Instagrams perfekte Körper

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Die NEON-Autorin Fiona Weber-Steinhaus nennt es das “Zeitalter der Selbstverarsche”: Wir betonen über und über, wie wichtig es ist, seinen Körper zu akzeptieren, sich mit ihm wohl zu fühlen und das Leben zu genießen – mit all den Pizzen, Steaks und Cupcakes, die eben für Genuss und Lebensqualität stehen. Aber gleichzeitig rümpfen wir die Nase, wenn jemand nicht schlank ist, denn dieses Körperideal haben wir seit den Aerobic-Videos der 90er nicht abgelegt. Gerade in den Sozialen Medien und allen voran auf Instagram inszenieren junge Menschen ihre Fitness und ihren Körper – was macht das mit unserer Gesellschaft?

  Musik: Zava_instrumental_Obo-è! by ZAVAPRODUZIONI

 

Martina Kix ist stellvertrende Chefredakteurin von ZEIT Campus und unter anderem piqerin im Kanal “Kopf und Körper”. Sie hat immer wieder Artikel gepiqdt, in denen es um Körperoptimierung, die neuen Fitnessgurus auf Instagram und modernes Essverhalten geht. Und sie findet, dass die Sache mit dem Schönsein und der Fitness so neu gar nicht ist…

Sascha Chaimowicz ist der Autor eines der piqs, die man in Martinas Profil finden kann. Denn er hat in einen Selbstversuch von acht Wochen hart daran gearbeitet, seinen Körper zu stählen und das für das ZEIT Magazin aufgeschrieben. Er berichtet davon was dieser Versuch ihm über seinen Körper beigebracht hat und wie er den Trend zur Fitness sieht.

Sehr viel distanzierter, nämlich mit der wissenschaftlichen Brille, blickt Jakob Hörtnagl auf das Fitnessphänomen, und zwar als Kommunikations- und Medienwissenschaftler vor allem auf die Auswüchse auf Instagram. In der Studie, “Firm body, good life? Visual representations of fitness related contents on Instagram and their appropriation by young women“, haben er und seine Kollegen eine Bildanalyse unternommen und 18- bis 23-jährige Instagram-Nutzerinnen zu ihrem Verhalten befragt.

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Redaktion: Katrin Rönicke
Moderation: Katrin Rönicke
Produktion: Barbara Streidl

Mit Dank an hoerspielbox.de, freesound.org und Derek Singleton.

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Ein Kommentar

  1. Coole Folge 🙂
    Wie mit fast allem empfehle ich, mit gesundem Menschenverstand an die Sache heranzuegehen. Ich entfolge unrealistischen Blendern, denn verarschen kann ich mich alleine. Angebot und Nachfrage. Realistische Selbstdarsteller mit ehrlichen Fehlerchen werden hoffentlich mehr Follower haben als die beschönten Selbstdarstellenden.
    Dafür folge ich einigen Personen der Öffentlichkeit, deutsch wie international, die mir vor allem wegen ihrer – Achtung Trigger-Buzz-Wort – Authentizität gefallen: Faules Couchfoto mit Chips, verregnete Skyline währedn einer Zugfahrt, oder Workout-Instastory mit wirrem Haar, Schlabberlook und hochrotem Schwitzekopf, die fluchen über das harte Training und ihrem Personal Trainer danken, dass er sie pusht. Und haben wir es auch schon: es muss uns klar sein (und das sollten wir gerade der sich entwickelten Jugend transparent kommunizieren), dass die ganzen Stars und Sternchen nunmal ihr Kapital aus einem krassen Körper schöpfen und deswegen viel Zeit und Geld darein investieren, dass sie mit viel Hilfe sich sportlich eben genau so fertig machen. Der Ottonormalmensch hat meistens weder die Zeit noch das Geld, um mit PT (oder sonstigen Hilfsmitteln) sich so zu profilieren wie diese Leute. Viele von denen würden ohne PT auch nicht so diszipliniert ihre Figürchen und Muskeln erhalten. Oder sind zB durch krasse Depressionen gegangen aufgrund einer Unzufriedenheitm Mobbing etc. und haben da heraus sich mitivert. Wünscht man sich das? Nein, sicher nicht.
    Und mit diesem Wissen sollten wir alle etwas entspannter mit Instagram & Co umgehen.
    Das gilt übrigens für alles hübsch Inszenierte: Fotoshoots, Foodporn, etc.
    Dafür schmeißen diese Leute vllt keine Großfamilie, lesen keine Bücher, haben ihre Oma das letzte Mal vor 10 Monaten gesehen oder keinen entspannten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt getrunken oder das neuste PC-Spiel gezockt.
    Ich denke, dass man einiges mit gewisser Disziplin erreichen kann. Das geht aber nur, wenn man priorisiert und Abstriche in anderen Bereichen macht. Und ist es das uns wirklich wert? Wenn du mit ja antowortest, dann halt kein Punsch auf der Feier, keine Chipsorgie, kein Kinoabend mit Popcorn, sondern stattdessen Fitnessstudio. Mir persönlich ist es das nicht wert, aber das darf ja zum Glück jeder selber entscheiden.
    Wie gesagt, das gilt für jeden überdurchschnittlichen Anspruch: überdurchschnittlich gute Noten, super gesundes Essen, hammer Belesenheit, krass saubere Wohnung, alles DIY… geht alles. Aber man wird Abstriche machen müssen.

    Und um noch mehr Entspanntheit reinzunringen: muss man überhaupt ein großes Ziel haben? Reicht es nicht auch, einfach in allen Bereichen durchschnittlich oder unterdurchschnittlich zu sein? Ja, durchaus! Yes!
    Aber vermutlich hat jeder zumindest ein Ding, das er oder sie mit Disziplin, Nachdruck oder Überzeugung verfolgt. Und ich möchte nachdrücklich sagen: das ist nicht immer instatauglich.

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