piqd Hintergrund

piqd HINTERGRUND #19
“Warum ist diese Branche so fucked up?”

piqd HINTERGRUND #19

“Warum ist diese Branche so fucked up?”

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Die Digitalisierung verändert alles, auch unsere Werbung. Immer noch gibt es zu wenige Frauen in der Tech-Branche. Und haben mittlerweile eigentlich alle verstanden, worum es bei Blockchain geht? Die Themen auf dem Zündfunk Netzkongress 2018 und im piqd HINTERGRUND.

Frauen in der Tech-Branche

In der IT-Branche herrscht seit Jahrzehnten ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Nicht nur das, Frauen werden teilweise systematisch benachteiligt und sexuell belästigt. Das war nicht immer so, wie Maria Fedorova im piqd Salon erzählt. Erst ein bei Tech-Unternehmen beliebter pseudowissenschaftlicher Einstellungstest machte die Branche in den 60er- und 70er-Jahren zum Männerclub. Das ändert sich langsam. Fedorova erwähnt viele aktuelle Beispiele.

"Frauen werden in der IT nicht nur vom offensichtlichen Sexismus und Belästigungen zurückgehalten, es gibt auch noch unterschwellige, aber genauso gefährliche Verhaltensmuster, die man auch nicht so gut ansprechen und erkennen kann." Maria Fedorova ist Zündfunk-Autorin und Frauenpower-Verfechterin. Spricht und schreibt über Feminismus, Popkultur und Politik.

Wie sieht Werbung in der Zukunft aus?

Die Digitalisierung hat Werbung grundlegend verändert: Die Ausspielkanäle, die Wahrnehmung, die Personalisierung. Gregor Schmalzried erklärt das Dilemma: Für Werbetreibende ist es einerseits leichter, zugeschnittene Zielgruppen zu erreichen, andererseits aber auch viel schwieriger, aus der Masse hervorzustechen. Die Nutzer profitieren von relevanteren Werbebotschaften, müssen dafür jedoch große Datenmengen preisgeben.

"Wäre Coca-Cola die erfolgreichste Getränkemarke der Welt geworden, wenn sie von Anfang an nur Werbung ausgespielt hätten an Leute, die dunkelfarbige Limonaden mögen? Vermutlich nicht." Gregor Schmalzried ist Tech-Experte für Zündfunk und den BR24, baut Memes für Puls und hostet den Podcast "Hier nur privat".

Eine kritische Betrachtung der Blockchain-Technologie

Kann das nicht auch eine Datenbank? Michael Seemann hinterfragt kritisch den Nutzen und die Relevanz der Blockchain. Für ihn eignet sich die Technologie nicht als Geld-Ersatz in Form von Krypto-Währungen wie Bitcoin. Sollte die Blockchain sich durchsetzen, befürchtet er ein Phänomen wie nach der Etablierung des Internets: ein Konzentrationsprozess, der zu Großkonzernen wie etwa Google führt, die dann eine Daten- und Machthoheit haben. Für ihn sind Bitcoin und die Blockchain in erster Linie Ideologien.

"Wenn du glaubst, dass das Problem deiner Lösung die Blockchain ist, dann hast du weder die Blockchain noch dein Problem verstanden." Michael Seemann ist Blogger, Kulturwissenschaftler, Autor und Netztheoretiker und empfiehlt regelmäßig guten Journalismus auf piqd.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #18
Der Brexit gefährdet den Frieden auf Irland

piqd HINTERGRUND #18

Der Brexit gefährdet den Frieden auf Irland

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Susanne Klingner, Till Ottlitz und Lukas Schepers erzählen ihre Geschichten hinter der Geschichte: In Folge #18 des piqd HINTERGRUND geht es um den Brexit in Irland, Frauen in der Wirtschaft und einem Rechercheprojekt in Griechenland.

