piqd Hintergrund

piqd HINTERGRUND #9
Geraubte Kinder im Krieg

piqd HINTERGRUND #9

Geraubte Kinder im Krieg

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Linksterroristen auf der Flucht, eine Krankenhaus-Odyssee bei Eileiterschwangerschaft und der Raub polnischer Kinder im zweiten Weltkrieg. Unsere Themen in Folge 9 des piqd HINTERGRUND.

Exil-Besuch bei ehemaligen Linksterroristen

Thomas Walter hält sich seit 22 Jahren versteckt. Denn ihm wird vorgeworfen, mit zwei Freunden einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Zur Tat kam es nicht, trotzdem sind die drei Männer nach Venezuela geflohen. Jetzt versinkt das Land zunehmend im Chaos, während in Deutschland die Verwandten sterben. Gerne würde Thomas Walter seinen dementen Vater noch einmal sehen. Aber dafür ins Gefängnis gehen? Christoph Scheuermann berichtet über die Konsequenzen einer radikalen Entscheidung.

"Das Irre ist, dass all das, was ihm vorgeworfen wird, relativ klar und deutlich auf der Internetseite des Bundeskriminalamts nachzulesen ist. [...] Er steht da unter den meistgesuchten Schuldigen."Spiegel Korrespondent Christoph Scheuermann ist ist der Großcousin von Thomas Walter.

Eileiterschwangerschaft als Krankenhaus-Odyssee

Eine Eileiterschwangerschaft ist selten und kann heutzutage früh festgestellt und abgebrochen werden. Dennoch geht von ihnen eine enorme Gefahr für die Schwangeren aus. Als Teresa Buecker, Chefredakteurin von Edition F, nachts mit ihrem Freund unter großen Schmerzen die Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses aufsucht, vermutet sie bereits eine Eileiterschwangerschaft. Florian Schairer spricht mit ihr über diese Nacht, über die Versorgung schwangerer Frauen und wie wichtig Empathie in einem Krankenhaus ist.

"Ich glaube das Schlimmste war tatsächlich, dass sich niemand um mich gekümmert hat. Also, dass auch niemand da war, um mir die Angst zu nehmen." Teresa Buecker hat selbst eine Eileiterschwangerschaft erlebt.

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piqd HINTERGRUND #8
„Aufstehen, wenn man ganz am Boden ist“

piqd HINTERGRUND #8

„Aufstehen, wenn man ganz am Boden ist“

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Flüchtlinge prostituieren sich, die Sicherheitsleute in Unterkünften fungieren als Zuhälter. Straßenkinder in Kambodscha gründen eine Death-Metal-Band und Lars Langenau sammelt Schicksalsschläge. Unsere Themen in der achten Folge piqd HINTERGRUND.

Prostitution in Flüchtlingsheimen – Sicherheitsleute als Zuhälter?

Susana Santina und Shams Ul-Haq gehen für eine Recherche dem Gerücht nach, dass sich in Berliner Flüchtlingsheimen Flüchtlinge prostituieren. Mit versteckter Kamera können sie dies belegen, und finde heraus, dass Sicherheitspersonal involviert ist. Die Geflüchteten müssen irgendwie Geld verdienen, die Sicherheitsleute nutzen das aus. Und die Freier sind oft ohne Skrupel. Je jünger, desto besser, sagt einer.

Death Metal in Kambodscha

Es ist eine wirklich unerwartete Erfolgsstory. Drei schwer erziehbare Waisenkinder bereiten ihrem Betreuer großes Kopfzerbrechen. Eines Abends nimmt er sie mit in eine Bar, in der eine Hardcore Band spielt. Und die Teenager finden ihre Bestimmung. Am nächsten Tag starten sie ihre Band Doch Chkae, übersetzt Straßenköter. Fabian Peltsch berichtet von einer idyllischen Gegenkultur, mit vielen „surrealen Details“ Details.

Schicksalsschläge: Jeder hat so eine Geschichte

Lars Langenau schreibt die persönlichen Tiefpunkte und Schicksalsschläge von Menschen auf. 40 Protokolle hat er so bisher für die Reihe „Überleben“ der Süddeutschen Zeitung verfasst. Er spricht über den Anfang und erzählt von einigen Geschichten im Detail:

"Wenn ich die Summe dieser ganzen Geschichten sehe, dann geht es immer darum, wie Menschen es schaffen, wenn sie ganz am Boden sind, wie sie wieder aufstehen können." Lars Langenau

Eines der Schicksale ist das der Schauspielerin Ingrid Steegers. Sie wurde von ihrer Familie misshandelt und sexuell missbraucht, später von verschiedenen Männern vergewaltigt. Heute, mit 70 Jahren, managet sie sich selbst und steht wieder auf der Bühne.

