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piqd THEMA Bonus #74
Die bessere Debatte V: Wie wichtig ist Präsenzlehre?

piqd THEMA BONUS #74

Die bessere Debatte V: Wie wichtig ist Präsenzlehre?

 

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Corona hat Universitäten vor neue Herausforderungen gestellt. Die Debatte rund um neue Lernkonzepte und die Zukunft von Präsenzlehre ist kurz vor Semesterbeginn schwieriger als je zu vor. Wir diskutieren, wie Lehre unter den gegebenen Umständen gelingen kann.

Ist Anwesenheit essenziell?

Ist es wirklich notwendig, zum Studieren im Vorlesungssaal zu sitzen? Bis vor kurzem galt es als selbstverständlich, dass Studierende und Dozierende ihre Präsenzzeit am selben Ort verbringen. Auch die Verfasser und Verfasserinnen eines Offenen Briefes zur Verteidigung der Präsenzlehre hält diese für unersetzlich.

Twitter als Streitforum?

Andrea Geier und Paula-Irene Villa Braslavsky möchten aktuelle Themen in der Schnittmenge von Sozial- und Kulturwissenschaften, Politik, Medien, Kultur und Kunst diskutieren. Kontrovers-kompetent, humorvoll, mit einer Prise Wissenschaft und einem Schuss Presseschau.

Kennengelernt haben sich die beiden Wissenschaftlerinnen auf Twitter. Andrea Geier ist Professorin für Germanistik an der Universität Trier mit Schwerpunkten auf Literatur, Gender und Postcolonial Studies und twittert unter @geierandrea2017. Paula-Irene Villa Braslavsky ist Inhaberin des Lehrstuhls für Soziologie & Gender Studies an der LMU München und auf Twitter als @DieVilla4 aktiv.

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Dear Reader #25
Nava Ebrahimi über ihre Kindheit und das Schreiben: „Das Schreiben war immer auch eine Kompensation“

Dear Reader #25

Nava Ebrahimi über ihre Kindheit und das Schreiben: „Das Schreiben war immer auch eine Kompensation“

 

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Nava Ebrahimi hat gerade ihren zweiten Roman veröffentlicht. Darüber spricht sie mit Mascha Jacobs in „Dear Reader“ – und natürlich auch über ganz, ganz viele andere Dinge.

Dieses Mal ist Nava Ebrahimi zu Gast bei „Dear Reader“. Die in Österreich lebende deutsche Autorin mit iranischen Wurzeln hat gerade ihren zweiten Roman bei btb veröffentlicht. „Das Paradies meines Nachbarn“ ist sehr empfehlenswert und handelt von ehemaligen iranischen Kindersoldaten, die nach der Migration einen fremden, harten, lustigen Blick auf die deutsche Gegenwart werfen.

Späte Autorinnenschaft

Nava Ebrahimi kommt mit drei Jahren nach Deutschland, genauer gesagt nach Köln. Später studiert sie Journalismus und Volkswirtschaftslehre, auch in Köln, sie hat unter anderem als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und der Kölner StadtRevue gearbeitet. 2007 dann ist sie Finalistin beim Literaturpreis Open Mike, 2017 veröffentlicht sie ihren ersten Roman „Sechzehn Wörter„, für den sie im Rahmen der Verleihung des Österreichischen Buchpreises 2017 mit dem Debütpreis ausgezeichnet wird.

Mascha Jacobs spricht mit Nava Ebrahimi über ihre Kindheit und ihr Leben heute – mittlerweile lebt die Autorin in Graz. Sie sprechen über Migration, Krieg, Hochhäuser, TV-Sozialisation, Viva, Dallas und Denver. Sie plaudern über späte Autorinnenschaft, Überanpassung, den Verlust der Muttersprache, sexuelle Selbstbestimmung, Rassismus und Brieffreundschaften.

Ich habe immer Brieffreundschaften gehabt. Schreiben war für mich das Medium, um mich auszudrücken, mir meiner Gedanken klar zu werden. Auch um so’n bisschen dieses einsame Dasein als Migrantenmädchen zu verarbeiten. – Nava Ebrahimi

Und Ebrahimi erzählt von ihren Lieblingstexten, persischen Gedichten und von der Schönheit der Literatur. Wenn Literatur schafft, Glück zu zeigen und bei anderen hervorzurufen, dann ist sie oft gut, sind sich Nava Ebrahimi und Mascha Jacobs einig. All das gibt’s in der neuen Folge von „Dear Reader“.