Der EU-Austritt bricht in Irland alte Wunden auf

Zwei Jahre sind seit dem Referendum über den Austritt Großbritanniens und Nordirlands aus der EU vergangen. Für die Bewohner der beiden Irischen Staaten könnte der Brexit besonders gravierende Folgen haben. Die gemeinsame EU-Mitgliedschaft erlaubt seit 20 Jahren eine “weiche” Grenze. Sollten durch den Austritt der Nordiren Zollstellen oder gar Grenzkontrollen wieder alltäglich werden, stellt das einen erheblichen Eingriff in den irischen Frieden dar. An der irischen Grenze hat Till Ottlitz für seinen Beitrag recherchiert und legt anhand zahlreicher Gespräche dar, welche Faktoren den Frieden möglich machen.

Till Ottlitz arbeitet als Journalist für Bayern 2 und PULS.

nέοs kόsmοs – Ein tiefer Einblick in die griechische Gesamtsituation

Fünf Wochen lang fuhr Lukas Schepers mit den Fotografen Philipp Meuser und Kolja Warnecke durch Griechenland um ein einzigartiges Rechercheprojekt auf die Beine zu stellen. Das Team sammelte unzählige Stunden an Audio- und Videomaterial sowie tausende Bilder aus denen sie ein interaktives Journalismuserlebnis schufen.

"Mir kam es immer so vor, als würden die Leute, auf deren Schultern das [Spar- bzw. Rettungsprogramm] ausgetragen wird, komplett ignoriert werden." Lukas Schepers arbeitet als freier Autor und Journalist und ist Mitherausgeber des jungen Literaturmagazins „nous“.

Plan W: Emotionen am Arbeitsplatz

Plan W ist das Wirtschaftsmagazin der Süddeutschen Zeitung mit einem Fokus auf Frauen in der Wirtschaft und die Veränderungen, die sie anstoßen. Etwa wenn es um Emotionen im Job geht. Für Frauen galt lange “Du darfst nicht am Arbeitsplatz weinen”, sagt Susanne Klingner, die Plan W mitkonzipiert hat und den Podcast produziert. Emotionale Reaktionen werden bei Männern viel eher toleriert als bei Frauen. Dafür wäre es aber verpönt als Mann Schwäche zu zeigen. Jedoch findet ein Wandel statt, der “authentische Mensch” nehme eine stärkere Rolle in der Unternehmenskultur ein.

"Die Episode geht auch dem Phänomen nach, dass ein Unterschied gemacht wird zwischen weiblichen Emotionen und männlichen Emotionen." Susanne Klinger ist Journalistin, Podcasterin und Mit-Gründerin von Hauseins.fm. Außerdem produziert sie unter anderem den Plan W Podcast der Süddeutschen Zeitung.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #17
Das Meer steigt, der Boden sinkt

piqd HINTERGRUND #17

Das Meer steigt, der Boden sinkt

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Im Kernbereich Jakartas leben derzeit etwa 9,5 Millionen Menschen. Weite Teile der Stadt liegen bereits jetzt unter dem Meeresspiegel. Stärker als viele andere Städte droht Jakarta im Meer zu versinken.

Jakarta versinkt

"Das Eindrücklichste war ein Fischerviertel. Das ist ein Slum, die Menschen da wohnen in Bretterbuden. Die liegen unter dem Wasserspiegel und sind mit Holzstegen verbunden. Die Menschen leben da also quasi im Wasser." Nina Belz hat sich das Problem in Jakarta angeschaut.

Bisher wurden nur behelfsmäßige Maßnahmen umgesetzt. Dort, wo die Gefahr der Überflutung am höchsten ist, werden eilig Mauern gebaut und Sandsäcke ausgelegt. Ein “großes, ganzheitliches Schutzkonzept” gebe es noch nicht, sagt Nina Belz.

Die Stadt sieht sich weiteren Problemen ausgesetzt: Illegale Wasserpumpen versorgen zwar die Bevölkerung mit Trinkwasser, tragen aber gleichzeitig zum Absinken des Bodens bei. Es gibt kein funktionierendes Entsorgungssystem, nur Grundzüge einer Kanalisation, weshalb Flüsse und Staubecken zu Kloaken werden. Die Regierung sucht fieberhaft nach Lösungen, letztlich fehlt aber auch das Geld, um alle Problemen zu beseitigen.

Das war eine Kurz-Ausgabe vom piqd-Hintergrund. Durch den Podcast führt Florian Schairer.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #16
„Es geht um Daten!“

piqd HINTERGRUND #16

„Es geht um Daten!“

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

In der sechzehnten Folge piqd HINTERGRUND sprechen wir über die Kommerzialisierung des Gehirns, den geplanten Cyberstaat Chile und Pharmaexperimente in Kinderheimen. Unsere Gäste sind Christiane Miethge, Christiane Hawranek und Anna-Verena Nosthoff & Felix Maschewski.

Gehirn-Kommerz

Tech-Unternehmen investieren derzeit viel Geld in Forschungsprogramme, die eine Computer-Gehirn-Schnittstelle ermöglichen sollen. Facebook möchte es Nutzern beispielsweise ermöglichen, Kraft der Gedanken hundert Wörter pro Sekunde zu diktieren. Was einerseit toll klingt, birgt andererseit auch wieder einen tiefen Eingriff in die Privatsphäre. Christiane Miethge spricht darüber, ob mit dem Gehirn-Kommerz das Ende der Gedankenfreiheit eingeläutet werde. Für ihre Recherche hat sie mit Wissenschaftlern, Ärzten und Unternehmern gesprochen, die sich einig sind, dass die Schnittstelle für den Gehirn-Kommerz kommen wird.

"Vielleicht geht es nicht ums Gedankenlesen im eigentlichen Sinne. Vielleicht geht’s nicht darum jedes Wort zu verstehen. Es geht um etwas ganz anderes. Es geht um Daten." Christiane Miethge, Autorin beim Bayerischen Rundfunk

Heimkinder als Versuchsobjekte für Psychopharmaka

Pia Dangelmayer und Christiane Hawranek sind einem Skandal auf die Spur gekommen. In einigen bayerischen Kinderheimen wurden in den 1960er und 1970er Jahren Medikamentenversuche mit Kindern durchgeführt, vermutlich finanziert von Pharmaunternehmen.

"Da ziehen sich jetzt viele darauf zurück und sagen: das war ja in einer ganz anderen Zeit. Und es waren ja nur Kinder." Christiane Hawranek, Redakteurin für den BR.

Ärzte und Heime verdienten, die Kinder hatten mit den Folgen zu kämpfen. Einer von ihnen, Martin, sitzt heute im Rollstuhl und ist schwer lungenkrank. Die Aufklärung läuft allerdings schleppend, ein großes Interesse von Seiten des Staates und der Träger besteht daran möglicherweise ohnehin nicht.

Cyberstaat und schillernde Persönlichkeiten in Chile

Anfang der 1970er Jahre entstand in Chile eine computergesteuerte Utopie. Ein vernetzter Supercomputer sollte Politik und Wirtschaft im Land koordinieren und optimieren. Diese spektakulär klingende Idee stammte vom britischen Unternehmensberater Stafford Beer. Er hat die “Management-Kybernetik” entwickelt und schwankte selbst zwischen Extravaganz und Einsiedlertum.

Für den chilenischen Präsidenten Salvador Allende hat er das Projekt Cybersyn entwickelt, quasi eine Maschine für direkte Demokratie. Trotz einer bestandenen Bewährungsprobe kam das System nie richtig zum Einsatz – im September 1973 kam General Pinochet durch einen Putsch an die Macht. Der Opsroom wurde zerstört.

