piqd Hintergrund

piqd HINTERGRUND #13
TRANSformation

piqd HINTERGRUND #13

TRANSformation

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In diesem piqd HINTERGRUND geht es um Clickworking, deutsche Waffenexporte und eine TRANSformation. Die Gäste von Florian Schairer in der dreizehnten Folge: Laura Meschede, Philipp Grüll und Christina Wolf.

Clickworking und die Zukunft der Arbeit

Laura Meschede hat es selbst ausprobiert: Die Journalistin hat für drei Monate als Clickworker bei Amazon Mechanical Turk gearbeitet, sich mit “Turkern” auf der ganzen Welt ausgetauscht und ein paar sogar in Indien besucht. Was macht die Arbeit aus, für wen lohnt sich Clickworking und wer sind die Menschen, die “clickworken”? In ihrer Reportage für das Magazin der Süddeutschen Zeitung geht sie der Frage nach, ob das tatsächlich die Zukunft der Arbeit ist.

"Man muss die digitale Entwicklung und den Verlust von Arbeitsrechten voneinander trennen – denn Clickworking ist auch mit Arbeitnehmerrechten möglich." Laura Meschede schreibt unter anderem für Süddeutsche Zeitung, taz, Zeit Online und Vice.

Rendite um jeden Preis?

Die Produkte deutscher Waffenhersteller unterliegen strengen Exportregulierungen. Doch was, wenn eine deutsche Firma eine Fabrik auf Sardinien baut, die eine hundertprozentige Tochter des Unternehmens ist? Dann fühlen sich weder deutsche noch italienische Regulierer zuständig, meint der Reporter Philipp Grüll. Gemeinsam mit Karl Hoffmann hat er in der Investigativ-Reportage “Bomben für die Welt” die Geschäftspraktiken eines deutschen Rüstungskonzerns untersucht.

"In Deutschland herrscht eine Doppelmoral [...] und die Politik macht sich dabei nicht ehrlich." Philipp Grüll arbeitet beim Bayerischen Rundfunk und ist Redakteur beim Politikmagazin Report München.

Von Steffi zu Henri

Es ist keine leichte Aufgabe, diese persönliche Geschichte richtig zu erzählen. Christina Wolf hat es geschafft, sie hat die Transformation ihrer besten Freundin Steffi hin zu Henri mit dem Mikrofon begleitet. Herausgekommen ist ein Podcast, der auf Anhieb die Apple Podcast Charts gestürmt und jede Menge positiver Resonanz, auch aus der LGBT-Szene hervorgerufen hat.

"Was ist, wenn deine beste Freundin eigentlich dein bester Freund ist? Ich hab teilweise ein Handy auf den Tisch geknallt und Aufnahme gedrückt, damit wir nicht checken, dass wir aufnehmen. Und das vergisst du." Christina Wolf moderiert beim Bayerischen Rundfunk.

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piqd HINTERGRUND #12 </br> Die Spur führt nach Russland

piqd HINTERGRUND #12
Die Spur führt nach Russland

piqd HINTERGRUND #12

Die Spur führ nach Russland

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Hacker im Regierungsnetz, Nazi-Rufe beim Länderspiel und norwegische Reporter, die gegen einen Kinderporno-Ring kämpfen. Unsere Themen im in der zwölften Folge von piqd HINTERGRUND.

Nazi-Rufe bei Länderspiel ohne rechtliche Konsequenzen

Im September 2017 gab es beim Fussball-Länderspiel zwischen Deutschland und Tschechien “Sieg Heil”- und andere Nazirufe. Die Empörung danach war groß. Die Spieler, Bundestrainer Löw, DFB-Offizielle und verschiedene Politiker verurteilten die Vorkommnisse.

"Wir sind auch nicht deren Nationalmannschaft und das sind auch nicht unsere Fans." – Joachim Löw, Fussball-Bundestrainer

„Was passiert jetzt?“, fragten sich danach Sammy Khamis und Niklas Schenk nach den Ankündigungen, es werde Strafverfahren geben. Mit Hilfe der Videoaufnahmen vom Spiel sollte gelingen, die Verantwortlichen zu identifizieren. Konsequenzen bisher? Keine. Keine guten Vorzeichen für die WM 2018 in Russland.

