9. Dezember 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd013 Osteuropa zwischen demokratischen Fassaden und erstarkender Zivilgesellschaft

Sie ist gerne auf Reisen und spricht mit den Leuten im Donbass, in Moskau und in Jekaterinburg: Simone Brunner, freie Journalistin und Korrespondentin, piqt für den Kanal Osteuropa. Sie erklärt, warum der Kreml sich verhalten über die Wahl Trumps freut.

Auf ihren Reisen dokumentiert Simone Brunner das Leben der Leute im Kriegsgebiet der Ostukraine und auch bei piqd ist sie für Osteuropa zuständig. Sie berichtet, wie junge Menschen mit dem Krieg heranwachsen, erzählt von der anhaltenden Propaganda des “Antifaschismus” im Kreise der Separatisten und wie es kommt, dass Russland eine HIV-Epidemie erlebt und zugleich tabuisiert. Anhand ein paar ausgesuchter piqs sprechen wir außerdem darüber, wie Moskau sich in den vergangenen Jahren in eine schöne Stadt verwandelt hat, wie die Zivilgesellschaft in der Ostukraine Anlass zur Hoffnung gibt und warum bis heute die journalistische Berichterstattung über Tschetschenien sehr schwierig ist.

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2. Dezember 2016
nach Barbara Streidl
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piqd 012: Ein Buch über die Liebe

Antje Schrupp ist seit langem feministische Publizistin und Aktivistin, sie schreibt Bücher, bloggt regelmäßig und ist Gast bei vielen Diskussionsveranstaltungen. Bei piqd ist sie in den Kanälen “Volk & Wirtschaft” und “Liebe, Sex & wir”.

Ihre feministische Haltung ist ihren Texten, ob selbst geschrieben oder ausgewählt, immer anzumerken. Und so empfindet sie ihre piqd-Kanäle “Volk und Wirtschaft” sowie “Liebe, Sex & wir” als Glücksfall: Erstens sind Themen wie Ökonomie besonders im Feminismus sehr wichtig, zweitens will wollte sie immer schon ein Buch über die Liebe schreiben.

Ein Buch über die Liebe?

Na ja, eher über die Konstruktion von Beziehungen in der heutigen Zeit, die von Tinder, hohen Scheidungsraten und kinderlosen Ehen geprägt ist. In der Beziehungen nicht mehr dann halten, wenn es um die Fürsorge für Kinder geht, weil Liebe nicht immer für immer ist und der Markt der Möglichkeiten viele lockt.

Eine Missionarin

Antje Schrupp sieht sich selbst gern als Missionarin, heißt, sie diskutiert gerne. Auch über streitbare Themen! Auf ihrer Liste stehen auch das Bedingungslose Grundeinkommen, für das sie sich auch im Netzwerk Care Revolution stark macht, und überhaupt Fragen nach Fürsorgearbeit: Wer kümmert sich wann um wem und warum?


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25. November 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd011 “Es ist ganz simpel”: Feminismus schafft Freiheit

Theresia Enzensberger ist gerne radikal. Ihr Feminismus ist kein “Lean In”-Feminismus nach Sandberg, sondern einer, der intersektional denkt, also neben dem Geschlecht auch andere Machtstrukturen berücksichtigt.

Theresia Enzensberger, Herausgeberin des Block Magazins, das kürzlich mit dem “Lead Award 2016” geehrt wurde, erzählt im Gespräch mit Katrin Rönicke von ihren Zugängen und ihrem Medienkonsum, um die Welt freier, gerechter und besser zu machen. Denn nichts anderes – so ihre Meinung – ist Feminismus: Freiheit für alle, Frauen wie Männer, jenseits der Geschlechter-Stereotype, die bloß einengen.

Intersektional denkt sie, weil sie nicht nur das Geschlecht in den Blick nehmen will, sondern auch hinterfragt, warum eine muslimische Frau keinen Burkini tragen sollte. Oder wie Frauen, die sich keine Kinderbetreuung leisten könnten und weniger privilegierte Männer gesellschaftliche Chancen, etwa in der Arbeitswelt, wahrnehmen können sollen – Fragen, auf die man in Sheryl Sandbergs “Lean In” jedenfalls keine Antworten finden konnte. Und in den immer wieder aufflammenden Feuilleton-Debatten genausowenig. Theresia Enzensberger liest deswegen auch viel lieber Laurie Penny oder Margarete Stokowski. Sie betont die Bedeutung unabhängier Medien und Blogs in ihrem Medienkonsum, denn so können endlich auch einmal andere Stimmen gehört werden.

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14. November 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd010 President-Elect Donald Trump

Vergangene Woche ist etwas passiert, das viele aus den Latschen gehauen hat, deswegen sprechen wir mit Hakan Tanriverdi über die Wahl, die Trump-Kampagne, russiche Hacker und was die Welt nun erwartet.

