5. Januar 2018
von Katrin Rönicke
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Flucht und Afrika

Den Input für die heutige Sendung hat Jannis Brühl gepiqt. Im Kanal „Reportagen und Interviews“ auf piqd.de hat er ein großes Dossier von Foreignpolicy.com ausgesucht, ein 9-teiliger, englischsprachiger Beitrag, der sich genau angesehen hat, wie vor Ort die Flüchtlingspolitik Europas wirkt. Jannis schreibt zu seinem Piq:

“Du denkst, du verstehst die aktuelle Flüchtlingssituation? Tust du nicht, wenn du dieses Textpaket nicht gelesen hast.”

Nicht nur die Reporter von Foreign Policy haben sich diese Realität ganz genau angesehen. Auch in Deutschland gibt es ein groß angelegtes Projekt, das vor Ort recherchiert hat, wie die EU-Politik die afrikanischen Länder verändert und beeinflusst. Das Projekt heißt „Migration Control“. Die taz-Redakteure Christian Jakob, Dominic Johnson, Daniél Kretschmar, Simone Schlindwein haben über viele Jahre daran gearbeitet und es ist auch in deutscher Sprache. Man kann sich tagelang durch das Online-Portal auf migration-control.taz.de lesen.

Für „piqd thema“ habe ich mit Simone Schlindwein darüber gesprochen. Sie ist taz-Korrespondentin in Afrika und zuständig für die Regionen der Großen Seen. Außerdem ist sie Mitautorin des Buches „Diktatoren als Türsteher Europas: Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert“.

Die zweite Gesprächspartnerin der heutigen Sendung ist Petra Bendel. Sie ist Professorin für Politikwissenschaften und Akademische Direktorin des Zentralinstituts für Regionenforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Am 11. Dezember hat sie in Berlin die Ergebnisse der Arbeit einer Kommission vorgestellt, die unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth die wichtigsten Thesen und Empfehlungen zum Einwanderungsland Deutschland erarbeitet hat. Der Titel des 200-Seitigen Papiers: “Perspektiven für eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Flüchtlings- und Einwanderungspolitik” herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung.

28. Oktober 2016
von Katrin Rönicke
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piqd007 Migration ist der Normalfall

Flüchtlingsforschung ist eine multidisziplinäre Sache: Urban Studies, alle Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Mediziner, Psychologen uvm. ziehen an einem Strang und bringen ihre Expertise ein. Dabei geht es immer auch um Konkrete Hilfe und Verbesserung der Situation. Olaf findet: „Eine Forschung, die sich nicht bemüht, Leiden zu vermindern, ist es eigentlich nicht wert, betrieben zu werden.“ Daher versuchen die Mitglieder des Netzwerks Flüchtlingsforschung auch, sich in öffentliche Debatten einzuschalten.

Die Forschung zeigt: Die Leute fliehen aufgrund der Situation an ihrem Wohnort, nicht, weil Einladungen von Bundeskanzlerinnen winken. Der Normalfall ist eigentlich, dass Leute versuchen, in ihrer Herkunftsregion einen sicheren Ort zu finden. Warum der Türkei-Deal in Europa nicht wirklich umsetzbar ist und warum wir nicht nach dem „australischen Modell“ verfahren können – diese und andere Fragen erörtert Olaf in der siebten Folge des piqd Podcasts.