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Dear Reader #24
„Du könntest mein Sohn sein!“ – „Ja, bin ich aber nicht.“ | Marius Goldhorn über die Einfachheit und das Lesen

Dear Reader #24

„Du könntest mein Sohn sein!“ – „Ja, bin ich aber nicht.“ | Marius Goldhorn über die Einfachheit und das Lesen

 

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Mascha Jacobs spricht dieses Mal mit Marius Goldhorn über das Finden, Sammeln, Lesen und Neu-Arrangieren. Das erste Mal seit März wieder gemeinsam vor ihrem großen Bücherregal.

Es ist erst einige Wochen alt, das Romandebüt von Marius Goldhorn. Goldhorn ist Jahrgang 1991, vor seinem Roman hat er auch schon Prosa geschrieben und Gedichte.

„Park“ ist ein Reiseroman durch ein eingefriedetes Europa und spielt in Berlin, Paris und Athen. Er ist aber auch ein Liebesroman – und glaubt an die „Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt.“ So heißt es im Pressetext. Auf dem Buchrücken steht: „Sie sahen Systeme stürzen. Sie gingen in den Park.“

Marius Goldhorn hat viel zu sagen

„Park“ ist ein schmales, aber besonders außergewöhnliches Riesenbuch. Für Mascha Jacobs ist es der Hypertext, auf den sie schon seit Beginn des Internets wartet. Und obwohl Marius Goldhorn noch sehr jung ist, hat er einiges zu sagen.

Die Einfachheit ist ja auch ein Geheimnis. – Marius Goldhorn

Vor dem Roman ist nach dem Roman

Goldhorn will aber wieder zurück zu seinen Wurzeln, als nächstes Projekt veröffentlicht er Gedichte im Korbinian Verlag. Mal schauen, was dann die nächsten Jahre noch so alles kommt. Zunächst aber das Gespräch im „Dear Reader“-Podcast: ein Ritt durch Themen und Zustände. Von Laotse über Macht, Kulissen, klare Referenzen, Nebendarsteller, Instagram, Orakelbücher, Tarot, Tanzen, lesende Protagonisten, das Klauen, Kopieren und Sammeln. Über Mütter, das Lesen, Briefe, Éric Rohmer und andere Lieblingsfilme und Textvorschläge von Marius Goldhorn.

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Dear Reader #23 </br> „Ich find‘ den Bekanntheitsgrad ganz gut“ – Paula Irmschler über Musik und das Lesen

Dear Reader #23
„Ich find‘ den Bekanntheitsgrad ganz gut“ – Paula Irmschler über Musik und das Lesen

Dear Reader #23

„Ich find‘ den Bekanntheitsgrad ganz gut“ – Paula Irmschler über Musik und das Lesen

 

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Paula Irmschler veröffentlicht ihren Debütroman „Superbusen“ kurz bevor Corona so richtig in Deutschland ankommt. Dann werden Lesetour und Buchmesse abgesagt. Findet sie aber gar nicht so schlimm. Warum das so ist, erzählt sie in „Dear Reader“.

Paula Irmschler als Debüt-Autorin

Paula Irmschler ist 1989 in Dresden geboren, zieht zum Studieren nach Chemnitz, zieht dann weiter nach Köln. Bis heute hat sie als Redakteurin im Missy Magazin und dem Musikexpress gearbeitet. Und seit kurzer Zeit auch beim Satiremagazin Titanic. Und natürlich: Buchautorin ist sie auch!

Man denkt sich Sachen aus, ist vorlaut – und das ist geil! – Paula Irmschler

Mit „Superbusen“ ist ihr erster Roman erschienen, Ende Februar war das. Einige Termine der Lesetour kann sie noch durchziehen, dann kommt Corona – und die Lesetour wird abgesagt. Trotzdem ist „Superbusen“ ein großer Erfolg. Der Spiegel beschreibt das Buch als „Antifa-Roman“, die taz lobt die Coming-of-Age-Geschichte. Die erinnert auch an die Biografie der Autorin Irmschler selbst. Gisela, die Protagonistin ihres Romans, kommt aus Dresden, zieht dann fürs Studium nach Chemnitz und protestiert dort gegen Nazis und für Solidarität.

