30. März 2018
von Katrin Rönicke
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#DigitalDeceit – Warum wir die Demokratie vor Facebook & Co. retten müssen

Ben Scott hat sich diese Frage gestellt und versucht, sie empirisch zu beantworten. Seine Suche begann wie der vieler anderer auch, nach dem Schock über das Brexit-Ja der Briten und dann dem unerwarteten Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl 2016. In seinem Papier „#DigitalDeceit“ (Digitaler Betrug) untersucht er, wie die Mechnismen, die eine immer präzisere Platzierung von Werbung auf digitalen Plattformen ermöglichen, genauso präzise vorraussagen können, wer besonders empfänglich für Propaganda ist.
Gepiqt hat Frederik Fischer das Papier. Als Chefredakteur von piqd setzt er sich seit Jahren intensiv mit dem digitalen Wandel auseinander, hält Vorträge und netzwerkt für eine bessere digitale Zukunft. Dennoch steckte in „#DigitalDeceit“ eine Neuigkeit, die ihn schockiert hat: Wenn schon jetzt mithilfe von Algorithmen Social Media genutzt werden kann, um Leute zu manipulieren, wie wird das erst sein, wenn Künstliche Intelligenz und die geschickte Kombination mit Werkzeugen wie Hootsuite Propaganda regelrecht automatisieren können?
Diese Sorge treibt auch Zeynep Tufekci um. Sie ist Techno-Soziologin, arbeitet an der Universität von North Carolina und in Harward. In ihrem TED-Talk, den sie vor kurzem in New York gehalten hat, malt sie eine dystopische Zukunft: Algorithmen, die uns immer weiter ins Extreme treiben, KIs, die lernen, wann psychische Krankheiten uns besonders anfällig für unkontrollierten Konsum machen, autoritäre Regime, die Facebook dafür bezahlen, einseitige Wahlwerbung zu streuen.
So düster alle diese Entwicklungen sind, die gerade noch am Anfang stehen, so eint alle drei eine Überzeugung: Wir müssen jetzt handeln. Die Politik darf nicht zögern. Es geht um die Zukunft unserer Demokratie.

2. März 2018
von Katrin Rönicke
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Wer stoppt die digitalen Giganten?

Um diese Frage zu diskutieren sind wir in die Kulturkantine im Prenzlauer Berg gegangen und haben die drei Gäste der Sendung an einen Tisch gesetzt – denn zum ersten Mal haben wir einen piqd Salon mit Diskussion und Live-Podcast ausprobiert.
Müssen wir die digitalen Giganten überhaupt stoppen, oder reguliert sich der Markt schon ganz gut selbst? Welche Mittel haben wir überhaupt, sie zu zügeln? Welche Mittel fehlen uns? Sind Verbraucher_innen und Politik wirklich so ohnmächtig, wie es die Autor_innen aus dem von Jörn Klare gepiqten Artikel feststellen?

Die Gäste:
– Anke Domscheit-Berg ist Bundestagsabgeordnete für DIE LINKE und sitzt im Ausschuss für Digitale Agenda. Davor war sie jahrelange Netz-Aktivistin und in ihrem früheren Leben auch schon als Unternehmensberaterin und für Microsoft tätig.
– Thomas Jarzombek ist im Vorstand der CDU/CSU-Fraktion und Sprecher im Ausschuss Digitale Agenda
– Walter Palmetshofer ist Ökonom und seit Jahren netzpolitsch aktiv. Aktuell arbeitet er bei der Open Knowledge Foundation an den Projekten Open Data Incubator for Europe (ODINE), einem H2020-Forschungsprojekt und am Digitalen Offenheitsindex [do:index]

18. August 2017
von Katrin Rönicke
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Die Zukunft des Journalismus

Die Untergangsszenarien in Sachen „guter alter Journalismus“ werden seit der Erfindung des Blogs rege diskutiert. Nahezu jeder hat irgendeine Meinung zu der Sache – aber wie sieht die Zukunft des Journalismus denn nun wirklich aus?