"Stafford Beers Ziel war der Gesellschaft Chiles ein elektronisches Nervensystem zu implantieren. Das heißt man war auf der Suche nach einem staatstragenden, perfekten Algorithmus." Felix Maschewski ist Germanist, Wirtschaftswissenschaftler, freier Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsgestaltung Berlin. Er hat den Text gemeinsam mit Anna-Verena Nosthoff, Philosophin, politische Theoretikerin und freie Autorin, geschrieben.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #15
NSU – Wie geht es weiter?

piqd HINTERGRUND #15

NSU – Wie geht es weiter?

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

In Folge 15 des piqd HINTERGRUND spricht Florian Schairer mit Ariane Alter & Linda Becker, Thies Marsen und Rainer Schwochow über ihre Recherchen. Es geht um Sex mit Behinderung, das Ende des NSU-Prozesses und die landesweiten Spekulationen mit Bauland.

Der NSU-Prozess – das Urteil und die Folgen

Thies Marsen ist Experte für Rechtsextremismus. Für den BR war er fünf Jahre Prozessbeobachter beim NSU-Prozess in München. Wie die Nebenkläger ist auch er entsetzt von den milden Urteilen: “Ich weiß nicht, ob das alle mitbekommen haben, aber der Schlussakkord des NSU-Prozesses waren jubelnde Nazis.” Dass rechte Gewalt nicht ausreichend sanktioniert wird, das wird in Zukunft zu weiteren Gewaltausbrüchen führen. Die “Triotheorie”, also dass der NSU angeblich nur aus drei Mitgliedern bestand, kritisiert Thies Marsen genauso wie die Verwicklungen des Staates und die insgesamt mangelhafte Aufklärung:

"Der Staat hätte alles dafür tun müssen, dass in diesem Prozess wenigstens von seinen Leuten wahrheitsgemäß ausgesagt wird. Und dass das nicht passiert ist, das ist ein Skandal, den sich die Politik anrechnen muss." Thies Marsen

“Im Namen der Hose” – Sex mit Behinderung

Offen und ehrlich über Sex und Sexualität sprechen, ohne dabei “schmuddelig” zu werden. So beschreiben Linda Becker und Ariane Alter ihren Sexpodcast bei PULS. Damit haben sie einen Nerv getroffen – ihr Podcast taucht regelmäßig in den Podcast-Charts auf. “Sex mit Behinderung” war für sie ein unterrepräsentiertes Thema, dem sie mehr Aufmerksamkeit schenken wollten. In dieser Folge sprechen sie mit Max und seiner Freundin darüber, wie Sex mit Querschnittslähmung geht. Außerdem berichten sie im piqd-Hintergrund von ernsten, inspirierenden und skurrilen Erfahrungen mit und um den Podcast.

"Uns geht es auch so, wir sind auch nicht perfekt und: Macht euch mal locker, das ist jetzt kein Staatsakt mit dem Sex." Ariane Alter und Linda Becker von "Im Namen der Hose"

Steigende Mieten – das spekulative Geschäft mit Grundstücken

Wohnen wird immer teurer. Das liegt auch an steigenden Preisen für Baugrund. In München macht der Bodenpreis bereits fast 70 Prozent der Baukosten für ein Wohnhaus aus. Das lockt überall in Deutschland Investoren an, die mit Baulandspekulationen Rendite machen wollen. Denn nach zehn Jahren, wenn die Frist für die Spekulationssteuer abgelaufen ist, muss man keine Steuern auf die Gewinne zahlen. Geld verdienen an der Wohnungsnot, ohne zu bauen, das geht – selbst wenn man Gebäude einfach verfallen lässt, wie beim Münchner “Döner macht schöner”-Haus.

"Wenn er das Haus nach zehn Jahren verkauft, wenn die Spekulationssteuer wegfällt, dann muss er nichts davon versteuern. Dann hat er fünf Millionen Euro in zehn Jahren verdient, ohne etwas dafür zu machen." Rainer Schwochow, Hessischer Rundfunk

In seinem ARD-Radiofeature zeigt Rainer Schwochow: Ob Steuern, Baurecht, Mieten, Begrenzung von Wohneigentum oder höhere Quoten für Sozialwohnungen – es gäbe viele Dinge, die man auf Bund-, Länder- und Kommunalebene ändern könnte. Und diese Gesetzesänderungen müssen die Bürger von der Politik endlich einfordern.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #14
„Ich war immer da“

piqd HINTERGRUND #14

„Ich war immer da“

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Florian Schairer spricht im piqd-Salon mit Pascale Müller, Kristina Forbat und Tobias Ginsburg über ihre spannenden Recherchen. In der vierzehnten Folge des piqd HINTERGRUND geht es um Missbrauch von Erntehelferinnen, die Lage in der Slowakei nach dem Journalistenmord und eine Undercover-Recherche bei Reichsbürgern.

Reichsbürger – von Verschwörungstheorien, einem Königreich und Umsturzplänen

"Es war Aufruhr, niemand hat mich recherchiert und ich war immer da." – Tobias Ginsburg

Tobias Ginsburg verbrachte für sein Buch mehrere Monate mit und bei Reichsbürgern. Der jüdische Autor und Regisseur hat quer durch Deutschland verschiedene Gruppierungen besucht, war Untertan eines Königreichs, machte mit bei Plänen zum Sturz der BRD GmbH und für ein germanisches Siedlungsprojekt in Russland. Dabei lernte er gewaltbereite Neonazis und friedensbewegte Esoteriker kennen. Aber auch Biedermänner, von denen manche heute für die AfD im Bundestag sitzen.

"Direkt bei meinem ersten Ausflug wurde relativ schnell klar, dass das weitaus mehr ist als dieses kuriose Gewächs von Extremismus. Hinter diesem scheinbaren Wahnsinn steckt System." Tobias Ginsburg erzählt in dieser Folge, wie es war, ein Jahr unter Reichsbürgern zu verbringen.

Unmenschlicher Umgang mit Erntehelferinnen in Spanien, Marokko und Italien

"Es ist ein riesiges, abgelegenes Gelände. Er könnte mich einfach irgendwo vergraben. Niemanden würde es interessieren, niemand würde es herausfinden." – eine marokkanische Erntehelferin in Spanien

Pascale Müller und Stefania Prandi haben sich auf eine aufwendige und gefährliche Recherchereise zu Erntehelferinnen in Spanien, Marokko und Italien begeben. Im piqd-Salon berichtete Pascale Müller von den Bedingungen vor Ort: Viele Frauen werden von ihren Vorgesetzten gedemütigt und geschlagen. Die beiden Journalistinnen haben mit über 100 Frauen gesprochen – 28 von ihnen wurden vergewaltigt. Nun gibt es neue Entwicklungen: Die Missstände werden nun auch im spanischen Parlament diskutiert. Es gab mehrere Anzeigen von Frauen gegen ihre Vorgesetzten.

"Kalima arbeitet auf einer Erdbeerfarm nur wenige Kilometer entfernt und das Leben dort ist die Hölle. [...] Und dann ist da ihr Vorgesetzter Abdelrahman, ein Mann aus Marokko. Der Fall bei Kalima war für uns so wichtig, weil Kalima dann im nächsten Satz gesagt hat: 'Ich will das jetzt anzeigen, wir fahren zur Polizei!'" Pascale Müller war monatelang in Spanien und Marokko unterwegs, um mit den Frauen zu sprechen, die unsere Erdbeeren pflücken.

Politischer Aktivismus in der Slowakei nach Journalistenmord

Nach dem Mord an Investigativ-Journalist Ján Kuciak und seiner Verlobten im Februar 2018 haben viele Slowakinnen und Slowaken ihren Unmut geäußert. Gerade junge Menschen haben begonnen, sich zu organisieren und regelmäßig zu demonstrieren. Kristina Forbat hat auf ihrer Recherchereise aktuelle und ehemalige Aktivisten getroffen und schildert in einer arte-Dokumentation die Stimmung vor Ort. Außerdem berichtet sie über die Korruption im Alltag vieler Menschen in der Slowakei.