Ein Werk der und über Popkultur

Der Antifaschismus ist ein wichtiges Thema in „Superbusen„. Und genauso ist es die Musik. Gisela nämlich gründet die Band „Superbusen“ – daher auch der Buchtitel – singt, trinkt mit Freundinnen und wird eben erwachsen. Das macht das Debüt der Autorin nicht nur politisch, sondern auch zu einem Werk der und über Popkultur.

Mascha Jacobs spricht in der neuen Folge von „Dear Reader“ mit Paula Irmschler über ihre eigene Karriere, die Identifizierung mit Gisela, Musik und das Lesen.

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piqd THEMA Bonus #73
Die bessere Debatte IV: Wie hat sich der Umgang mit der Corona-Krise verändert?

piqd THEMA BONUS #73

Die bessere Debatte IV: Wie hat sich der Umgang mit der Corona-Krise verändert?

 

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In der Debatte um Lockerungen in der Corona-Krise scheint sich die Stimmung zu ändern. Einfache Versprechen und Wissenschaftsverachtung treten auf den Plan. Eine Momentaufnahme.

Wir lernen täglich mehr über die Corona-Pandemie. Noch nie haben so viele Menschen sich an der Wissenschaft orientieren müssen und dies auch bewusst getan. (Natur-)Wissenschaft war in den letzten Monaten öffentlich so präsent wie kaum zuvor: Der Wissenschaftspodcast mit Dr. Christian Drosten ist extrem erfolgreich, der Wissenschaftler quasi Pop. Der Virologe erklärt in den Medien vorbildlich, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, wie vorläufig, widersprüchlich und komplex sie sind und wie schwierig deren Bewertung ist.

Einfache Versprechen in Zeiten von Corona

Es scheint, als seien es gute Zeiten für Wissenschaftskommunikation. Doch langsam ändert sich die Stimmung: Populistische Wissenschaftsverachtung und einfache Versprechen treten wieder auf den medialen Plan. Wir erleben einen Wettlauf um die möglichst breite „Lockerung“.

Wie verhalten wir uns in den Debatten?

Jetzt geht es um die Notwendigkeit von Solidarität und Kooperation, um Gestaltungsmöglichkeiten von Gesellschaft – für ein Leben nicht erst nach, sondern in der Pandemie. Wem helfen die Hilfspakete? Wie ist die Berichterstattung über die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen zu beurteilen? Wie verhalten wir uns als Nutzerinnen und Nutzer, wenn wir selbst, zum Beispiel in sozialen Medien, Teil dieser Debatten sind? Literaturwissenschaftlerin Andrea Geier, Professorin an der Uni Trier, und Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky, Professorin an der Uni München, diskutieren im Podcast die Lockerungsdebatte.

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Dear Reader #22
„Wenn du keine Schriftstellerin bist, dann weiß ich auch nicht“ – Christina Clemm

Dear Reader #22

„Wenn du keine Schriftstellerin bist, dann weiß ich auch nicht“ – Christina Clemm

 

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Christina Clemm ist Anwältin und schreibt Geschichten von Frauen und Gewalt. Mascha Jacobs hat sie getroffen und mit ihr über toxische Männlichkeit und Literatur gesprochen.

Eigentlich arbeitet Christina Clemm seit Jahren als Anwältin für Familien- und Strafrecht. Sie ist unter anderem auf die juristische Bearbeitung von „geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und rassistisch, homophob oder ansonsten menschenverachtender Gewalt spezialisiert“.

Anwältin unter Literaten

Jetzt hat sie die Erlebnisse der Frauen, die sie seit Jahren vertritt, in fiktionale Geschichten gefasst. Herausgekommen ist ein sehr empfehlenswertes Buch, "Akteneinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt", heißt es. Christina Clemm ist nun also auch noch Schriftstellerin, so schnell kommt sie da nicht wieder raus. Das Buch ist in einem sehr angenehmen Ton und sehr stilsicher geschrieben. Und wenn man es zuklappt, fühlt man sich im besten Sinne unterhalten und gestärkt. Voyeurismus und Pathos liegt ihr fern.

