Philosophie

DEAR READER #7
„Mich interessiert die Orientierung an der Oberfläche der Sprache“

Dear Reader #7

„Mich interessiert die Orientierung an der Oberfläche der Sprache“

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Samo Tomšič ist Philosoph und er kennt Mascha Jacobs schon länger. Für die neue Folge haben sie sich unterhalten wie sonst auch – nur eben mit Mikro.

Dieses Mal hat Mascha Jacobs einen Philosophen eingeladen. Samo Tomšič hat Philosophie an der Universität in Ljubljana studiert und wurde 2008 am dortigen Institut für Philosophie zum Thema »Was ist Antiphilosophie?« promoviert. In vergangenen Jahren hat er am Wissenschaftlichen Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste gearbeitet. Und von 2011 bis 2013 war er Alexander von Humboldt-Fellow am Institut für deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Der Philosoph

Seine gegenwärtige Forschung ist den philosophischen Fragen der Formalisierung, der Geschichte des Rationalismus und der Aktualität des strukturalistischen Programms gewidmet. Außerdem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt »Modelle in der Gestaltung« an der Humboldt-Universität zu Berlin. Und gerade erst ist im August Verlag Berlin, an dem Mascha Jacobs als Beirätin beteiligt ist, sein Buch „The Labour of Enjoyment. Towards a Critique of libidinal Economy“ erschienen.

Freuds These war, dass diese Disfunktionen der Sprache eigentlich eine Logik besitzen. Das Lesen ist ja eigentlich einer der zentralen Aspekte der psychoanalytischen Praxis. Samo Tomšič über die Sprache.

Aber Mascha Jacobs und Samo Tomšič kennen sich auch privat. Sie haben schon häufiger über Literatur, Sprache, Tics, Psychoanalyse, Politik und Beziehungsweisen gesprochen. Heute halt vor einem Mikrofon. Deshalb ist der Podcast Dear Reader immer noch seinem Motto verpflichtet – dieses Mal sogar eine ganze Stunde lang.

Erzähl doch mal!

Aber es geht nicht nur ums Lesen. Sondern auch um die Rolle von Fiktionen für die Psychoanalyse, um Witze, Versprecher, Disfunktionen von Sprache. Und um die Frage, wie Lust, Sprache und Politik zusammenhängen. Viel Spaß!

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piqd HINTERGRUND #7
Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

piqd HINTERGRUND #7

Leben wir im Zeitalter der Hypermoral?

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Alexander Grau findet, dass die Hypermoral den öffentlichen Diskurs regiert. Heinz-Christian Strache ist Vorsitzender der FPÖ und pflegt noch immer Kontakte zur rechten Szene. Und Christine Hamel spürte dem Lenin-Mythos in Russland nach. Unsere Themen in der siebten Folge von piqd HINTERGRUND.

Die Neonazi-Vergangenheit eines Spitzenpolitikers

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war als junger Mann in der Neonazi-Szene aktiv. Leila Al-Serori und Oliver Das Gupta haben diese Zeit mit großem Aufwand akribisch und präzise rekonstruiert. Dass ein Politiker mit einer solchen Vergangenheit so erfolgreich Karriere macht, ist in Europa einzigartig und ruft Bedenken hervor. Die Recherche wurde in zwei Teilen in der Süddeutschen Zeitung als “Die Akte Strache” veröffentlicht.

"Was wirklich auffällig ist, ist dass er nach wie vor diese Zeit in der Neonazi-Szene nicht einmal als Fehler bezeichnen möchte. Er zieht da keinen Schlussstrich. Er hat offenkundig gar nicht vor sich davon richtig zu distanzieren." Oliver Das Gupta

Das gespaltene Verhältnis der Russen zu Lenin

Das Radiofeature “Mapping Lenin” von Christine Hamel ist das Ergebnis einer einmonatigen Recherchereise durch Russland. Im Beitrag kommen auch Menschen aus abgelegeneren Orten zu Wort. Die tragen häufig “Lenin” im Namen. Lenin selbst spielt im öffentlichen Leben hingegen kaum mehr eine Rolle.

"Der Personenkult um Lenin ist noch lebendig, der Wunsch nach einer Vision in der Welt, dieses Verlangen nach einer Idee, die weit über den Alltag hinausreicht." – Christine Hamel

Die Regierung hat eine wirksame Erzählung um den starken russischen Staat geschaffen. Für Revolutionsgedanken ist da kein Platz.

Das Zeitalter der Hypermoral

In “Sein und Streit” bei Deutschlandfunk Kultur hat der Philosoph Alexander Grau über die “Hypermoral” gesprochen. Also darüber, dass wir immer häufiger moralisch statt sachlich argumentieren. Wer nüchtern argumentiert, gilt schnell als empathielos und unsympathisch, erklärt Grau. Politiker können beispielsweise Zustimmung in der Gesellschaft nicht ausschließlich mit rationalen Argumenten erreichen. Hinzu kommt, dass viele Themen, beispielsweise technischer Natur, heute direkt moralisch diskutiert werden.

"Es ist natürlich hochgradig irrational, Atomkraftwerke abzuschalten, weil es ein Erdbeben in Japan gab." Alexander Grau, Philosoph

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments