Kriegsopfer

piqd HINTERGRUND #9
Geraubte Kinder im Krieg

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Geraubte Kinder im Krieg

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Linksterroristen auf der Flucht, eine Krankenhaus-Odyssee bei Eileiterschwangerschaft und der Raub polnischer Kinder im zweiten Weltkrieg. Unsere Themen in Folge 9 des piqd HINTERGRUND.

Exil-Besuch bei ehemaligen Linksterroristen

Thomas Walter hält sich seit 22 Jahren versteckt. Denn ihm wird vorgeworfen, mit zwei Freunden einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Zur Tat kam es nicht, trotzdem sind die drei Männer nach Venezuela geflohen. Jetzt versinkt das Land zunehmend im Chaos, während in Deutschland die Verwandten sterben. Gerne würde Thomas Walter seinen dementen Vater noch einmal sehen. Aber dafür ins Gefängnis gehen? Christoph Scheuermann berichtet über die Konsequenzen einer radikalen Entscheidung.

"Das Irre ist, dass all das, was ihm vorgeworfen wird, relativ klar und deutlich auf der Internetseite des Bundeskriminalamts nachzulesen ist. [...] Er steht da unter den meistgesuchten Schuldigen."Spiegel Korrespondent Christoph Scheuermann ist ist der Großcousin von Thomas Walter.

Eileiterschwangerschaft als Krankenhaus-Odyssee

Eine Eileiterschwangerschaft ist selten und kann heutzutage früh festgestellt und abgebrochen werden. Dennoch geht von ihnen eine enorme Gefahr für die Schwangeren aus. Als Teresa Buecker, Chefredakteurin von Edition F, nachts mit ihrem Freund unter großen Schmerzen die Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses aufsucht, vermutet sie bereits eine Eileiterschwangerschaft. Florian Schairer spricht mit ihr über diese Nacht, über die Versorgung schwangerer Frauen und wie wichtig Empathie in einem Krankenhaus ist.

"Ich glaube das Schlimmste war tatsächlich, dass sich niemand um mich gekümmert hat. Also, dass auch niemand da war, um mir die Angst zu nehmen." Teresa Buecker hat selbst eine Eileiterschwangerschaft erlebt.

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piqd HINTERGRUND #6
„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

piqd HINTERGRUND #6

„Ein Verdacht genügt und es wird auf Knopfdruck getötet“

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Emran Feroz recherchiert in Afghanistan über die zivilen Opfer von Drohnenangriffen. Anne Fromm berichtet nach der Geburt ihres Sohnes aus erster Hand über den Hebammen-Mangel. Und Martin Krohs will, dass Journalismus gemeinnützig finanziert wird. Wir haben die Autorinnen im für die sechste piqd HINTERGRUND-Folge getroffen.

“Tod per Knopfdruck” Über die zivilen Opfer von Drohnen-Angriffen

Die Menschen in der afghanischen Provinz sind auf sich allein gestellt. Niemand interessiert sich für sie, niemand kommt sie besuchen. Berichtet wird über sie aus der Distanz. Für Emran Feroz war irgendwann klar: Um authentisch berichten zu können und aus Respekt vor den Betroffenen und Bedrohten musste er mit den Menschen vor Ort reden. Wie schrecklich die Situation für die Menschen in Gebieten mit Drohneneinsätzen ist, wurde ihm erst klar, als er wieder in Deutschland war.

Wenn hier ein Unfall passiert, sind gleich Psychologenteams da, betreuen die Menschen. Dort findet so ein Angriff statt, dann gehen die Angehörigen selber hin, sammeln die Leichenteile auf, machen schnell die Beerdigung und dann leben die einfach weiter. Emran Feroz hat ein Buch über den US-amerikanischen Drohnenkrieg geschrieben.

Feroz kritisiert die fatale Widersprüchlichkeit von Drohnenangriffen. Die meisten Staaten, die Drohnenangriffe durchführen, nennen sich demokratische Rechtsstaaten, sagt er. Dort gibt es einen Prozess, bevor jemand verurteilt wird. Im Nahen Osten reicht dann aber auf einmal ein Verdacht aus, um ein Todesurteil zu fällen.

Versorgungsmangel bei Geburten in Berlin Ein Erfahrungsbericht

Vor der Geburt ihres ersten Kindes hatte Anne Fromm eine klare Vorstellung, wo sie ihr Kind zur Welt bringen will. Es sollte ein Krankenhaus mit Neonatologie sein, einer Station für Neugeborene, falls es bei der Geburt Probleme geben sollte. Als sie dann ihre Wehen bekam, lief plötzlich nichts mehr nach Plan. In der Klinik gab es keinen freien Kreißsaal.

"Ich hab mich natürlich auch total allein gelassen gefühlt. Man hat uns die Illusion verkauft, ihr seid bei uns sicher und euch kann nichts passieren und dann heißt es einfach nur: Ja, bei uns heute nicht, auf Wiedersehen, guckt mal, wie es so läuft."- Anne Fromm, taz

Anne Fromm recherchiert nach der Geburt weiter und findet heraus, dass sie nicht die Einzige ist, die eine negative Geburts-Erfahrung gemacht hat.

Gemeinnützige Förderung für Journalisten

Seit 2014 berichtet dekoder.org aus und über Russland. Und für diese exzellente Arbeit wurde die Seite 2016 sogar mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Momentan wird dekoder noch privat von Martin Krohs finanziert und projektbezogen über Stiftungen gefördert. Mittelfristig soll es aber eine Möglichkeit geben, aus dem “dritten”, also dem gemeinnützigen Sektor finanziert zu werden. Denn Krohs meint, Journalismus sei ein gemeinnütziges Kulturgut, das es zu erhalten gelte.as wir brauchen, ist ein Qualitätsjournalismus, der ausgewogen ist, der verschiedene Perspektiven aufzeigt, der in die Tiefe geht, Zusammenhänge herstellt etc. Aber dafür Geld zu finden, ist unheimlich schwer. Martin Krohs hat dekoder.org gegründet.

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