Inputgeber ist dieses Mal der piqer und Journalistentrainer Bernd Oswald. Er sieht den Journalismus nicht in einer Krise, sondern in einer Zeit, die nie so spannend war. Sein Tipp: Die Entwicklung umarmen und mehr auf Storytelling und neue Formate setzen. Die Frage, wie mit journalistischen Angeboten Geld verdient werden soll, nennt er dabei die “Masterfrage”.

Marlies Prinzing lehrt Journalismus an der Hochschule Makromedie in Köln. Für sie ist sind es die Professionalität und das Handwerk, die den Journalismus zu einer Stütze der Demokratie machen. Sie findet, dass Journalistinnen und Journalisten vor allem durch die Professionalität immer ihre Legitimität erhalten können – und damit auch ihren Job.

Nicht ganz so optimistisch ist Paul Nemitz. Er arbeitet für die Europäische Kommission und sein Hauptaugenmerk liegt auf den Grundrechten. Dass Apple, Google und Facebook versuchen, Marktführer oder gar Oligopole in Sachen Nachrichten zu werden, bereitet ihm einige Sorgen.

Vom European Journalism Center in Maastricht kommt Wilfried Ruetten, der inzwischen in Rente ist, der aber mit viel Leidenschaft in die Debatte geht. Dass sich der Journalismus nach dem alten Modell vor allem durch Werbung finanziert hat, fand er ohnehin falsch. Stattdessen setzt er auf Leserfinanzierung und öffentliche Unterstützung – warum geben ARD und ZDF nicht mal was ab?

Der letzte in der Runde, Christoph Becker, vertritt unter anderem genau diese Öffentlich-Rechtlichen, denn er sitzt im Fernsehrat des ZDFs. Gleichzeitig kommt er aus der Musikbranche, die schon vor Jahren die disruptiven Effekte der neuen Technologie hart zu spüren bekam – für ihn dreht sich alles um Relevanz und Legitimation, auch für die Öffentlich-Rechtlichen.

15. April 2017
von Katrin Rönicke
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piqd031 Organisierte Verantwortungslosigkeit im Netz beenden

Wir sprechen über die Ansage der CDU, Facebook zwingen zu wollen, gegen Fake News vorzugehen. Über BIldung im Digigtalen Zeitalter. Über die Möglichkeiten, die das Netz bietet und was die Politik tun kann und sollte, um diese zu gestalten. Als Abgeordneter einer Regierungspartei hat Jarzombek natürlich auch die Aufgabe, die Politik der Regierung positiver darzustellen, als dies vielleicht ein Abgeordneter der Opposition tun würde. Klar. Nichtsdestotrotz versuchen wir in diesem Gespräch, über die nächste Bundestagswahl hinaus zu denken.

7. April 2017
von Barbara Streidl
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piqd030 Podcasting mit Florian Meyer-Hawranek

Im Gespräch geht’s dann noch um das Meme the_schulz, also den Impact von Martin Schulz im Netz und um die Podcast-Offensive bei Spotify. Florian Meyer-Hawraneks Kanäle auf Piqd sind Medien und Gesellschaft Politik und Netz und Videos und Podcasts.

3. März 2017
von Katrin Rönicke
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piqd025 Social Media: Es muss knallen

Dennoch kann auch er sich der Wucht, die Hass und Rassismus im Netz entfalten, nicht komplett entziehen und macht, im Gegensatz zu früher, neue Dynamiken aus. In Social Media finden Unwissenheit und Populismus zueinander, und erreichen ein riesiges Publikum. Und das applaudiert. Teilt. Hetzt.

Keines der Klischees über diese Leute stimmt, sagt Simon, der in der Woche ein paar Stunden für dieses “Dirty Hobby” investiert. Weder seien diese Menschen dumm, noch alle ostdeutsch – vielmehr deckten sie alle gesellschaftlichen Bereiche ab. Wutbürger und Nazis? – nö, eher “normale” Menschen.

