- aber nicht alle nach Deutschland. Es git so viele Länder, in denen es sich toll leben läßt.
    Ja, man soll unbedingt helfen- aber immer so, dass man das auch noch kann..
    Und nein: Wir schaffen das nicht. Und haben es nicht geschafft,

    • Liebe Angelika Stein,
      Sie vermischen ein wenig die Fakten. Es gibt 65 Millionen Flüchtlinge weltweit. weder sind das “alle” muslimische Männer, noch landen “alle nach Deutschland” – wie Olaf Kleist im Podcast ja auch erklärt. Hinzu kommt, dass ich Ihre Angst vor muslimischen Männern, die ich meine herauszuhören, nicht ganz verstehe. Aber da empfehle ich gerne die Folge 003 mit Fabian Köhler, der sehr gut darlegt, was Islamophobie von Islamkritik unterscheidet. Eine sehr wichtige Unterscheidung!
      Woran außerdem machen Sie fest, dass wir es nicht schaffen und es nicht geschafft haben? Der Wirtschaft geht es gut, niemand hat aufgrund der Flüchtlinge irgendetwas verloren, sie sind nicht mehr und nicht weniger kriminell, als Deutsche Männer. und woran machen Sie fest, dass Deutschland nicht kann? Gerade auch im Vergleich zu den angrenzenden Ländern, die ein Vielfaches der Flüchtlinge aufnehmen, die wir in den vergangenen fünf Jahren aufgenommen haben?
      Fragen über Fragen. Vor allem aber frage ich mich, ob Sie die Sendung überhaupt gehört haben. ich lege Ihnen diese jedenfalls unbedingt ans Herz. Die Flüchtlingsforschung ist eine Wissenschaft, die jenseits von Ängsten und gefühlten Realitäten genau hinschaut und ihren Fragen auch Antworten geben kann. das ist eben der Unterschied.

      • doch, es ist etwas verloren gegangen. Das Vertrauen in den Staat. Das Vertrauen das es in einer Demokratie möglich sein muss, andere Meinungen auch mal überspitzt formulieren zu können ohne abgestempelt zu werden. Und es kam die Erinnerung hoch, das um jede Rentenerhöhung,Pflege und Betreuungsschlüssel,Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst,Kindergeld und Kinderbetreuungskosten,Bafög Erhöhungen, Abschaffung der kalten Progression usw. gefeilscht wird, als ob der Staat daran pleite geht. Im nächsten Jahr sind 22,5 MRD EUR für die Flüchtlingsintegration aus dem Boden gestampft worden. Ich finde das gut! Weil wir diese Integrationsunterstützung brauchen.Aber für den Grund bitte keine Nebelkerzen werfen und Scheindebatten führen. Der Staat ist überrascht worden, hat falsche Zeichen gesetzt(siehe Werbefilme des BAMF von 2014 wo in Arabisch für Asyl in Deutschland geworben wurde), Deutschland hat die attraktivsten Anreize sich hier niederzulassen ohne auch auch nur eine Tag arbeiten zu müssen oder sogar zu dürfen.Selbst die offensten europäischen Länder wie Dänemark und Schweden verschärfen Ihre Asylgesetzgebung und Anforderungen an die Neuankömmlinge. Und die richtigen Integrationsprobleme kommen erst noch, wenn die Flüchtlingen aus den Aufnahmelagern in die Fläche verteilt werden.
        Und wenn wir den Türkeideal nicht hätten, kämen weiter tausende täglich ins Land und die Menschen(gerne auch von Politkern als die Gesellschaft benannt) soll über Nacht nachsichtig,hilfsbereit,zuhörbereit sein und mithelfen die Fremden zu integrieren. Trotzdem bin ich stolz darauf wie es Deutschland bisher geschafft hat.

        • für den “Die Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Monate haben Deutschland vor die Herausforderung gestellt, die Integration hunderttausender Menschen zu bewältigen. Für diese Aufgabe und zur Bekämpfung der Fluchtursachen wird der Bund 2017 knapp 19 Mrd. Euro bereitstellen.” – aus dem Haushaltsplan für 2017 – Bekämpfung von Fluchtursachen war früher einmal “Entwicklungszusammenarbeit” und nur zum Vergleich: im Haushaltsplan 2014 lag diese allein bei rund 6,3 Mrd. Euro. in einem Haushalt mit knapp 330 Mrd. Euro Einnahmen ist beides leistbar, um nichts weniger ging es in den Debatten.
          Dass falsche Anreize durch Deutschland gesetzt worden seien, ist so nicht wahr, auch das kann die Migrationsforschung widerlegen – dem Gespräch aufmerksam zu lauschen hilft an dieser Stelle. Viel entscheidender, als die Frage nach Signalen ist doch die Frage nach der Verantwortung und der Teilung dieser Verantwortung – es sind 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Was tut die Weltgemeinschaft?

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