Hacker im Regierungsnetz – Die Spur weist nach Russland

Die Bundesregierung brachte im vergangenen Jahr ein Gesetz auf den Weg, das deutsche Institutionen vor Hacks schützen soll: Das IT-Sicherheitsgesetz. Im Februar kam dann heraus, dass das Regierungsnetz gehackt wurde. IT-Sicherheits-Experte Hakan Tanriverdi hat für die SZ über den Fall berichtet. “Der Finger zeigt nach Russland”, überschrieb er den Artikel. Zwar weisen Indizien auf eine bekannte russische Hackergruppe hin, stichhaltige Beweise zu finden, ist jedoch ein großes Problem. Die Recherche ist aufwendig, Informationen bekommt er oft nur bei persönlichen Treffen.

Norwegische Reporter und australische Polizisten zerstören Kinderporno-Netz

Eineinhalb Jahre haben die norwegischen Journalisten in die Recherche gesteckt, um die Menschen hinter einem Kinderpornografie-Netzwerk im Darknet zu finden. Ein erster Erfolg kam nach ein paar Monaten, als sie einen norwegischen Nutzer der Plattform ausfindig machen und der Polizei melden konnten. Er hatte mit dem Missbrauch eines Elfjährigen angegeben.

"It is really important, not to work on a project like this alone." – Håkon F. Høydal, Einar Otto Stangvik

Einar Stangvik, der vorher als IT-Experte arbeitete, konnte den Server des Netzwerks ausmachen. In Zusammenarbeit mit der australischen Serverfirma fanden die beiden Journalisten heraus, dass eine Spezialeinheit der australischen Polizei hinter der Seite steckte, um Opfer zu retten und Nutzer zur Rechenschaft zu ziehen. Das komplette Gespräch gibt es hier.

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piqd HINTERGRUND #11
Ausgeraucht und ausgeträumt?

piqd HINTERGRUND #11

Ausgeraucht und ausgeträumt?

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Wie steht die neue Regierung zur Legalisierung von Cannabis, welche Rolle hat die Bundeswehr in Mali und wie ist es, mit 75 Jahren an einem letzten großen Hundeschlittenrennen teilzunehmen? Die Themen im Folge elf des piqd HINTERGRUND.

Cannabis-Interview mit Regierungsbeauftragter

piqer und Podcaster Florian Schairer spricht in der elften Ausgabe des „piqd-Hintergrunds“ zum ersten Mal über einen eigenen Beitrag. Für den BR Zündfunk hat er äußerst kritisch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler zur Legalisierung von Cannabis interviewt. Insbesondere bezüglich der widersprüchlichen Gesetzeslage gab es Differenzen. Seine Nachfragen brachten ihm im Nachhinein sogar eine Beschwerde ein, er habe Frau Mortler unterbrochen und “argumentiert wie der Hanfverband”.

Bundeswehr und Drogenbarone von Mali

In Mali ist die Bundeswehr mit etwa 1.000 Soldaten an einer extrem gefährlichen UN-Mission beteiligt. Bettina Rühl hat ein investigatives Feature für die ARD produziert, das die Rolle der Bundeswehr in einem chaotischen wie gefährlichen Land beleuchtet. Sie sprach vor Ort mit den Vertretern der unterschiedlichen Gruppen über ihre Motive und warum es immer noch keinen Frieden gibt.

Besondere Freundschaft in Grönland

Die Journalistin Isabel Stettin und Fotograf Sascha Montag haben im Februar im piqd-Salon in München live über ihre Reportagereise nach Grönland gesprochen. Sie begleiteten einen der letzten grönlandischen Jäger Jakob Unnartoq und seinen jungen Schüler Knud. Dabei erlebten sie auch, wie Uunartoq mit seinen 75 Jahren an seinem letzten großen Hundeschlittenrennen teilnimmt.

"Dort in der Wohnstube zu sitzen und zu denken, ich bin jetzt hier in so einem kleinen Dorf am Ende der Welt und Teil der Gemeinschaft, der Familie. Das war ein besonderer Moment." Sascha Montag und Isabel Stettin

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piqd HINTERGRUND #10
Mann stirbt – und fünf Jahre lange merkt es keiner

piqd HINTERGRUND #10

Mann stirbt – und fünf Jahre lange merkt es keiner

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Eine konstruktive Debatte über Feminismus, Langeweile bei einer NATO-Übung und ein Extrembeispiel für Einsamkeit im Alter. Unsere Themen in der zehnten Folge piqd HINTERGRUND.