Was tun? “Ich glaube, dass guter Lokaljournalismus total wichtig ist”, sagt Simon und hofft, dass Journalist_innen in Zukunft wieder mehr vor Ort anzutreffen sind und mit den Leuten reden.

3. Februar 2017
von Katrin Rönicke
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piqd021 Ein Wahrheitsministerium kann nicht die Lösung sein

Bei unserem Gespräch, das wir im Deutschen Bundestag aufgezeichnet haben, geht es aber auch um ganz aktuelle Themen, wie “Fake News” und die (politischen) Möglichkeiten und Grenzen, dagegen vorzugehen. Ein Wahrheitsministerium kann nicht die Lösung sein, das stellt Konstantin gleich klar – Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das es genauso wie die Persönlichkeitsrechte und alle anderen Bürgerrechte online zu verteidigen gilt. Er ist überzeugt: “Die Demokratie hat immer die Chance zur Selbstkorrektur” und fordert uns alle auf, das, was wir in den letzten Jahren gelernt haben, anzuwenden und diese Selbstkorrektur vorzunehmen.

31. Dezember 2016
von Katrin Rönicke
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piqd016 #33c3 mit Kübra Gümüsay, Natalie Mayroth und Michael Seemann

Auf dem 33. Chaos Communication Congress in Hamburg liefen auch ein paar piqer herum. Katrin mit dreien von ihnen für diesen Videocast gesprochen: Mit Michael Seemann aka mspro über die Talks auf dem Congress, Populismus und, Stereotype. Mit Kübra Gümüsay und Natalie Mayroth über Feminismus, Social Media, die Atmosphäre auf dem Congress, Hass im Netz, Kommunikation und Liebe.

Links:
Kübra: https://www.piqd.de/users/kuebra.guemuesay
Natalie: https://www.piqd.de/users/natalie.mayroth
Michael: https://www.piqd.de/users/michael.seemann

23. Dezember 2016
von Barbara Streidl
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piqd 015: Warum ein Algorithmus den Job nicht alleine machen kann

Gerade wieder in Berlin gelandet, hat sie über die Firma Arvato geschrieben, die gewalttätige, rassistische oder pornografische, ja, einfach abscheuliche Facebook-Inhalte nach bestimmten Firmen-Regeln zensiert oder eben nicht. Nach den Ereignissen in der Woche vor Weihnachten, dem Attentat auf den russischen Botschafter und dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, appelliert sie einmal mehr für eine Neuausrichtung von Medienethik: Muss das Foto des Attentäters hinter dem eben erschossenen russischen Botschafter, das einen ikonografischen, „James Bond“-haften Appeal hat, um die ganze Welt gehen? Und was macht das mit uns?

Der Zusammenhang von Politik und Netz, das ist zweifellos Sonja Peteranderls Kanal bei piqd.

14. November 2016
von Katrin Rönicke
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piqd010 President-Elect Donald Trump

Es ist nicht ganz einfach, zu verstehen, was passiert ist – auch Hakan Tanriverdi, Journalist der Süddeutschen, der in New York lebt, sortiert noch seine Informationen und maßt sich nicht etwa an, uns und der Welt nun alles zu erklären.

Aber er kann gut zusammenfassen, welche Mechanismen und Themen sowohl im Wahlkampf, als auch bei der Wahl selbst eine Rolle gespielt haben: Da ist zum einen die Sache mit den sogenannten “Filterblasen” – Räume im Netz und in der Gesellschaft, in denen wir nur hören und diskutieren, was wir ungefähr sowieso selbst denken. Da ist aber auch die Frage, inwieweit russische Hacker Einfluss auf die Wahl zur mächtigsten Frau oder zum mächtigsten Mann der Welt genommen haben – und was erwartet uns wohl 2017 bei der Bundestagswahl?

Hakan erklärt außerdem, was es mit dem vielgeschmähten Begriff des “Establishments” auf sich hat. Warum konnte Donald Trump Stimmungen einer von der Politik frustrierten Gruppe von Menschen besser einfangen, als die Demokraten, die doch viel mehr für Gerechtigkeit stehen müssten?