Ich hatte große Angst, dass es zu voyeuristisch sein könnte, das wollte ich auf gar keinen Fall. Ich wollte mich auch sehr darum bemühen, dass ich nicht bestimmte Klischees bediene, ich wollte möglichst divers schreiben und ich wollte auch darstellen, dass Sexismus und Rassismus in vielen Bereichen zusammengehören. – Christina Clemm

Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin ist Christina Clemm auch Aktivistin und politisch aktiv für Geflüchtete und von Gewalt Betroffene. Sie hat eine Zeit lang eine Verletzte im sogenannten NSU-Verfahren vertreten und saß in der Expertenkommission des Justizministeriums, als es um die Reform des Sexualstrafrechts ging. Und nun ist sie bei Mascha Jacobs zu Gast.

Die beiden kennen sich und sind befreundet. Es ist also auch ein persönliches Gespräch. Die beiden Frauen sprechen über Gewalt an Frauen und über die Aufarbeitung in der Gesellschaft und vor allem auch vor Gericht. Außerdem sprechen sie – natürlich – über die Literatur und Clemms aktuelle Lieblingstexte.

Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

Das Gespräch schließt aber auch wie von Zauberhand an das Gespräch mit Christian Baron an, denn geschlechtsspezifische Gewalt ist ein massives strukturelles Problem und existiert in allen gesellschaftlichen Schichten. In Coronazeiten hat sich die Lage noch mal verschärft. Auch darum geht es natürlich in dieser Folge, die per Videochat aufgenommen wurde.

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Dear Reader #21
Daniel C. Schmidt über die USA und das Lesen – „Doof, dass ich damals so eine enge Perspektive hatte“

Dear Reader #21

Daniel C. Schmidt über die USA und das Lesen – „Doof, dass ich damals so eine enge Perspektive hatte“

 

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Auch Dear Reader verändert sich mit Corona. Außerplanmäßig spricht Mascha Jacobs dieses Mal mit Daniel C. Schmidt aus Washington: über die Situation in den USA zu Beginn der Corona-Pandemie, sein aktuelles Buch, eine Reisereportage durch Amerika und Lieblingsbücher, die aus heutiger Sicht etwas eindimensional erscheinen.

Daniel C. Schmidt ist in dieser Folge der Gesprächspartner von Mascha Jacobs. Er ist seit 2016 USA-Korrespondent und schreibt unter anderem für Zeit Online, den Spiegel und die FAZ. Und das tut er mitten aus dem Herzen der US-amerikanischen Politik, er wohnt nämlich in Washington D.C.. Bevor er Reporter in den USA wurde, hat er in England VWL studiert und für den Musikexpress über Popkultur und Musik geschrieben.

Eine Reise durch die USA

Ende Februar hat er im Aufbau-Verlag eine literarische Reisereportage, sein Debüt „This is America. Reisen durch ein Land im Umbruch“ veröffentlicht. Sein Buch ist ein „Roadtrip durch eine Nation im Wandel“ und erzählt in elf Kapiteln von der Opiumkrise, Sexismus; von Schülern, die zu Aktivsten gegen die Waffenlobby werden, Rassismus; Irakveteranen, die das Wrestling als Traumatherapie entdeckt haben, über illegale Einwanderinnen unter Trump und wie sich das Land seit dessen Wahl vor vier Jahren verändert hat. Es geht um Alltägliches und um Politik, und nebenbei auch um die Filme, die Musik und Bücher, die den Autor auf seinen Recherchereisen begleitet haben.

Man sieht noch mal ganz deutlich, wie hart das hier ist, und was für ein mieses Land Amerika ist, wenn man arm ist. – Daniel C. Schmidt

Daniel C. Schmidt über Politik

Seine Lesereise nach Deutschland wurde abgesagt, nicht zuletzt deshalb ist es gut, dass wir ihm so dennoch zuhören können. Daniel C. Schmidt und Mascha Jacobs sprechen dieses Mal über Popliteratur, Privilegien, Referenzen, Zugänge, Trump, Taschenspieler, Schlitzohre, Risikomanagement, Erdnüsse, feministische Haremsaktionen und natürlich auch wie immer auch über das Lesen und die Lieblingsbücher des Reporters und Debütanten.

