29. September 2017
von Katrin Rönicke
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Omas Geld und Opas Firma

Antje Schrupp piqt im Kanal “Volk und Wirtschaft”, sie ist Politikwissenschaftlerin und ihre Position ist die: “Ich hab ne ziemlich radikale Meinung – ich bin dafür, das Erbrecht abzuschaffen, erben müsste verboten sein.” Auf diese Meinung kam sie durch ihre Dissertation zur Ersten Internationalen – als sich Anarchisten und Sozialisten stritten, was der bessere Weg zu mehr Gerechtigkeit sein könnte. Aber Anarchismus – ist das noch zeitgemäß?

Eine Debatte über das Erben ist es auf jeden Fall, findet Julia Friedrichs. Die ist Journalistin, sie schreibt vor allem bei der Zeit. Aber sie ist auch Autorin mehrerer viel beachteter Bücher, etwa das vor zehn Jahren erschienene „Gestatten: Elite“, für das sie am Rekrutierungsprozess von McKinsey teilgenommen hatte. 2015 erschien ihr Buch „Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht“, darin hat sie akribisch untersucht, wie sich größere Erbschaften auf die Vermögensverteilung in der Gesellschaft auswirken.

Der Dritte in der Runde ist Rico Grimm. Für die Krautreporter wühlt er sich oft intensiv in ein Thema ein und das hat er auch mit der Lobby der Familienunternehmer gemacht. Sein Artikel „Wie reiche Familien die Erbschaftsdebatte manipulieren“ erschien vergangene Woche, kurz vor der Wahl – und genau darüber habe ich mit ihm in der Krautreporter-Zentrale gesprochen.

Schon Winston Churchill hat die Erbschaftssteuer ein “Korrektiv gegen die Entwicklung einer Rasse von reichen Müßiggängern“ genannt. Aber viel ist von dieser Haltung nicht übrig – in Deutschland sind wir konservativer, als wir denken. Leistung und Gerechtigkeit gelten als Grundpfeiler in unserer kapitalistisch funktionierenden Demokratie. Die derzeitige Erbpraxis stellt diese Grundpfeiler jedoch in Frage und die groß angelegte Lobbyarbeit der sogenannten Familienunternehmen verhindert offenbar, dass sich hier wie sonst auch, ganz im habermasschen Sinne das bessere Argument durchsetzen kann.

10. Mai 2017
von Katrin Rönicke
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piqd035 re:publica 2017: Von AfD-Troll bis Zeppelinfetisch

“Wir dachten, das Netz wäre Information, dabei ist es Formation. Auch, was Geschichtsbilder angeht. Ob rechts, ob links, ob Fußballfan: Im Netz bilden sich geschlossene Geschichtsbilder, die wir betrachten und auflösen wollen.” Um diese Geschichtsbilder zu finden, haben sich Moritz und Charlotte tief in Facebook-Gruppen und Gutefrage-Foren eingewühlt. In ausgesuchten Beispielen zeigen sie, dass die geschichtliche Bildung, die im Netz zutage tritt, oft einiges zu Wünschen übrig lässt. Wie kann man jedoch damit umgehen?

28. April 2017
von Katrin Rönicke
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piqd033 Echte Integration wäre: sich Freunde zu suchen, die anders sind

Alexandra Rojkov treibt die Frage um, wie Integration gelingen kann, wie sie wirklich aussieht. Ihre These: Echte Integration fängt dort an, wo man sich Freunde sucht, die anders sind, als man selbst. Und das haben die “Bio-Deutschen” bis 2015 kaum geschafft, weswegen Alexandra skeptisch ist, ob sie das nun schaffen. Sie ist selbst als Kontingent-Flüchtling nach Deutschland gekommen und hat festgestellt, dass die Deutschen vor allem jene Migranten als “gute Beispiele für gelungene Integration” ansehen, die sich mehr assimiliert, als integriert haben. Aber sie berichtet auch von Migranten, die keine Notwendigkeit darin sehen, Deutsch zu lernen – obwohl die Sprachbarriere zu überbrücken ein wichtiger Schritt für mehr Miteinander, anstelle von Neben- oder gar Gegeneinander wäre. Was tun? Keine einfache Frage – wir versuchen zumindest eine Annäherung. Wesentlich für das Gelingen ist Alexandras Meinung nach, dass die Beziehungen zwischen alten und neuen Deutschen auf Augenhöhe kommen.

15. April 2017
von Katrin Rönicke
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piqd031 Organisierte Verantwortungslosigkeit im Netz beenden

Wir sprechen über die Ansage der CDU, Facebook zwingen zu wollen, gegen Fake News vorzugehen. Über BIldung im Digigtalen Zeitalter. Über die Möglichkeiten, die das Netz bietet und was die Politik tun kann und sollte, um diese zu gestalten. Als Abgeordneter einer Regierungspartei hat Jarzombek natürlich auch die Aufgabe, die Politik der Regierung positiver darzustellen, als dies vielleicht ein Abgeordneter der Opposition tun würde. Klar. Nichtsdestotrotz versuchen wir in diesem Gespräch, über die nächste Bundestagswahl hinaus zu denken.

17. März 2017
von Katrin Rönicke
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piqd027 Ole Wintermann über informelles Lernen und die Zukunft der Arbeit in der digitalen Gesellschaft

Am Beispiel der Futurechallenges zeigt sich, wie von der digitalen Globalisierung und der Verfügbarmachung von Wissen weltweit Menschen profitieren. Gleichzeitig hinken wir hinterher, denn die Zukunft der Arbeit hängt auch von unserer bildungspolitischen Gegenwart ab – doch die orientiert sich noch zu stark an den Prämissen der Industrialisierung. In diesem riesigen Spannungsfeld bewegt sich unser Gespräch: Welchen Herausforderungen müssen sich arbeitende Menschen stellen? Welche Bildungsideale brauchen wir dafür? Wie soll das alles in der globalen Wirtschaft funktionieren?