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piqd HINTERGRUND #7
Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

piqd HINTERGRUND #7

Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

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Alexander Grau findet, dass die Hypermoral den öffentlichen Diskurs regiert. Heinz-Christian Strache ist Vorsitzender der FPÖ und pflegt noch immer Kontakte zur rechten Szene. Und Christine Hamel spürte dem Lenin-Mythos in Russland nach. Unsere Themen in der siebten Folge von piqd HINTERGRUND.

Die Neonazi-Vergangenheit eines Spitzenpolitikers

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war als junger Mann in der Neonazi-Szene aktiv. Leila Al-Serori und Oliver Das Gupta haben diese Zeit mit großem Aufwand akribisch und präzise rekonstruiert. Dass ein Politiker mit einer solchen Vergangenheit so erfolgreich Karriere macht, ist in Europa einzigartig und ruft Bedenken hervor. Die Recherche wurde in zwei Teilen in der Süddeutschen Zeitung als “Die Akte Strache” veröffentlicht.

"Was wirklich auffällig ist, ist dass er nach wie vor diese Zeit in der Neonazi-Szene nicht einmal als Fehler bezeichnen möchte. Er zieht da keinen Schlussstrich. Er hat offenkundig gar nicht vor sich davon richtig zu distanzieren." Oliver Das Gupta

Das gespaltene Verhältnis der Russen zu Lenin

Das Radiofeature “Mapping Lenin” von Christine Hamel ist das Ergebnis einer einmonatigen Recherchereise durch Russland. Im Beitrag kommen auch Menschen aus abgelegeneren Orten zu Wort. Die tragen häufig “Lenin” im Namen. Lenin selbst spielt im öffentlichen Leben hingegen kaum mehr eine Rolle.

"Der Personenkult um Lenin ist noch lebendig, der Wunsch nach einer Vision in der Welt, dieses Verlangen nach einer Idee, die weit über den Alltag hinausreicht." – Christine Hamel

Die Regierung hat eine wirksame Erzählung um den starken russischen Staat geschaffen. Für Revolutionsgedanken ist da kein Platz.

Das Zeitalter der Hypermoral

In “Sein und Streit” bei Deutschlandfunk Kultur hat der Philosoph Alexander Grau über die “Hypermoral” gesprochen. Also darüber, dass wir immer häufiger moralisch statt sachlich argumentieren. Wer nüchtern argumentiert, gilt schnell als empathielos und unsympathisch, erklärt Grau. Politiker können beispielsweise Zustimmung in der Gesellschaft nicht ausschließlich mit rationalen Argumenten erreichen. Hinzu kommt, dass viele Themen, beispielsweise technischer Natur, heute direkt moralisch diskutiert werden.

"Es ist natürlich hochgradig irrational, Atomkraftwerke abzuschalten, weil es ein Erdbeben in Japan gab." Alexander Grau, Philosoph

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piqd HINTERGRUND #6
„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

piqd HINTERGRUND #6

„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

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Emran Feroz recherchiert in Afghanistan über die zivilen Opfer von Drohnenangriffen. Anne Fromm berichtet nach der Geburt ihres Sohnes aus erster Hand über den Hebammen-Mangel. Und Martin Krohs will, dass Journalismus gemeinnützig finanziert wird. Wir haben die Autorinnen im für die sechste piqd HINTERGRUND-Folge getroffen.

“Tod per Knopfdruck” Über die zivilen Opfer von Drohnen-Angriffen

Die Menschen in der afghanischen Provinz sind auf sich allein gestellt. Niemand interessiert sich für sie, niemand kommt sie besuchen. Berichtet wird über sie aus der Distanz. Für Emran Feroz war irgendwann klar: Um authentisch berichten zu können und aus Respekt vor den Betroffenen und Bedrohten musste er mit den Menschen vor Ort reden. Wie schrecklich die Situation für die Menschen in Gebieten mit Drohneneinsätzen ist, wurde ihm erst klar, als er wieder in Deutschland war.

Wenn hier ein Unfall passiert, sind gleich Psychologenteams da, betreuen die Menschen. Dort findet so ein Angriff statt, dann gehen die Angehörigen selber hin, sammeln die Leichenteile auf, machen schnell die Beerdigung und dann leben die einfach weiter. Emran Feroz hat ein Buch über den US-amerikanischen Drohnenkrieg geschrieben.

Feroz kritisiert die fatale Widersprüchlichkeit von Drohnenangriffen. Die meisten Staaten, die Drohnenangriffe durchführen, nennen sich demokratische Rechtsstaaten, sagt er. Dort gibt es einen Prozess, bevor jemand verurteilt wird. Im Nahen Osten reicht dann aber auf einmal ein Verdacht aus, um ein Todesurteil zu fällen.

Versorgungsmangel bei Geburten in Berlin Ein Erfahrungsbericht

Vor der Geburt ihres ersten Kindes hatte Anne Fromm eine klare Vorstellung, wo sie ihr Kind zur Welt bringen will. Es sollte ein Krankenhaus mit Neonatologie sein, einer Station für Neugeborene, falls es bei der Geburt Probleme geben sollte. Als sie dann ihre Wehen bekam, lief plötzlich nichts mehr nach Plan. In der Klinik gab es keinen freien Kreißsaal.

"Ich hab mich natürlich auch total allein gelassen gefühlt. Man hat uns die Illusion verkauft, ihr seid bei uns sicher und euch kann nichts passieren und dann heißt es einfach nur: Ja, bei uns heute nicht, auf Wiedersehen, guckt mal, wie es so läuft."- Anne Fromm, taz

Anne Fromm recherchiert nach der Geburt weiter und findet heraus, dass sie nicht die Einzige ist, die eine negative Geburts-Erfahrung gemacht hat.

Gemeinnützige Förderung für Journalisten

Seit 2014 berichtet dekoder.org aus und über Russland. Und für diese exzellente Arbeit wurde die Seite 2016 sogar mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Momentan wird dekoder noch privat von Martin Krohs finanziert und projektbezogen über Stiftungen gefördert. Mittelfristig soll es aber eine Möglichkeit geben, aus dem “dritten”, also dem gemeinnützigen Sektor finanziert zu werden. Denn Krohs meint, Journalismus sei ein gemeinnütziges Kulturgut, das es zu erhalten gelte.as wir brauchen, ist ein Qualitätsjournalismus, der ausgewogen ist, der verschiedene Perspektiven aufzeigt, der in die Tiefe geht, Zusammenhänge herstellt etc. Aber dafür Geld zu finden, ist unheimlich schwer. Martin Krohs hat dekoder.org gegründet.

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piqd HINTERGRUND #5
Wenn Waisenkinder Eltern werden

piqd HINTERGRUND #5

Wenn Waisenkinder Eltern werden

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Was passiert, wenn zwei Waisenkinder selbst Eltern werden? Hat das Reformationsjahr 2017 außer Luther-Salami nichts zu bieten? Und wie ist eigentlich die Stimmung in der Ukraine? Wir sprechen über die besten Geschichten und ihre Geschichte: in Folge 5 des piqd HINTERGRUND.

Ohne Familien-Erfahrung zum Familienglück?

Sarah ist Halbwaise. Und seit kurzem Mutter. Als Stefan Kolbe und Chris Wright erfahren haben, dass sie schwanger ist, beschlossen sie ihr Radio-Feature fortzusetzen. Für ihre Reportage “Kleinstheim” hatten sie nämlich 2009 vier Jugendliche begleitet – unter ihnen Sarah. Sie folgten ihr in ihrem Alltag auf Schloss Krottorf in der Nähe von Magdeburg, einem Kinderheim. Es ist eine packende Reportage entstanden mit tiefen Einblicken in die Lebens- und Gefühlswelten der damaligen Teenager.

2017 knüpfen die Autoren an diese Geschichte an. Sarah und ihr Freund Daniel, ebenfalls im Heim aufgewachsen, gründen eine Familie. Damit überfordern sie nicht nur sich selbst, sondern auch die beiden Autoren. Einer davon, Chris Wright, hat mit uns über die Hintergründe gesprochen.

Ob Hartz IV als Existenzgrundlage wirklich ausreicht, ist umstritten. Auch die Idee, dass vor allem junge Menschen mit Sanktionen dazu gebracht werden müssen, zu arbeiten, wird mittlerweile von vielen Menschen als überholt angesehen. Der Grund für diese Idee der Strafen liegt für den Sozialwissenschaftler Stefan Sell vor allem im negativen öffentlichen Bild des Hartz IV-Empfängers.

„Worauf ich hinaus will ist, in den Köpfen vieler Menschen, die heute auf Hartz IV Empfänger gucken und das ist eigentlich das fatale, hat sich eine Sind-die-nicht-irgendwie-selber-schuld-an-ihrer-Situation-Sichtweise verankert.”
Stefan Sell

Gleichzeitig loben viele Ökonomen die Hartz-Gesetze als Grundlage für das deutsche Wirtschaftswachstum der letzten Jahre. Trotzdem werden die Rufe nach Veränderung immer lauter und mittlerweile kommen die nicht nur von Linken, sondern auch aus CDU, FDP, Grünen und auch von der AfD. Dabei ist auch immer häufiger der Wunsch nach einer Grundsicherung zu hören.

“Für die Linken ist das natürlich vielleicht gewissermaßen ein Träumchen. Allerdings will keine der Parteien, die jetzt im Bundestag vertreten sind, tatsächlich ein Grundeinkommen, geschweige denn ein bedingungsloses Grundeinkommen, einführen.”
Tina Groll, Zeit Online

Über welche Änderungen diskutieren die Parteien? Und kann es wirklich eine Lösung sein, Hartz IV einfach abzuschaffen? Antworten gibt es in der neuen Folge piqd Thema.

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piqd HINTERGRUND #4
Workingclass Heroes

piqd HINTERGRUND #4

Workingclass Heroes

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Die englische Band Sleaford Mods steht für ein ganz bestimmtes englisches Lebensgefühl. Eine Berlinerin hat sie porträtiert. Außerdem: Die Serie "4 Blocks" im Realitätscheck und ein schwer zu ertragendes Stück über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg. Die neue Folge vom "piqd-Hintergrund".

Bunch of Kunst – Doku über die Sleaford Mods

Sänger Jason, DJ Andrew und Manager Steve – das sind die Sleaford Mods aus Nottingham. Ihre Musik ist ungewöhnlich, dreckig und aggressiv, aber auch lustig, sagt Christine Franz. Die Berlinerin hat auf ihr Bauchgefühl gehört, als sie sich 2014 entschieden hat, einen Film über die englische Band zu drehen: Bunch of Kunst.

Der Film porträtiert nicht nur die Band, sondern einen Teil der britischen Bevölkerung, der sich durch die expliziten Liedtexte endlich verstanden und vertreten fühlt. Das Erfolgsrezept: Die Jungs aus den East Midlands machen Arbeitermusik. Es scheppert und dröhnt und es wird geflucht bis selbst Seemänner rot werden.

Die Texte sprechen den Leuten wahnsinnig aus der Seele. Das ist eine Spreche, die du im Pub aber nicht in den Charts hörst. Christine Franz hat die Band Sleaford Mods porträtiert

Mehr als eine Thriller-Serie

Die deutsche Serien-Produktion 4 Blocks kommt der Realität wirklich nahe, schreibt Christian Stahl in einem Essay für die ZEIT. Der Berliner Autor und Regisseur befasst sich schon seit Jahren mit Gangstrukturen in Neukölln. In der Serie dreht sich alles um einen libanesischen Mafia-Clan. Stahl beschreibt, wie sich die wirklichen Clans zusammensetzen. Staatenlose und Vertriebene bauen kriminelle Strukturen auf.

Es ist auch ein Gespräch über das Scheitern des Staates. Mal wieder kommen wir in unserem Podcast kritisch auf das Thema Integration zu sprechen. Es geht vor allem um das Gefühl dazugehören zu wollen, sagt Stahl: “Es ist absurd und kindisch, aber die wollen entweder Gangster sein und wenn das nicht klappt Polizist.”

“Jede Nacht haben sie andere geholt”

Vergewaltigungen als Kriegsstrategie – im Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren sind bosnische Frauen täglich Opfer sexueller Gewalt durch serbische Soldaten und Wärter geworden. Mechthild Müser hat mit den Opfern gesprochen und analysiert die Problematik, die möglichen Gründe. Vergewaltigungen sind aus Sicht vieler Militärs eine nicht vermeidbare Konsequenz, ja sie halten nach Meinung einiger Soldaten sogar die Truppenmoral aufrecht.

Man weiß nicht genau, wie viele Frauen vergewaltigt wurden, die Zahlen liegen zwischen 25.000 und 50.000. Aber das kann man natürlich nicht zählen, wie man Tote zählen kann. Bis zum Zeitpunkt meiner Recherche sind aber erst 60 Männer verurteilt worden. Mechthild Müser hat über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg recherchiert.

Der Beitrag ist schwer zu verdauen, auch Müser musste während der Gespräche ihre Tränen zurückhalten.Trotzdem ist es für die Opfer enorm wertvoll über die schrecklichen Taten zu reden. Denn wenn Menschen nicht mehr menschlich handeln, ist es wichtig die Opfer zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Begleiten doch die Folgen der Vergewaltigung die Frauen ihr Leben lang.

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piqd HINTERGRUND #3
Aktivismus ohne Grenzen

piqd HINTERGRUND #3

Aktivismus ohne Grenzen

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Wie können Netz-Aktivisten gegen autokratische Regierungen bestehen? Wofür steht der härteste Baum von Berlin? Und welche Erkenntnisse lassen sich aus der gescheiterten Aufnahme eines syrischen Flüchtlings gewinnen?

Aktivismus dank IT-Unterstützung

Aktivisten sehen sich im Netz oft mit übermächtigen Gegnern konfrontiert. Für Regierungen wie die türkische ist es ein Kinderspiel, kritische Webseiten zu sperren. Sie kann so die Berichterstattung über brisante Veröffentlichungen und Aktivismus im Keim ersticken. Max Biederbeck hat für die WIRED über eine mögliche Lösung des Problems geschrieben:

Die Programmierer, Netzwerk-Experten und Hacker der freien Welt müssen sich nur zusammentun. Max Biederbeck hat für die WIRED über Aktivismus im Netz geschrieben.

Doch nicht jeder Aktivist hat die dafür notwendigen IT-Kenntnisse. Deshalb helfen Vereinigungen wie „Security without Borders“ den Aktivisten dabei, Unterstützung von Profis zu bekommen und ihren Aktivismus weiter zu verfolgen.

Wenn Integration an Grenzen stößt

Der Journalist Hannes Koch hat Karim ohne zu zögern aufgenommen. In seinem Freundeskreis war er damit nicht der Erste, der einem syrischen Flüchtling einen Schlafplatz gab. Doch nach einem Jahr hatte er genug. Zu zerrüttet war das Verhältnis zum jungen Syrer.

Denn Karim belog ihn regelmäßig und schien sich an keine Regeln zu halten. Dadurch ist die Integration schwierig gewesen. Karim ist nämlich traumatisiert, depressiv und leidet an posttraumatischen Belastungsstörungen. Wo beginnt soziale Verantwortung und wann hört sie wieder auf? Was kann man in einem solchen Fall machen?

Ein Baum als Symbol

Der wohl härteste Baum von Berlin steht in Friedrichshain an der Warschauer Straße. Berliner wissen bestimmt schon, welcher Baum gemeint ist. Für Juliane Schiemenz ist dieser Baum der Ausgangspunkt einer Analyse der Probleme des Stadtteils. Aushalten muss der Baum einiges, er wird “bespuckt, bepinkelt und angezündet” schreibt Schiemenz.

Und doch blüht er jedes Jahr im Frühling aufs Neue. Und während sie mittlerweile umgezogen ist, harrt der Baum weiter geduldig aus.

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piqd HINTERGRUND #2
Voll auf Testosteron

piqd HINTERGRUND #2

Voll auf Testosteron

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Vom deutschen Ku-Klux-Klan-Chef zum Integrationshelfer in den USA – wie geht das? Außerdem: Wer profitiert vom Testosteron-Doping? Und warum findet sich ein 23-Jähriger am Rande der Obdachlosigkeit wieder? Die neue Folge vom "piqd-Hintergrund".

Ku-Klux-Klan in Deutschland

Krautreporter und piqer Alexander Krützfeld porträtiert einen Mann, dessen Leben so unglaublich klingt, dass man glatt zweimal nachlesen muss. Achim Schmid rutschte früh in die rechte Szene, wurde Rechtsrocker und schließlich Anführer des deutschen Ku-Klux-Clans. Und das, obwohl er seiner Schwester bereits im Alter von sechs Jahren versprach, kein Nazi zu werden.

„Er war nicht der nette Typ, sondern er war dieser Rassist.“

Schmid erzählt ehrlich, schonungslos. Er hat es geschafft, die Nazischublade zu verlassen und eine wundersame Wandlung hingelegt. Krützfeld beschreibt detailliert seine Vorgehensweise bei der Recherche, die Empathie für sein Gegenüber und warum es falsch ist, in Schubladen zu denken.

Einmal Testosteron bitte!