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piqd THEMA Bonus #72
Die bessere Debatte III: Ist die Kunstfreiheit gefährdet?

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Die bessere Debatte III: Ist die Kunstfreiheit gefährdet?

 

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Hat sich die Kunst seit #metoo verändert? Tatsache ist, dass die Branche anders diskutiert: was ist noch erlaubt, wo sind die Grenzen? Wir schauen uns an, was sich in Sachen Kunstfreiheit verändert hat.

Kunstfreiheit und Debatte

Darf man Kevin Spacey noch gut finden, sollten Bücherverlage noch mit Woody Allen zusammenarbeiten? Diese Fragen werden in Hollywood diskutiert, aber auch viele Fans streiten darüber, was noch angemessen ist und was nicht.

Hat #metoo die Kunstfreiheit verändert?

Seit der #metoo-Debatte werden immer wieder Warnrufe laut: Die Freiheit der Kunst sei gefährdet. Es herrsche ein Klima des Verbots und der Zensur. Was ist dran? Wie schauen wir auf künstlerische Lebensleistungen? Geht das, Täter und Künstler zu unterscheiden? Wenn ja, wie? Welche Verantwortung haben Verlage, Jurys, das Publikum?

Im dritten Podcast der piqd Thema-Bonusreihe „Die bessere Debatte“ besprechen wir drei Personen und vielbeachtete Kontroversen: Den Streit um die Memoiren von Woody Allen, die Auszeichnung des Regisseur Roman Polanski mit dem Filmpreis Cesár und die Festschrift für den Musikwissenschaftler und Pianist Siegfried Mauser. Es wird kontrovers und nuanciert.

Twitter als Streitforum?

Andrea Geier und Paula-Irene Villa Braslavsky möchten aktuelle Themen in der Schnittmenge von Sozial- und Kulturwissenschaften, Politik, Medien, Kultur und Kunst diskutieren. Kontrovers-kompetent, humorvoll, mit einer Prise Wissenschaft und einem Schuss Presseschau.

Kennengelernt haben sich die beiden Wissenschaftlerinnen auf Twitter. Andrea Geier ist Professorin für Germanistik an der Universität Trier mit Schwerpunkten auf Literatur, Gender und Postcolonial Studies und twittert unter @geierandrea2017. Paula-Irene Villa Braslavsky ist Inhaberin des Lehrstuhls für Soziologie & Gender Studies an der LMU München und auf Twitter als @DieVilla4 aktiv.

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Dear Reader #20
„Literatur soll Empathie erwecken“ – Christian Baron über seine Kindheit und das Viellesen

Dear Reader #20

„Literatur soll Empathie erwecken“ – Christian Baron über seine Kindheit und das Viellesen

 

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Christian Baron schreibt über seine Kindheit in Armut. Mascha Jacobs hat ihn getroffen und mit ihm über toxische Männlichkeit und Literatur gesprochen.

Christian Baron wächst in Kaiserslautern auf, seine Mutter leidet an Depressionen, der Vater trinkt. Als seine Mutter früh stirbt, kommt Baron – gemeinsam mit seinen drei Geschwistern – bei der Tante unter: Raus aus dem toxisch männlichen Haushalt, der von seinem Vater dominiert wird, hinein in ein Zuhause, voll emanzipierter Courage.

Relativ spontan hat Christian Baron seine eigene Geschichte aufgeschrieben, mittlerweile ist sein Werk „Ein Mann seiner Klasse“ ein Bestseller. Und nicht nur die vielen Leserinnen und Leser können etwas beim Lesen lernen. Baron selbst hat auch beim Schreiben viel über sich selbst und seine Geschichte gelernt.

Die Verleugnung der Klasse

Was weiß die sogenannte Kulturelite von der Armut und der Gewalt gegenüber Frauen und Kindern? Wie fühlt es sich an, als Jugendlicher zum Klassenflüchtling zu werden? Und was hat das alles mit dem Lesen und daran gebundenen Geschlechterklischees zu tun? Christian Baron hat sich im Laufe des letzten Jahres intensiv mit diesen Fragen beschäftigt.