 "Ich bin selber gebürtige Slowakin und hab mich gefragt: Was ist denn los in meinem Land? Massenproteste? Die gab's doch seit 1989 nicht mehr. Denn die Slowaken sind jetzt bislang nicht aufgefallen [...] als ein Volk, das regelmäßig massenhaft demonstriert." Kristina Forbat ist nach dem Mord am Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten durch die Slowakei gereist.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #13
TRANSformation

piqd HINTERGRUND #13

TRANSformation

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

In diesem piqd HINTERGRUND geht es um Clickworking, deutsche Waffenexporte und eine TRANSformation. Die Gäste von Florian Schairer in der dreizehnten Folge: Laura Meschede, Philipp Grüll und Christina Wolf.

Clickworking und die Zukunft der Arbeit

Laura Meschede hat es selbst ausprobiert: Die Journalistin hat für drei Monate als Clickworker bei Amazon Mechanical Turk gearbeitet, sich mit “Turkern” auf der ganzen Welt ausgetauscht und ein paar sogar in Indien besucht. Was macht die Arbeit aus, für wen lohnt sich Clickworking und wer sind die Menschen, die “clickworken”? In ihrer Reportage für das Magazin der Süddeutschen Zeitung geht sie der Frage nach, ob das tatsächlich die Zukunft der Arbeit ist.

"Man muss die digitale Entwicklung und den Verlust von Arbeitsrechten voneinander trennen – denn Clickworking ist auch mit Arbeitnehmerrechten möglich." Laura Meschede schreibt unter anderem für Süddeutsche Zeitung, taz, Zeit Online und Vice.

Rendite um jeden Preis?

Die Produkte deutscher Waffenhersteller unterliegen strengen Exportregulierungen. Doch was, wenn eine deutsche Firma eine Fabrik auf Sardinien baut, die eine hundertprozentige Tochter des Unternehmens ist? Dann fühlen sich weder deutsche noch italienische Regulierer zuständig, meint der Reporter Philipp Grüll. Gemeinsam mit Karl Hoffmann hat er in der Investigativ-Reportage “Bomben für die Welt” die Geschäftspraktiken eines deutschen Rüstungskonzerns untersucht.

"In Deutschland herrscht eine Doppelmoral [...] und die Politik macht sich dabei nicht ehrlich." Philipp Grüll arbeitet beim Bayerischen Rundfunk und ist Redakteur beim Politikmagazin Report München.

Von Steffi zu Henri

Es ist keine leichte Aufgabe, diese persönliche Geschichte richtig zu erzählen. Christina Wolf hat es geschafft, sie hat die Transformation ihrer besten Freundin Steffi hin zu Henri mit dem Mikrofon begleitet. Herausgekommen ist ein Podcast, der auf Anhieb die Apple Podcast Charts gestürmt und jede Menge positiver Resonanz, auch aus der LGBT-Szene hervorgerufen hat.

"Was ist, wenn deine beste Freundin eigentlich dein bester Freund ist? Ich hab teilweise ein Handy auf den Tisch geknallt und Aufnahme gedrückt, damit wir nicht checken, dass wir aufnehmen. Und das vergisst du." Christina Wolf moderiert beim Bayerischen Rundfunk.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments
piqd HINTERGRUND #12 </br> Die Spur führt nach Russland

piqd HINTERGRUND #12
Die Spur führt nach Russland

piqd HINTERGRUND #12

Die Spur führ nach Russland

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Hacker im Regierungsnetz, Nazi-Rufe beim Länderspiel und norwegische Reporter, die gegen einen Kinderporno-Ring kämpfen. Unsere Themen im in der zwölften Folge von piqd HINTERGRUND.