Growth-Hack Feminismus – Die Diskussion im piqd-Salon

Die Debatte um Feminismus, #MeToo und das Verhältnis der Geschlechter polarisiert. Warum ist das so? Und geht es auch konstruktiver? Diese Frage haben sich Antje Schrupp, Nils Pickert und Paula Irene Villa gemeinsam mit dem piqd-Chef Marcus von Jordan im piqd-Salon gestellt.

"Es betrifft uns alle persönlich und es ist deshalb eine intime Frage, wie ich zum Feminismus stehe. Deswegen sind die Diskussion auch nachvollziehbar erregter als zum Beispiel beim Thema Atomkraft." Antje Schrupp Bloggerin und Journalistin

Eine spannende Diskussion im neuen Live-Veranstaltungsformat von piqd.

15 Tage im Fake-Krieg in Bayern

Undercover an einer NATO-Übung in Bayern teilnehmen: Was zunächst aufregend klingt, entpuppt sich für einen Journalisten schnell als äußerst langweilige Mission. Für einen Tagessatz von knapp 90 Euro ist er für zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten, als “Civilian on the Battlefield”.

"60 Menschen sitzen in einem Fake-Dorf mit Fake-Bierdosen in einem Fake-Café und warten auf einen Fake-Krieg, der nicht kommt. Das ist an Absurdität schwer zu überbieten." – Alexander Schnell

Das allerdings hat Schnell – übrigens ein Pseudonym – nicht davon abgehalten, trotzdem eine spannende Reportage über seine Erlebnisse zu schreiben. Im piqd-Hintergrund spricht er über die gähnende Langeweile und die Herausforderungen bei den Begegnungen mit den anderen Fake-Zivilisten, denen er nicht von seinem echten Leben erzählen konnte.

Einsamer Tod – Ein Extrembeispiel der Einsamkeit

Fünf Jahre lang liegt Herr D. unentdeckt in seiner Berliner Wohnung. Eigentlich eine undenkbare Situation. Und doch sterben in Deutschland viele Menschen so einsam, dass es wochen-, monate- oder gar jahrelang niemand bemerkt. Johannes Nichelmann wollte es genauer wissen: Warum hatte so lange Zeit niemand bemerkt, dass Herr D. gestorben war?

"Es sind Schicksale, die in sämtlichen westlichen Zivilisationen seit hunderten von Jahren tatsächlich regelmäßig passieren. Das ist kein Phänomen der Neuzeit." Johannes Nichelmann

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piqd HINTERGRUND #9
Geraubte Kinder im Krieg

piqd HINTERGRUND #9

Geraubte Kinder im Krieg

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Linksterroristen auf der Flucht, eine Krankenhaus-Odyssee bei Eileiterschwangerschaft und der Raub polnischer Kinder im zweiten Weltkrieg. Unsere Themen in Folge 9 des piqd HINTERGRUND.

Exil-Besuch bei ehemaligen Linksterroristen

Thomas Walter hält sich seit 22 Jahren versteckt. Denn ihm wird vorgeworfen, mit zwei Freunden einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Zur Tat kam es nicht, trotzdem sind die drei Männer nach Venezuela geflohen. Jetzt versinkt das Land zunehmend im Chaos, während in Deutschland die Verwandten sterben. Gerne würde Thomas Walter seinen dementen Vater noch einmal sehen. Aber dafür ins Gefängnis gehen? Christoph Scheuermann berichtet über die Konsequenzen einer radikalen Entscheidung.

"Das Irre ist, dass all das, was ihm vorgeworfen wird, relativ klar und deutlich auf der Internetseite des Bundeskriminalamts nachzulesen ist. [...] Er steht da unter den meistgesuchten Schuldigen."Spiegel Korrespondent Christoph Scheuermann ist ist der Großcousin von Thomas Walter.

Eileiterschwangerschaft als Krankenhaus-Odyssee

Eine Eileiterschwangerschaft ist selten und kann heutzutage früh festgestellt und abgebrochen werden. Dennoch geht von ihnen eine enorme Gefahr für die Schwangeren aus. Als Teresa Buecker, Chefredakteurin von Edition F, nachts mit ihrem Freund unter großen Schmerzen die Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses aufsucht, vermutet sie bereits eine Eileiterschwangerschaft. Florian Schairer spricht mit ihr über diese Nacht, über die Versorgung schwangerer Frauen und wie wichtig Empathie in einem Krankenhaus ist.

"Ich glaube das Schlimmste war tatsächlich, dass sich niemand um mich gekümmert hat. Also, dass auch niemand da war, um mir die Angst zu nehmen." Teresa Buecker hat selbst eine Eileiterschwangerschaft erlebt.

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piqd HINTERGRUND #8
„Aufstehen, wenn man ganz am Boden ist“

piqd HINTERGRUND #8

„Aufstehen, wenn man ganz am Boden ist“

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Flüchtlinge prostituieren sich, die Sicherheitsleute in Unterkünften fungieren als Zuhälter. Straßenkinder in Kambodscha gründen eine Death-Metal-Band und Lars Langenau sammelt Schicksalsschläge. Unsere Themen in der achten Folge piqd HINTERGRUND.

Prostitution in Flüchtlingsheimen – Sicherheitsleute als Zuhälter?

Susana Santina und Shams Ul-Haq gehen für eine Recherche dem Gerücht nach, dass sich in Berliner Flüchtlingsheimen Flüchtlinge prostituieren. Mit versteckter Kamera können sie dies belegen, und finde heraus, dass Sicherheitspersonal involviert ist. Die Geflüchteten müssen irgendwie Geld verdienen, die Sicherheitsleute nutzen das aus. Und die Freier sind oft ohne Skrupel. Je jünger, desto besser, sagt einer.

Death Metal in Kambodscha

Es ist eine wirklich unerwartete Erfolgsstory. Drei schwer erziehbare Waisenkinder bereiten ihrem Betreuer großes Kopfzerbrechen. Eines Abends nimmt er sie mit in eine Bar, in der eine Hardcore Band spielt. Und die Teenager finden ihre Bestimmung. Am nächsten Tag starten sie ihre Band Doch Chkae, übersetzt Straßenköter. Fabian Peltsch berichtet von einer idyllischen Gegenkultur, mit vielen „surrealen Details“ Details.

Schicksalsschläge: Jeder hat so eine Geschichte

Lars Langenau schreibt die persönlichen Tiefpunkte und Schicksalsschläge von Menschen auf. 40 Protokolle hat er so bisher für die Reihe „Überleben“ der Süddeutschen Zeitung verfasst. Er spricht über den Anfang und erzählt von einigen Geschichten im Detail:

"Wenn ich die Summe dieser ganzen Geschichten sehe, dann geht es immer darum, wie Menschen es schaffen, wenn sie ganz am Boden sind, wie sie wieder aufstehen können." Lars Langenau

Eines der Schicksale ist das der Schauspielerin Ingrid Steegers. Sie wurde von ihrer Familie misshandelt und sexuell missbraucht, später von verschiedenen Männern vergewaltigt. Heute, mit 70 Jahren, managet sie sich selbst und steht wieder auf der Bühne.

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piqd HINTERGRUND #7
Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

piqd HINTERGRUND #7

Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

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Alexander Grau findet, dass die Hypermoral den öffentlichen Diskurs regiert. Heinz-Christian Strache ist Vorsitzender der FPÖ und pflegt noch immer Kontakte zur rechten Szene. Und Christine Hamel spürte dem Lenin-Mythos in Russland nach. Unsere Themen in der siebten Folge von piqd HINTERGRUND.

Die Neonazi-Vergangenheit eines Spitzenpolitikers

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war als junger Mann in der Neonazi-Szene aktiv. Leila Al-Serori und Oliver Das Gupta haben diese Zeit mit großem Aufwand akribisch und präzise rekonstruiert. Dass ein Politiker mit einer solchen Vergangenheit so erfolgreich Karriere macht, ist in Europa einzigartig und ruft Bedenken hervor. Die Recherche wurde in zwei Teilen in der Süddeutschen Zeitung als “Die Akte Strache” veröffentlicht.

"Was wirklich auffällig ist, ist dass er nach wie vor diese Zeit in der Neonazi-Szene nicht einmal als Fehler bezeichnen möchte. Er zieht da keinen Schlussstrich. Er hat offenkundig gar nicht vor sich davon richtig zu distanzieren." Oliver Das Gupta

Das gespaltene Verhältnis der Russen zu Lenin

Das Radiofeature “Mapping Lenin” von Christine Hamel ist das Ergebnis einer einmonatigen Recherchereise durch Russland. Im Beitrag kommen auch Menschen aus abgelegeneren Orten zu Wort. Die tragen häufig “Lenin” im Namen. Lenin selbst spielt im öffentlichen Leben hingegen kaum mehr eine Rolle.

"Der Personenkult um Lenin ist noch lebendig, der Wunsch nach einer Vision in der Welt, dieses Verlangen nach einer Idee, die weit über den Alltag hinausreicht." – Christine Hamel

Die Regierung hat eine wirksame Erzählung um den starken russischen Staat geschaffen. Für Revolutionsgedanken ist da kein Platz.

Das Zeitalter der Hypermoral

In “Sein und Streit” bei Deutschlandfunk Kultur hat der Philosoph Alexander Grau über die “Hypermoral” gesprochen. Also darüber, dass wir immer häufiger moralisch statt sachlich argumentieren. Wer nüchtern argumentiert, gilt schnell als empathielos und unsympathisch, erklärt Grau. Politiker können beispielsweise Zustimmung in der Gesellschaft nicht ausschließlich mit rationalen Argumenten erreichen. Hinzu kommt, dass viele Themen, beispielsweise technischer Natur, heute direkt moralisch diskutiert werden.

"Es ist natürlich hochgradig irrational, Atomkraftwerke abzuschalten, weil es ein Erdbeben in Japan gab." Alexander Grau, Philosoph

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piqd HINTERGRUND #6
„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

piqd HINTERGRUND #6

„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

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Emran Feroz recherchiert in Afghanistan über die zivilen Opfer von Drohnenangriffen. Anne Fromm berichtet nach der Geburt ihres Sohnes aus erster Hand über den Hebammen-Mangel. Und Martin Krohs will, dass Journalismus gemeinnützig finanziert wird. Wir haben die Autorinnen im für die sechste piqd HINTERGRUND-Folge getroffen.

“Tod per Knopfdruck” Über die zivilen Opfer von Drohnen-Angriffen

Die Menschen in der afghanischen Provinz sind auf sich allein gestellt. Niemand interessiert sich für sie, niemand kommt sie besuchen. Berichtet wird über sie aus der Distanz. Für Emran Feroz war irgendwann klar: Um authentisch berichten zu können und aus Respekt vor den Betroffenen und Bedrohten musste er mit den Menschen vor Ort reden. Wie schrecklich die Situation für die Menschen in Gebieten mit Drohneneinsätzen ist, wurde ihm erst klar, als er wieder in Deutschland war.

Wenn hier ein Unfall passiert, sind gleich Psychologenteams da, betreuen die Menschen. Dort findet so ein Angriff statt, dann gehen die Angehörigen selber hin, sammeln die Leichenteile auf, machen schnell die Beerdigung und dann leben die einfach weiter. Emran Feroz hat ein Buch über den US-amerikanischen Drohnenkrieg geschrieben.

Feroz kritisiert die fatale Widersprüchlichkeit von Drohnenangriffen. Die meisten Staaten, die Drohnenangriffe durchführen, nennen sich demokratische Rechtsstaaten, sagt er. Dort gibt es einen Prozess, bevor jemand verurteilt wird. Im Nahen Osten reicht dann aber auf einmal ein Verdacht aus, um ein Todesurteil zu fällen.

Versorgungsmangel bei Geburten in Berlin Ein Erfahrungsbericht

Vor der Geburt ihres ersten Kindes hatte Anne Fromm eine klare Vorstellung, wo sie ihr Kind zur Welt bringen will. Es sollte ein Krankenhaus mit Neonatologie sein, einer Station für Neugeborene, falls es bei der Geburt Probleme geben sollte. Als sie dann ihre Wehen bekam, lief plötzlich nichts mehr nach Plan. In der Klinik gab es keinen freien Kreißsaal.

"Ich hab mich natürlich auch total allein gelassen gefühlt. Man hat uns die Illusion verkauft, ihr seid bei uns sicher und euch kann nichts passieren und dann heißt es einfach nur: Ja, bei uns heute nicht, auf Wiedersehen, guckt mal, wie es so läuft."- Anne Fromm, taz

Anne Fromm recherchiert nach der Geburt weiter und findet heraus, dass sie nicht die Einzige ist, die eine negative Geburts-Erfahrung gemacht hat.

Gemeinnützige Förderung für Journalisten

Seit 2014 berichtet dekoder.org aus und über Russland. Und für diese exzellente Arbeit wurde die Seite 2016 sogar mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Momentan wird dekoder noch privat von Martin Krohs finanziert und projektbezogen über Stiftungen gefördert. Mittelfristig soll es aber eine Möglichkeit geben, aus dem “dritten”, also dem gemeinnützigen Sektor finanziert zu werden. Denn Krohs meint, Journalismus sei ein gemeinnütziges Kulturgut, das es zu erhalten gelte.as wir brauchen, ist ein Qualitätsjournalismus, der ausgewogen ist, der verschiedene Perspektiven aufzeigt, der in die Tiefe geht, Zusammenhänge herstellt etc. Aber dafür Geld zu finden, ist unheimlich schwer. Martin Krohs hat dekoder.org gegründet.

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piqd HINTERGRUND #5
Wenn Waisenkinder Eltern werden

piqd HINTERGRUND #5

Wenn Waisenkinder Eltern werden

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Was passiert, wenn zwei Waisenkinder selbst Eltern werden? Hat das Reformationsjahr 2017 außer Luther-Salami nichts zu bieten? Und wie ist eigentlich die Stimmung in der Ukraine? Wir sprechen über die besten Geschichten und ihre Geschichte: in Folge 5 des piqd HINTERGRUND.

Ohne Familien-Erfahrung zum Familienglück?

Sarah ist Halbwaise. Und seit kurzem Mutter. Als Stefan Kolbe und Chris Wright erfahren haben, dass sie schwanger ist, beschlossen sie ihr Radio-Feature fortzusetzen. Für ihre Reportage “Kleinstheim” hatten sie nämlich 2009 vier Jugendliche begleitet – unter ihnen Sarah. Sie folgten ihr in ihrem Alltag auf Schloss Krottorf in der Nähe von Magdeburg, einem Kinderheim. Es ist eine packende Reportage entstanden mit tiefen Einblicken in die Lebens- und Gefühlswelten der damaligen Teenager.

2017 knüpfen die Autoren an diese Geschichte an. Sarah und ihr Freund Daniel, ebenfalls im Heim aufgewachsen, gründen eine Familie. Damit überfordern sie nicht nur sich selbst, sondern auch die beiden Autoren. Einer davon, Chris Wright, hat mit uns über die Hintergründe gesprochen.

Ob Hartz IV als Existenzgrundlage wirklich ausreicht, ist umstritten. Auch die Idee, dass vor allem junge Menschen mit Sanktionen dazu gebracht werden müssen, zu arbeiten, wird mittlerweile von vielen Menschen als überholt angesehen. Der Grund für diese Idee der Strafen liegt für den Sozialwissenschaftler Stefan Sell vor allem im negativen öffentlichen Bild des Hartz IV-Empfängers.

„Worauf ich hinaus will ist, in den Köpfen vieler Menschen, die heute auf Hartz IV Empfänger gucken und das ist eigentlich das fatale, hat sich eine Sind-die-nicht-irgendwie-selber-schuld-an-ihrer-Situation-Sichtweise verankert.”
Stefan Sell

Gleichzeitig loben viele Ökonomen die Hartz-Gesetze als Grundlage für das deutsche Wirtschaftswachstum der letzten Jahre. Trotzdem werden die Rufe nach Veränderung immer lauter und mittlerweile kommen die nicht nur von Linken, sondern auch aus CDU, FDP, Grünen und auch von der AfD. Dabei ist auch immer häufiger der Wunsch nach einer Grundsicherung zu hören.

“Für die Linken ist das natürlich vielleicht gewissermaßen ein Träumchen. Allerdings will keine der Parteien, die jetzt im Bundestag vertreten sind, tatsächlich ein Grundeinkommen, geschweige denn ein bedingungsloses Grundeinkommen, einführen.”
Tina Groll, Zeit Online

Über welche Änderungen diskutieren die Parteien? Und kann es wirklich eine Lösung sein, Hartz IV einfach abzuschaffen? Antworten gibt es in der neuen Folge piqd Thema.

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piqd HINTERGRUND #4
Workingclass Heroes

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Workingclass Heroes

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Die englische Band Sleaford Mods steht für ein ganz bestimmtes englisches Lebensgefühl. Eine Berlinerin hat sie porträtiert. Außerdem: Die Serie "4 Blocks" im Realitätscheck und ein schwer zu ertragendes Stück über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg. Die neue Folge vom "piqd-Hintergrund".

Bunch of Kunst – Doku über die Sleaford Mods

Sänger Jason, DJ Andrew und Manager Steve – das sind die Sleaford Mods aus Nottingham. Ihre Musik ist ungewöhnlich, dreckig und aggressiv, aber auch lustig, sagt Christine Franz. Die Berlinerin hat auf ihr Bauchgefühl gehört, als sie sich 2014 entschieden hat, einen Film über die englische Band zu drehen: Bunch of Kunst.

Der Film porträtiert nicht nur die Band, sondern einen Teil der britischen Bevölkerung, der sich durch die expliziten Liedtexte endlich verstanden und vertreten fühlt. Das Erfolgsrezept: Die Jungs aus den East Midlands machen Arbeitermusik. Es scheppert und dröhnt und es wird geflucht bis selbst Seemänner rot werden.

Die Texte sprechen den Leuten wahnsinnig aus der Seele. Das ist eine Spreche, die du im Pub aber nicht in den Charts hörst. Christine Franz hat die Band Sleaford Mods porträtiert

Mehr als eine Thriller-Serie

Die deutsche Serien-Produktion 4 Blocks kommt der Realität wirklich nahe, schreibt Christian Stahl in einem Essay für die ZEIT. Der Berliner Autor und Regisseur befasst sich schon seit Jahren mit Gangstrukturen in Neukölln. In der Serie dreht sich alles um einen libanesischen Mafia-Clan. Stahl beschreibt, wie sich die wirklichen Clans zusammensetzen. Staatenlose und Vertriebene bauen kriminelle Strukturen auf.

Es ist auch ein Gespräch über das Scheitern des Staates. Mal wieder kommen wir in unserem Podcast kritisch auf das Thema Integration zu sprechen. Es geht vor allem um das Gefühl dazugehören zu wollen, sagt Stahl: “Es ist absurd und kindisch, aber die wollen entweder Gangster sein und wenn das nicht klappt Polizist.”

“Jede Nacht haben sie andere geholt”

Vergewaltigungen als Kriegsstrategie – im Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren sind bosnische Frauen täglich Opfer sexueller Gewalt durch serbische Soldaten und Wärter geworden. Mechthild Müser hat mit den Opfern gesprochen und analysiert die Problematik, die möglichen Gründe. Vergewaltigungen sind aus Sicht vieler Militärs eine nicht vermeidbare Konsequenz, ja sie halten nach Meinung einiger Soldaten sogar die Truppenmoral aufrecht.

Man weiß nicht genau, wie viele Frauen vergewaltigt wurden, die Zahlen liegen zwischen 25.000 und 50.000. Aber das kann man natürlich nicht zählen, wie man Tote zählen kann. Bis zum Zeitpunkt meiner Recherche sind aber erst 60 Männer verurteilt worden. Mechthild Müser hat über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg recherchiert.

Der Beitrag ist schwer zu verdauen, auch Müser musste während der Gespräche ihre Tränen zurückhalten.Trotzdem ist es für die Opfer enorm wertvoll über die schrecklichen Taten zu reden. Denn wenn Menschen nicht mehr menschlich handeln, ist es wichtig die Opfer zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Begleiten doch die Folgen der Vergewaltigung die Frauen ihr Leben lang.

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