„Studien sprechen von bis zu 24 Prozent gedopten Männern in deutschen Fitness-Studios. Kann das sein?“ Diese Frage bildete die Grundlage für die BR Data-Recherche um Ulrike Köppen und ihre Kollegen Niels Ringler und Manuel Mohr. Mit einem interdisziplinären Team hat sie die Hintergründe des Testosteron-Dopings erforscht.

Die Analyse ergab: Doper gehen rücksichtslos mit ihrem Körper um und spritzen sich oft unwissend nicht die Mittel, für die sie auf dem Schwarzmarkt bezahlt haben. Nun springen auch Pharmafirmen und Ärzte auf diesen lukrativen Zug auf.

 

Junge Menschen bis zur Obdachlosigkeit sanktioniert

Stück für Stück werden ihm alle Gelder gekürzt. Ein 23-Jähriger steht kurz vor der Obdachlosigkeit. Wie es soweit kommen konnte und ob dahinter ein institutionelles Problem steckt, wollte Timo Stukenberg herausfinden. Auch seine Recherche begann mit einer Datenanalyse, die ihn auf die Spur der Sanktionsstatistik von ALG2-Empfängern brachte.

Junge Menschen werden bei Verstößen deutlich härter sanktioniert. Warum ist das so, fragte er sich. Und fand Miguel Henrichs, der von diesen Sanktionen betroffen ist. Handelt es sich um Behördenwillkür oder gar einen Grundrechtsverstoß? Oder reagieren die Behörden angemessen auf Antriebsschwäche und Schmarotzertum?

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piqd HINTERGRUND #1
„Die Lügenpresse, das sind wir.“

piqd Hintergrund #1

„Die Lügenpresse, das sind wir.“

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Ähneln die "Neuen Rechten" den alten "68ern"? Warum tauchen Wissenschaftlerinnen so selten in Medien auf? Wie vollzieht sich der digitale Wandel? Autoren, die sich diese Fragen gestellt haben, kommen in der ersten Ausgabe vom "piqd-Hintergrund" zu Wort.

Die taz und die Neuen Rechten

Was verbindet die Neue Rechte mit der Alten Linken? Dieser Frage ist Klaus Raab in der taz nachgegangen und findet einige unbequeme Antworten. „Es ist ein Text, der eine viel geteilte linke Folklore zurecht beschädigt“, so der Autor. Tatsächlich sind die Parallelen zwischen Pegidisten und 68ern frappierend. Beide Bewegungen lehnen das parlamentarische System ab, beschimpfen die „Systempresse“ als „manipulativ und unbrauchbar“ und werben mit ähnlichen Methoden für ihre Anliegen. In ihren Zielen könnten die Bewegungen jedoch nicht gegensätzlicher sein.

 

Frauen in der Wissenschaft

Mileva Marić war eine der ersten Physikstudentinnen Europas. Außerdem war sie die erste Frau von Albert Einstein. Ob sie einen Einfluss auf Einsteins Arbeiten hatte, ist zwar bis heute umstritten, dass sich Einstein mit ihr aber auch fachlich unterhalten konnte, ist sicher. Marić ist eine von vielen wissenschaftlich begabten Frauen der letzten Jahrhunderte, für die sich die Geschichtsjournalistin Louisa Reichstetter interessiert.

Ihre Kollegin Anna-Lena Scholz beschäftigt sich in ihrem Artikel mit der Rolle, die Frauen heutzutage im wissenschaftlichen Betrieb einnehmen. Sie seien nämlich leider viel zaghafter als ihre männlichen Kollegen, vor allem, wenn es um mediale Auftritte geht.

Die digitale Republik

Im letzten Jahr sind die Redakteure von WIRED Germany durch Deutschland gereist. Sie wollten herausfinden, wie sich das Land durch den digitalen Wandel verändert. Chefredakteur Nikolaus Röttger fasst die Eindrücke zusammen: Hierarchien werden auf den Kopf und alte Prozesse infrage gestellt. In vielen Bereichen lässt der Fortschritt aber auch noch auf sich warten.

 

So fehle Risikokapital, um Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen. Wie zum Beispiel dem Elektro-Jet des bayerischen Startups Lilium. Das Unternehmen möchte eine ganze Flotte an Luft-Taxis aufbauen und damit den Verkehr von den Straßen holen. Solche größenwahnsinnigen Ideen waren bislang eher im Silicon Valley zu Hause. Aber langsam macht sich auch in Deutschland digitaler Wagemut breit.

veröffentlicht von Moritz in piqd Hintergrund