Nazi-Rufe bei Länderspiel ohne rechtliche Konsequenzen

Im September 2017 gab es beim Fussball-Länderspiel zwischen Deutschland und Tschechien “Sieg Heil”- und andere Nazirufe. Die Empörung danach war groß. Die Spieler, Bundestrainer Löw, DFB-Offizielle und verschiedene Politiker verurteilten die Vorkommnisse.

"Wir sind auch nicht deren Nationalmannschaft und das sind auch nicht unsere Fans." – Joachim Löw, Fussball-Bundestrainer

„Was passiert jetzt?“, fragten sich danach Sammy Khamis und Niklas Schenk nach den Ankündigungen, es werde Strafverfahren geben. Mit Hilfe der Videoaufnahmen vom Spiel sollte gelingen, die Verantwortlichen zu identifizieren. Konsequenzen bisher? Keine. Keine guten Vorzeichen für die WM 2018 in Russland.

Hacker im Regierungsnetz – Die Spur weist nach Russland

Die Bundesregierung brachte im vergangenen Jahr ein Gesetz auf den Weg, das deutsche Institutionen vor Hacks schützen soll: Das IT-Sicherheitsgesetz. Im Februar kam dann heraus, dass das Regierungsnetz gehackt wurde. IT-Sicherheits-Experte Hakan Tanriverdi hat für die SZ über den Fall berichtet. “Der Finger zeigt nach Russland”, überschrieb er den Artikel. Zwar weisen Indizien auf eine bekannte russische Hackergruppe hin, stichhaltige Beweise zu finden, ist jedoch ein großes Problem. Die Recherche ist aufwendig, Informationen bekommt er oft nur bei persönlichen Treffen.

Norwegische Reporter und australische Polizisten zerstören Kinderporno-Netz

Eineinhalb Jahre haben die norwegischen Journalisten in die Recherche gesteckt, um die Menschen hinter einem Kinderpornografie-Netzwerk im Darknet zu finden. Ein erster Erfolg kam nach ein paar Monaten, als sie einen norwegischen Nutzer der Plattform ausfindig machen und der Polizei melden konnten. Er hatte mit dem Missbrauch eines Elfjährigen angegeben.

"It is really important, not to work on a project like this alone." – Håkon F. Høydal, Einar Otto Stangvik

Einar Stangvik, der vorher als IT-Experte arbeitete, konnte den Server des Netzwerks ausmachen. In Zusammenarbeit mit der australischen Serverfirma fanden die beiden Journalisten heraus, dass eine Spezialeinheit der australischen Polizei hinter der Seite steckte, um Opfer zu retten und Nutzer zur Rechenschaft zu ziehen. Das komplette Gespräch gibt es hier.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #11
Ausgeraucht und ausgeträumt?

piqd HINTERGRUND #11

Ausgeraucht und ausgeträumt?

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Wie steht die neue Regierung zur Legalisierung von Cannabis, welche Rolle hat die Bundeswehr in Mali und wie ist es, mit 75 Jahren an einem letzten großen Hundeschlittenrennen teilzunehmen? Die Themen im Folge elf des piqd HINTERGRUND.

Cannabis-Interview mit Regierungsbeauftragter

piqer und Podcaster Florian Schairer spricht in der elften Ausgabe des „piqd-Hintergrunds“ zum ersten Mal über einen eigenen Beitrag. Für den BR Zündfunk hat er äußerst kritisch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler zur Legalisierung von Cannabis interviewt. Insbesondere bezüglich der widersprüchlichen Gesetzeslage gab es Differenzen. Seine Nachfragen brachten ihm im Nachhinein sogar eine Beschwerde ein, er habe Frau Mortler unterbrochen und “argumentiert wie der Hanfverband”.

