Menschenrechte

piqd HINTERGRUND #22
Die Perspektive der Opfer

piqd HINTERGRUND #22

Die Perspektive der Opfer

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Im piqd HINTERGRUND #22 erzählen diesmal die Journalistinnen Christian Parth und Johan von Mirbach über ihre Klima-Recherchen und Minh Thu Tran berichtet vom Schicksal zweier ehemaliger Kindersoldaten.

Kindersoldaten – Vom Opfer zum Täter

Über ein Jahr haben Minh Thu Tran und Elsbeth Bräuer an ihrer Geschichte recherchiert. Es ist die zweier Kindersoldaten aus Uganda. Denn beide wurden zwangsrekrutiert. Einer floh, der andere machte Karriere in der Lord’s Resistance Army, kurz LRA. Minh Thu Tran berichtet über den Ausgangspunkt der Recherche, über die Fahrten nach Den Haag zum Internationalen Gerichtshof. Und sie erzählt von der Reise nach Uganda, wo die Journalistinnen vor Ort die Geschichte der beiden Männer und der Opfer der LRA erforschten.

"[Wir wollten] die Perspektive der Opfer auch nicht zu kurz kommen zu lassen. Es war uns sehr wichtig, dass es nicht nur ein Porträt von zwei ehemaligen Kindersoldaten wird." Minh Thu Tran über ugandische Kindersoldaten.

Energiekonzerne liefern (falsche) Argumente für Klimawandelleugner

Energiekonzerne vertuschen den Klimawandel. Das belegen verschiedene Reporte und Studien. Bis heute sind auch große deutsche Energiekonzerne beteiligt, die „Maschinerie der Klimawaldelleugner“ mitzufinanzieren. Johan von Mirbach hat mit Forschern, Ingenieuren und Klimawandelleugnern gesprochen. Und als er mit der Doku für einen Preis nominiert wird, wird es besonders absurd, wie er im Salon berichtet.

"Alles was heute von Klimawandelleugnern behauptet wird, geht auf ehemalige Studien der Erdölindustrie zurück, auch in Deutschland." Johan von Mirbach ist TV-Editor und Videojournalist.

Der Hambacher Forst als Ausgangspunkt einer neuen Klimabewegung?

Eine gute Autostunde von Oberhausen entfernt liegt der Hambacher Forst. Er ist ein besonderer Schauplatz des Kampfes gegen die Klimapolitik der NRW-Landes- sowie der Bundesregierung. Und auch der Energieriese RWE kommt nicht gut weg. Christian Parth hat mehrfach vor Ort recherchiert und spricht über die Bewegung um den Hambi und die Rolle als Reporter vor Ort.

"Deswegen hat sich diese Bewegung entwickelt, raus aus einem etwas radikaleren Milieu, hinein in ein sehr breites, bürgerliches Milieu." Christian Parth über die Aktivistinnen im Hambacher Forst.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments

piqd HINTERGRUND #4
Workingclass Heroes

piqd HINTERGRUND #4

Workingclass Heroes

Apple Podcasts | Deezer | Google Podcasts | Spotify

Die englische Band Sleaford Mods steht für ein ganz bestimmtes englisches Lebensgefühl. Eine Berlinerin hat sie porträtiert. Außerdem: Die Serie "4 Blocks" im Realitätscheck und ein schwer zu ertragendes Stück über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg. Die neue Folge vom "piqd-Hintergrund".

Bunch of Kunst – Doku über die Sleaford Mods

Sänger Jason, DJ Andrew und Manager Steve – das sind die Sleaford Mods aus Nottingham. Ihre Musik ist ungewöhnlich, dreckig und aggressiv, aber auch lustig, sagt Christine Franz. Die Berlinerin hat auf ihr Bauchgefühl gehört, als sie sich 2014 entschieden hat, einen Film über die englische Band zu drehen: Bunch of Kunst.

Der Film porträtiert nicht nur die Band, sondern einen Teil der britischen Bevölkerung, der sich durch die expliziten Liedtexte endlich verstanden und vertreten fühlt. Das Erfolgsrezept: Die Jungs aus den East Midlands machen Arbeitermusik. Es scheppert und dröhnt und es wird geflucht bis selbst Seemänner rot werden.

Die Texte sprechen den Leuten wahnsinnig aus der Seele. Das ist eine Spreche, die du im Pub aber nicht in den Charts hörst. Christine Franz hat die Band Sleaford Mods porträtiert

Mehr als eine Thriller-Serie

Die deutsche Serien-Produktion 4 Blocks kommt der Realität wirklich nahe, schreibt Christian Stahl in einem Essay für die ZEIT. Der Berliner Autor und Regisseur befasst sich schon seit Jahren mit Gangstrukturen in Neukölln. In der Serie dreht sich alles um einen libanesischen Mafia-Clan. Stahl beschreibt, wie sich die wirklichen Clans zusammensetzen. Staatenlose und Vertriebene bauen kriminelle Strukturen auf.

Es ist auch ein Gespräch über das Scheitern des Staates. Mal wieder kommen wir in unserem Podcast kritisch auf das Thema Integration zu sprechen. Es geht vor allem um das Gefühl dazugehören zu wollen, sagt Stahl: “Es ist absurd und kindisch, aber die wollen entweder Gangster sein und wenn das nicht klappt Polizist.”

“Jede Nacht haben sie andere geholt”

Vergewaltigungen als Kriegsstrategie – im Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren sind bosnische Frauen täglich Opfer sexueller Gewalt durch serbische Soldaten und Wärter geworden. Mechthild Müser hat mit den Opfern gesprochen und analysiert die Problematik, die möglichen Gründe. Vergewaltigungen sind aus Sicht vieler Militärs eine nicht vermeidbare Konsequenz, ja sie halten nach Meinung einiger Soldaten sogar die Truppenmoral aufrecht.

Man weiß nicht genau, wie viele Frauen vergewaltigt wurden, die Zahlen liegen zwischen 25.000 und 50.000. Aber das kann man natürlich nicht zählen, wie man Tote zählen kann. Bis zum Zeitpunkt meiner Recherche sind aber erst 60 Männer verurteilt worden. Mechthild Müser hat über systematische Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg recherchiert.

Der Beitrag ist schwer zu verdauen, auch Müser musste während der Gespräche ihre Tränen zurückhalten.Trotzdem ist es für die Opfer enorm wertvoll über die schrecklichen Taten zu reden. Denn wenn Menschen nicht mehr menschlich handeln, ist es wichtig die Opfer zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Begleiten doch die Folgen der Vergewaltigung die Frauen ihr Leben lang.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments