Digitale Gesellschaft

piqd HINTERGRUND #25
Was für eine Sauerei

piqd HINTERGRUND #25

Was für eine Sauerei

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Plastikmüll und Mikroplastik, ein digitaler Überwachungsstaat und die betrügerische Kongo-Prinzessin. Drei Geschichten und ihre Geschichte im piqd Hintergrund aus München.

Digitaler Überwachungsstaat: China macht vor, wie es geht

Social Scoring ist in China im Alltag der Menschen angekommen. Mit Kameras, im Netz und fast allem, was sie tun, werden sie umfassend überwacht. Verhalten, das gegen die Regeln der Regierungspartei verstößt, kann direkt sanktioniert werden. Ein Investigativjournalist, mit dem Knetsch sprechen konnte, darf bspw. nicht mehr fliegen und auch keine Schnellzüge mehr nehmen. Intelligente Kameras, von welchen in China bis 2020 600 Mio. Stück installiert werden sollen, gibt es aber auch schon bei uns.

"Der erste Eindruck, den ich hatte in Peking: Man wird immer überall kontrolliert.", sagt Gabriele Knetsch. Sie ist Journalistin und Feature-Autorin beim Bayerischen Rundfunk, der ARD und für diverse freie Audio-Projekte.

Jedes Jahr landen riesige Mengen deutschen Plastikmülls im Ausland – vor allem in Malaysia

Gemeinsam mit Südostasien-Korrespondent Arne Perras hat Vivien Timmler eine große Recherche über Plastikmüll veröffentlicht. Plastikmüll ist grundsätzlich ein Problem, für asiatische Länder wie Malaysia aber ganz besonders. Seitdem China kaum noch Plastikmüll vom globalen Markt kauft, haben kleinere Länder den Platz übernommen und kaufen auch deutschen Müll. Oft fehlen vor Ort Recycling-Fabriken und der Müll landet in der Natur und im Meer. Dass Müll als Wirtschaftsgut gehandelt werde, sei höchstproblematisch, sagt Timmler. Seit Anfang Mai ist klar: Die Regeln für den Export von Plastikmüll werden endlich verschärft.

"Das Plastik, das wir in den gelben Sack schmeißen, [...] wird nur noch zu 36% recycelt, der Rest wird verfeuert oder exportiert. Vivien Timmler ist Redakteurin bei SZ Wirtschaft und schreibt über Plastikmüll, Nachhaltigkeit und Wirtschaftspolitik."

Die Kongo-Prinzessin: Leben einer Hochstaplerin

Es gab einen Punkt in ihrem Leben, da hatte die angebliche kongolesische Prinzessin Odette alles: wohlhabende Verehrer, Villen und ein Luxusauto. Aus dem nichts tauchte sie 2004 in Frankfurt am Main auf und wurde schnell zum gern gesehenen Gast in gehobenen Kreisen. Mit unglaublicher Dreistigkeit schlägt sie sich durchs Leben, bis alles auffliegt und sie abstürzt. Lorenz Schröter hat beim piqd Salon die krassesten Geschichten aus dem fünfteiligen Radiofeature zusammengefasst.

"Diese schöne Hochstaplerin [hatte] sich das Motto ihres Lebens aus dem Internet besorgt und zwar von Coco Chanel: ‘I didn’t like my lifestory, so I created a new one.’ Und daran hat sie sich auch gehalten." Lorenz Schröter ist Reporter und Weltreisender.

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piqd HINTERGRUND #19
“Warum ist diese Branche so fucked up?”

piqd HINTERGRUND #19

“Warum ist diese Branche so fucked up?”

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Die Digitalisierung verändert alles, auch unsere Werbung. Immer noch gibt es zu wenige Frauen in der Tech-Branche. Und haben mittlerweile eigentlich alle verstanden, worum es bei Blockchain geht? Die Themen auf dem Zündfunk Netzkongress 2018 und im piqd HINTERGRUND.

Frauen in der Tech-Branche

In der IT-Branche herrscht seit Jahrzehnten ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Nicht nur das, Frauen werden teilweise systematisch benachteiligt und sexuell belästigt. Das war nicht immer so, wie Maria Fedorova im piqd Salon erzählt. Erst ein bei Tech-Unternehmen beliebter pseudowissenschaftlicher Einstellungstest machte die Branche in den 60er- und 70er-Jahren zum Männerclub. Das ändert sich langsam. Fedorova erwähnt viele aktuelle Beispiele.

"Frauen werden in der IT nicht nur vom offensichtlichen Sexismus und Belästigungen zurückgehalten, es gibt auch noch unterschwellige, aber genauso gefährliche Verhaltensmuster, die man auch nicht so gut ansprechen und erkennen kann." Maria Fedorova ist Zündfunk-Autorin und Frauenpower-Verfechterin. Spricht und schreibt über Feminismus, Popkultur und Politik.

