piqd017 Der Polenerklärer

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Ulrich Krökel hat slawische Sprachen und Literaturen sowie die Geschichte Osteuropas in Kiel, Sankt Petersburg und im sibirischen Irkutsk studiert und eine Vorliebe zu Polen. Als Korrespondent berichtet er von dort und mahnt zu einem differenzierten Bild.

Denn allzu oft wird nur die düstere Seite Polens beleuchtet: Rechts, konservativ, ausländerfeindlich, fortschrittsfeindlich gar sei die Nation, die mit absoluter Mehrheit 2015 die PiS gewählt hat, eine rechts-konservative Partei, an deren Spitze Jarosław Kaczyński steht. Einer, der als Hardliner gilt. Tatsächlich hat sich seit dem Sieg seiner Partei vieles geändert: Das Verfassungsgericht wurde einmal ausgetauscht und seiner Macht beschnitten, die staatlichen Medien wurden umgekrempelt. Doch Ulrich Krökel mahnt: Polens Demokratie liegt nicht im Sterben. Freie Presse gibt es immer noch. Auch ein Jarosław Kaczyński hat kein Interesse an einem EU-Austritt Polens, denn die Europäische Union erfreut sich in der Bevölkerung nach wie vor großer Beliebtheit.

Was also tun? Differenzieren eben. Zuhören. Hinschauen. Was sich in Polen 2015 ereignete kann als Prototyp für den Brexit 2016 und die Wahl Donald Trumps gesehen werden: Eine Bevölkerung, die vom “Establishment” genug hat, eine, die in Stadt vs. Land, Jung vs. Alt und liberal vs. rechtskonservativ gespalten ist – ein Omen für die Bundestagswahl 2017? Hinschauen, lernen und differenzieren sind immer ein wichtiger Anfang, um jenseits von Filterblasen und Gräben gemeinsame Politik gestalten zu können und Populisten weniger Angriffsfläche zu bieten.

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