Literatur ist dafür da, Empathie zu wecken; zu zeigen, dass wir als Menschen eins sind; aber natürlich auch mit den Problemen konfrontiert zu werden. – Christian Baron

Mascha Jacobs spricht mit Christian Baron über all das. Er erzählt im Gespräch vom Aufwachsen in Armut, toxischer Männlichkeit, den ambivalenten Gefühlen seinem Vater gegenüber, Geschmacks- und Klassenfragen, der unglaublichen Kraft der ihn umgebenden Frauen und seiner Lesebiografie.

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Dear Reader #19
„In Oxbridge fühlst Du dich verpflichtet, auf eine gewisse Art zu lesen“ – Nele Pollatschek über Oscar Wilde und die englische Elite

Dear Reader #19

„In Oxbridge fühlst Du dich verpflichtet, auf eine gewisse Art zu lesen“ – Nele Pollatschek über Oscar Wilde und die englische Elite

 

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Nele Pollatschek wollte, seit sie 12 ist, in Oxford oder Cambridge studieren. Heute kann sie diesen Wunsch von ihrer To-Do-Liste streichen. Was sie während ihrer Zeit an englischen Eliteunis über das Land und das Lesen gelernt hat, erzählt sie Mascha Jacobs.

Für Nele Pollatschek war, seit sie 12 Jahre alt ist, klar: Irgendwann wird sie in Oxford oder Cambridge studieren. Und sie hat es auch bis dorthin geschafft. Den Weg in die Eliteuniversitäten, feine Reichenbeobachtungen und eine Elitenkritik hat sie gerade in lesenswerten Essays beschrieben.

Nele Pollatschek über ihre Liebe zu England

Nele Pollatschek, 1988 in Berlin geboren hat Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford studiert. Ausschlaggebend für ihre Obsession, später unbedingt an einer der englischen Eliteuniversitäten zu studieren, war ihre Liebe zu Oscar Wilde. Entflammt mit 12 Jahren bei einem Schüleraustausch in Hastings.

Seitdem war ihr klar, da wo er Schreiben gelernt hat, da will sie später ebenfalls das Schreiben lernen. Auch wenn es nicht auf Anhieb klappte. Nichts konnte sie davon abhalten, dort zu studieren, wo viele ihre Lieblingsschriftsteller studiert haben. Deswegen gibt ihr aktuelles Buch „Dear Oxbridge. Liebesbrief an England“ nicht nur politische Einschätzungen zum Brexit und Einblicke in die rigide englische Klassengesellschaft. Es ist auch eine Essaysammlung über die Liebe zu England und zur englischen Literatur.

Dieses ein bisschen verkniffene, verstockte, Pseudo-Intellektuelle, was es in Deutschland wirklich oft gibt, hast du in Oxbridge gar nicht. Sondern du hast Leute, die sich über Wittgenstein, Hegel und Peniswitze unterhalten und zwar innerhalb von wenigen Sekunden. – Nele Pollatschek

Pollatschek hat dabei selbst eine bewegte Lesebiografie. Zunächst liest sie gar nicht, bezahlt sogar andere, für sie zu lesen – und ihr danach zu erklären, was im Buch drin steht. Heute hat sie ein immenses Lesepensum, ist Vielleserin und auch Autorin, die für den Hessischen Rundfunk einen eigenen Kanon entwickelt: Pollatscheks Kanon.

Die brutale Elite

In dieser Folge spricht Mascha Jacobs mit der Schriftstellerin und Anglistin Nele Pollatschek über ihre Lieblingsbücher, ihr enormes Lesepensum an englischen Eliteuniversitäten, Exzentrik, Kindness, den Brexit, Pathologien, die englische Klassengesellschaft, Humor, royale Toyboys, die Brutalität der Upperclass, Oxbridge als fiktionalen Ort und den intellektuellen Manierismus der Deutschen.


PS: Ziemlich beeindruckend, dass Nele Pollatschek, obwohl sie aus keiner bürgerlichen Familie stammt, dann wirklich in Oxford zur Theodizeefrage im viktorianischen Roman promoviert wurde, währenddessen ihren ersten Roman geschrieben hat und ihren Bildungsvorsprung heute nicht vor sich her trägt.

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