Wie sieht Werbung in der Zukunft aus?

Die Digitalisierung hat Werbung grundlegend verändert: Die Ausspielkanäle, die Wahrnehmung, die Personalisierung. Gregor Schmalzried erklärt das Dilemma: Für Werbetreibende ist es einerseits leichter, zugeschnittene Zielgruppen zu erreichen, andererseits aber auch viel schwieriger, aus der Masse hervorzustechen. Die Nutzer profitieren von relevanteren Werbebotschaften, müssen dafür jedoch große Datenmengen preisgeben.

"Wäre Coca-Cola die erfolgreichste Getränkemarke der Welt geworden, wenn sie von Anfang an nur Werbung ausgespielt hätten an Leute, die dunkelfarbige Limonaden mögen? Vermutlich nicht." Gregor Schmalzried ist Tech-Experte für Zündfunk und den BR24, baut Memes für Puls und hostet den Podcast "Hier nur privat".

Eine kritische Betrachtung der Blockchain-Technologie

Kann das nicht auch eine Datenbank? Michael Seemann hinterfragt kritisch den Nutzen und die Relevanz der Blockchain. Für ihn eignet sich die Technologie nicht als Geld-Ersatz in Form von Krypto-Währungen wie Bitcoin. Sollte die Blockchain sich durchsetzen, befürchtet er ein Phänomen wie nach der Etablierung des Internets: ein Konzentrationsprozess, der zu Großkonzernen wie etwa Google führt, die dann eine Daten- und Machthoheit haben. Für ihn sind Bitcoin und die Blockchain in erster Linie Ideologien.

"Wenn du glaubst, dass das Problem deiner Lösung die Blockchain ist, dann hast du weder die Blockchain noch dein Problem verstanden." Michael Seemann ist Blogger, Kulturwissenschaftler, Autor und Netztheoretiker und empfiehlt regelmäßig guten Journalismus auf piqd.

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piqd HINTERGRUND #13
TRANSformation

piqd HINTERGRUND #13

TRANSformation

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In diesem piqd HINTERGRUND geht es um Clickworking, deutsche Waffenexporte und eine TRANSformation. Die Gäste von Florian Schairer in der dreizehnten Folge: Laura Meschede, Philipp Grüll und Christina Wolf.

Clickworking und die Zukunft der Arbeit

Laura Meschede hat es selbst ausprobiert: Die Journalistin hat für drei Monate als Clickworker bei Amazon Mechanical Turk gearbeitet, sich mit “Turkern” auf der ganzen Welt ausgetauscht und ein paar sogar in Indien besucht. Was macht die Arbeit aus, für wen lohnt sich Clickworking und wer sind die Menschen, die “clickworken”? In ihrer Reportage für das Magazin der Süddeutschen Zeitung geht sie der Frage nach, ob das tatsächlich die Zukunft der Arbeit ist.

"Man muss die digitale Entwicklung und den Verlust von Arbeitsrechten voneinander trennen – denn Clickworking ist auch mit Arbeitnehmerrechten möglich." Laura Meschede schreibt unter anderem für Süddeutsche Zeitung, taz, Zeit Online und Vice.

Rendite um jeden Preis?

Die Produkte deutscher Waffenhersteller unterliegen strengen Exportregulierungen. Doch was, wenn eine deutsche Firma eine Fabrik auf Sardinien baut, die eine hundertprozentige Tochter des Unternehmens ist? Dann fühlen sich weder deutsche noch italienische Regulierer zuständig, meint der Reporter Philipp Grüll. Gemeinsam mit Karl Hoffmann hat er in der Investigativ-Reportage “Bomben für die Welt” die Geschäftspraktiken eines deutschen Rüstungskonzerns untersucht.

"In Deutschland herrscht eine Doppelmoral [...] und die Politik macht sich dabei nicht ehrlich." Philipp Grüll arbeitet beim Bayerischen Rundfunk und ist Redakteur beim Politikmagazin Report München.

Von Steffi zu Henri

Es ist keine leichte Aufgabe, diese persönliche Geschichte richtig zu erzählen. Christina Wolf hat es geschafft, sie hat die Transformation ihrer besten Freundin Steffi hin zu Henri mit dem Mikrofon begleitet. Herausgekommen ist ein Podcast, der auf Anhieb die Apple Podcast Charts gestürmt und jede Menge positiver Resonanz, auch aus der LGBT-Szene hervorgerufen hat.

"Was ist, wenn deine beste Freundin eigentlich dein bester Freund ist? Ich hab teilweise ein Handy auf den Tisch geknallt und Aufnahme gedrückt, damit wir nicht checken, dass wir aufnehmen. Und das vergisst du." Christina Wolf moderiert beim Bayerischen Rundfunk.

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