Bundeswehr und Drogenbarone von Mali

In Mali ist die Bundeswehr mit etwa 1.000 Soldaten an einer extrem gefährlichen UN-Mission beteiligt. Bettina Rühl hat ein investigatives Feature für die ARD produziert, das die Rolle der Bundeswehr in einem chaotischen wie gefährlichen Land beleuchtet. Sie sprach vor Ort mit den Vertretern der unterschiedlichen Gruppen über ihre Motive und warum es immer noch keinen Frieden gibt.

Besondere Freundschaft in Grönland

Die Journalistin Isabel Stettin und Fotograf Sascha Montag haben im Februar im piqd-Salon in München live über ihre Reportagereise nach Grönland gesprochen. Sie begleiteten einen der letzten grönlandischen Jäger Jakob Unnartoq und seinen jungen Schüler Knud. Dabei erlebten sie auch, wie Uunartoq mit seinen 75 Jahren an seinem letzten großen Hundeschlittenrennen teilnimmt.

"Dort in der Wohnstube zu sitzen und zu denken, ich bin jetzt hier in so einem kleinen Dorf am Ende der Welt und Teil der Gemeinschaft, der Familie. Das war ein besonderer Moment." Sascha Montag und Isabel Stettin

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #10
Mann stirbt – und fünf Jahre lange merkt es keiner

piqd HINTERGRUND #10

Mann stirbt – und fünf Jahre lange merkt es keiner

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Eine konstruktive Debatte über Feminismus, Langeweile bei einer NATO-Übung und ein Extrembeispiel für Einsamkeit im Alter. Unsere Themen in der zehnten Folge piqd HINTERGRUND.

Growth-Hack Feminismus – Die Diskussion im piqd-Salon

Die Debatte um Feminismus, #MeToo und das Verhältnis der Geschlechter polarisiert. Warum ist das so? Und geht es auch konstruktiver? Diese Frage haben sich Antje Schrupp, Nils Pickert und Paula Irene Villa gemeinsam mit dem piqd-Chef Marcus von Jordan im piqd-Salon gestellt.

"Es betrifft uns alle persönlich und es ist deshalb eine intime Frage, wie ich zum Feminismus stehe. Deswegen sind die Diskussion auch nachvollziehbar erregter als zum Beispiel beim Thema Atomkraft." Antje Schrupp Bloggerin und Journalistin

Eine spannende Diskussion im neuen Live-Veranstaltungsformat von piqd.

15 Tage im Fake-Krieg in Bayern

Undercover an einer NATO-Übung in Bayern teilnehmen: Was zunächst aufregend klingt, entpuppt sich für einen Journalisten schnell als äußerst langweilige Mission. Für einen Tagessatz von knapp 90 Euro ist er für zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten, als “Civilian on the Battlefield”.

"60 Menschen sitzen in einem Fake-Dorf mit Fake-Bierdosen in einem Fake-Café und warten auf einen Fake-Krieg, der nicht kommt. Das ist an Absurdität schwer zu überbieten." – Alexander Schnell

Das allerdings hat Schnell – übrigens ein Pseudonym – nicht davon abgehalten, trotzdem eine spannende Reportage über seine Erlebnisse zu schreiben. Im piqd-Hintergrund spricht er über die gähnende Langeweile und die Herausforderungen bei den Begegnungen mit den anderen Fake-Zivilisten, denen er nicht von seinem echten Leben erzählen konnte.

Einsamer Tod – Ein Extrembeispiel der Einsamkeit

Fünf Jahre lang liegt Herr D. unentdeckt in seiner Berliner Wohnung. Eigentlich eine undenkbare Situation. Und doch sterben in Deutschland viele Menschen so einsam, dass es wochen-, monate- oder gar jahrelang niemand bemerkt. Johannes Nichelmann wollte es genauer wissen: Warum hatte so lange Zeit niemand bemerkt, dass Herr D. gestorben war?

"Es sind Schicksale, die in sämtlichen westlichen Zivilisationen seit hunderten von Jahren tatsächlich regelmäßig passieren. Das ist kein Phänomen der Neuzeit." Johannes Nichelmann

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments