11. Mai 2017
nach Katrin Rönicke
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piqd036 re:publica 2017: Digitaler Kapitalismus und das Bedingungslose Grundeinkommen

Die Diskussion, die auf Englisch stattgefunden hat, fragte nach den Vor- und Nachteilen, die ein Bedingunsloses Grundeinkommen mit sich bringen würde. Dmytri Kleiner war hier ein harscher Kritiker der Idee, die er für neoliberal hält. Anstatt pauschal jedem Menschen Geld zu geben, will er, dass Soziale Sicherung, Essen, ein Dach über dem Kopf und gesellschaftliche Teilhabe politisch organisiert werden. Meera Zaremba hingegen gibt Leuten schon heute ein Jahr lang 1.000 Euro monatlich – bedingungslos. Sie sieht darin eine große Chance. Der dritte Diskussionteilnehmer, Timo Daum, betont vor allem die Verwerfungen in der Arbeitswelt, die mit der Digitalisierung einhergehen. Die Kontroverse packte auch das Publikum, dass sich mit Verve in die Debatte einmischte. Magdalena Taube fasst die wichtigsten Punkte im Gespräch mit Katrin Rönicke zusammen.

6. Januar 2017
nach Katrin Rönicke
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piqd017 Der Polenerklärer

Denn allzu oft wird nur die düstere Seite Polens beleuchtet: Rechts, konservativ, ausländerfeindlich, fortschrittsfeindlich gar sei die Nation, die mit absoluter Mehrheit 2015 die PiS gewählt hat, eine rechts-konservative Partei, an deren Spitze Jarosław Kaczyński steht. Einer, der als Hardliner gilt. Tatsächlich hat sich seit dem Sieg seiner Partei vieles geändert: Das Verfassungsgericht wurde einmal ausgetauscht und seiner Macht beschnitten, die staatlichen Medien wurden umgekrempelt. Doch Ulrich Krökel mahnt: Polens Demokratie liegt nicht im Sterben. Freie Presse gibt es immer noch. Auch ein Jarosław Kaczyński hat kein Interesse an einem EU-Austritt Polens, denn die Europäische Union erfreut sich in der Bevölkerung nach wie vor großer Beliebtheit.

Was also tun? Differenzieren eben. Zuhören. Hinschauen. Was sich in Polen 2015 ereignete kann als Prototyp für den Brexit 2016 und die Wahl Donald Trumps gesehen werden: Eine Bevölkerung, die vom “Establishment” genug hat, eine, die in Stadt vs. Land, Jung vs. Alt und liberal vs. rechtskonservativ gespalten ist – ein Omen für die Bundestagswahl 2017? Hinschauen, lernen und differenzieren sind immer ein wichtiger Anfang, um jenseits von Filterblasen und Gräben gemeinsame Politik gestalten zu können und Populisten weniger Angriffsfläche zu bieten.