Es ist nicht ganz einfach, zu verstehen, was passiert ist – auch Hakan Tanriverdi, Journalist der Süddeutschen, der in New York lebt, sortiert noch seine Informationen und maßt sich nicht etwa an, uns und der Welt nun alles zu erklären.

Aber er kann gut zusammenfassen, welche Mechanismen und Themen sowohl im Wahlkampf, als auch bei der Wahl selbst eine Rolle gespielt haben: Da ist zum einen die Sache mit den sogenannten “Filterblasen” – Räume im Netz und in der Gesellschaft, in denen wir nur hören und diskutieren, was wir ungefähr sowieso selbst denken. Da ist aber auch die Frage, inwieweit russische Hacker Einfluss auf die Wahl zur mächtigsten Frau oder zum mächtigsten Mann der Welt genommen haben – und was erwartet uns wohl 2017 bei der Bundestagswahl?

Hakan erklärt außerdem, was es mit dem vielgeschmähten Begriff des “Establishments” auf sich hat. Warum konnte Donald Trump Stimmungen einer von der Politik frustrierten Gruppe von Menschen besser einfangen, als die Demokraten, die doch viel mehr für (soziale) Gerechtigkeit stehen müssten?

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piqs zur Wahl und zu Donald Trump

11. November 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd009 Warum sind Drogen illegal?

Er hat ein Buch über psychedelische Drogen geschrieben und auch bei piqd ist er für die Bewusstseinserweiterung zuständig: Benedikt Sarreiter erklärt, warum die Drogenprohibition rassistische Motive hat und wie es besser ginge.

“Der Mensch hat schon immer ein Interesse daran gehabt, sein Bewusstsein zu manipulieren.”

Benedikt Sarreiter sieht die Sache pragmatisch: Durch die jetzige Drogenpolitik werden Menschen in die Kriminalität gedrängt, der Suchtbegriff ist mit Angst und Mythen überladen, Menschen sterben durch Zeug vom Schwarzmarkt und Drogenkriege und die meisten Experten sagen, dass eine Komplettlegalisierung eigentlich das Beste wäre. Wenn das mal so einfach wäre! Während sich jährlich auf dem Oktoberfest die Menschen mit einer ziemlich harten Droge abschießen und das erstaunlich gut gesellschaftlich abgefedert wird – meistens – scheuen die meisten Menschen alle illegalisierten Drogen und haben Angst, wollen sich keinesfalls auf Legalisierungsdebatten einlassen und versperren sich rationalen Argumenten.

Aufklärung – dafür steht Benedikts Arbeit bei piqd und anderswo. Hört gut zu, lernt und diskutiert darüber mit euren Freunden und Bekannten.


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4. November 2016
nach Barbara Streidl
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piqd008 Ich mag Hillary Clinton

Daniel Schreiber, Autor und Journalist, hat lange in den USA gelebt und beobachtet den Wahlkampf genau – besonders wie mit Hillary Clinton in Sachen Geschlechtergerechtigkeit umgegangen wird. Sein Wunsch für die Zukunft: die Öffnung der Ehe für alle.

Warum schwule Männer einen ähnlichen Hang zum Feminismus verspüren wie viele Frauen, erklärt Daniel Schreiber gleich zu Anfang:

„Das Erleben von Ausgrenzung und alltäglicher Benachteiligung ist sehr wichtig für das Verständnis.“

Daniel Schreiber ist bei piqd sehr aktiv im Kanal “Feminismen”, und besonders geht es ihm um den Präsidentschaftskampf. Daniel ist Fan von Hillary Clinton, von ihrer Politik und ihrer Durchhaltekraft. Schon bei den Vorwahlen ist ihm klar geworden, wie sehr es darum geht, dass Hillary Clinton eine Frau ist.

„Die Republikaner haben Milliarden von Dollar ausgeben, um Geschichten zu finden und zu fabrizieren, in die Welt zu setzen, um sie zu zerstören: Hillary Clinton.“

Warum es schwer ist, darüber zu sprechen, und warum es doch immer wieder geschieht – positiv wie negativ – darum geht es in der achten Folge des piqd Podcasts.


 

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28. Oktober 2016
nach Katrin Rönicke
4 Kommentare

piqd007 Migration ist der Normalfall

J. Olaf Kleist ist Politikwissenschaftler und hat den Schwerpunkt Flüchtlingsforschung. Wir fragen: Was rechtfertigt Grenzen? Stellen fest: Das mit der Obergrenze ist eine rein populistische Diskussion und werfen einen Blick in die (europäische) Zukunft.

Flüchtlingsforschung ist eine multidisziplinäre Sache: Urban Studies, alle Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Mediziner, Psychologen uvm. ziehen an einem Strang und bringen ihre Expertise ein. Dabei geht es immer auch um Konkrete Hilfe und Verbesserung der Situation. Olaf findet:

„Eine Forschung, die sich nicht bemüht, Leiden zu vermindern, ist es eigentlich nicht wert, betrieben zu werden.“

Daher versuchen die Mitglieder des Netzwerks Flüchtlingsforschung auch, sich in öffentliche Debatten einzuschalten.

Die Forschung zeigt: Die Leute fliehen aufgrund der Situation an ihrem Wohnort, nicht, weil Einladungen von Bundeskanzlerinnen winken. Der Normalfall ist eigentlich, dass Leute versuchen, in ihrer Herkunftsregion einen sicheren Ort zu finden. Warum der Türkei-Deal in Europa nicht wirklich umsetzbar ist und warum wir nicht nach dem „australischen Modell“ verfahren können – diese und andere Fragen erörtert Olaf in der siebten Folge des piqd Podcasts.

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14. Oktober 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd006 Die Leute haben das Gefühl, sie verlieren die Kontrolle

Christian Odendahl ist ein Wirtschaftsgeek, gerade von London nach Berlin gezogen und Chefökonom des Centre for European Reform, dem proeuropäischen Thinktank Großbritanniens. Er spricht über den Brexit, Immobilien und Blasen, Griechenland und Gerechtigkeit.

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29. September 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd005 Putins Wahlkampfhilfe für Trump in Zeiten des Digitalen Krieges

Michael Seemann, bekannt als mspro, ist Kommunikationswissenschaftler und denkt seit vielen Jahren laut über das Netz und die Zukunft unserer Gesellschaft nacht. Ob man ihn deswegen einen “gefährlichen Internettheoretiker” nennt?

“Ist Wikileaks Putins Wahlkampfspende für Trump?” – Michael Seemann übt gern Kritik. An Julias Assange, den Kopf der Whistleblowing-Plattform Wikileaks zum Beispiel, an anderen Internettheoretikern, am Chaos Computer Club und vielen mehr. Dabei geht es nicht darum, bloß zu stänkern, sondern eine netzbasierte Zukunft aktiv und politisch mitzugestalten. Über die Jahre, so sagt er selbst, hat er dabei seine anfängliche Naivität abgelegt und was er bei piqd für Texte heraussucht und diskutiert klingt durchaus düster: “Die Geschichte von Stuxnet und dem Auftakt des digitalen Kriegs” heißt einer. Oder “Hat Russland die US-Politik gehackt?”

Die Rolle des Netzes in der politischen Einmischung kann man wohl nicht unterschätzen. Es sind solche Themen, die Michael Seemann interessieren: Was passiert, wenn Russland auf allen Servern seine Finger im Spiel hat? Solche Fragen, die im Grunde eine ganz neue Gesellschaft vor dem inneren Auge entstehen lassen: Werden Algorithmen bald berechnen können, was wir für Dienstleistungen zu zahlen bereit sind? Was macht es mit der Welt, wenn die Macht in den Händen weniger riesiger Plattformen liegt, die sich wie ein Staat verhalten? – Man merkt schon: große Fragen.


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16. September 2016
nach Katrin Rönicke
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piqd004 Besserer Sex!

Wir sind erwachsen und gebildet, wir sind von sexualisierten Medien umgeben und angeblich frei, aber irgendwie schaffen wir es immer noch nicht, “normal” über Sex zu reden. Theresa Bäuerlein will das ändern.

Zwischen Schmuddelecke und trockener Distanz gibt es gerade in Deutschland wenig, das sich mit Sexualität und Beziehungen befasst, findet Theresa Bäuerlein, piqerin im Kanal “Liebe, Sex und wir” und “Kopf und Körper”. Sie sucht deswegen am liebsten im anglo-amerikanischen Raum nach interessanten Gedanken und neuen Debatten, denn in Deutschland wird immer noch die Frage rauf und runter debattiert, wie oft in der Woche man Sex haben sollte.

Beim Thema Sex haben alle ein großes Redebedürfnis, das konnte sie feststellen, als sie mit ihrem Freund das Buch “Besser als Sex ist besserer Sex” schrieb. Aber ganz von alleine läuft so eine Debatte natürlich nicht. Wie sie versucht, mit der Auswahl ihrer piqs einen anderen Blickwinkel einzunehmen und ihre Wünsche an die Zukunft – all das erzählt Theresa in dieser Folge. Dabei streifen wir auch die Frage: Wie wäre dein Sexleben, wenn es keine Männer gäbe – und sie irritiert mich bis heute sehr. Denkt mal drüber nach!

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Theresas piqs zum Thema