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piqd HINTERGRUND #15
NSU – Wie geht es weiter?

piqd HINTERGRUND #15

NSU – Wie geht es weiter?

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In Folge 15 des piqd HINTERGRUND spricht Florian Schairer mit Ariane Alter & Linda Becker, Thies Marsen und Rainer Schwochow über ihre Recherchen. Es geht um Sex mit Behinderung, das Ende des NSU-Prozesses und die landesweiten Spekulationen mit Bauland.

Der NSU-Prozess – das Urteil und die Folgen

Thies Marsen ist Experte für Rechtsextremismus. Für den BR war er fünf Jahre Prozessbeobachter beim NSU-Prozess in München. Wie die Nebenkläger ist auch er entsetzt von den milden Urteilen: “Ich weiß nicht, ob das alle mitbekommen haben, aber der Schlussakkord des NSU-Prozesses waren jubelnde Nazis.” Dass rechte Gewalt nicht ausreichend sanktioniert wird, das wird in Zukunft zu weiteren Gewaltausbrüchen führen. Die “Triotheorie”, also dass der NSU angeblich nur aus drei Mitgliedern bestand, kritisiert Thies Marsen genauso wie die Verwicklungen des Staates und die insgesamt mangelhafte Aufklärung:

"Der Staat hätte alles dafür tun müssen, dass in diesem Prozess wenigstens von seinen Leuten wahrheitsgemäß ausgesagt wird. Und dass das nicht passiert ist, das ist ein Skandal, den sich die Politik anrechnen muss." Thies Marsen

“Im Namen der Hose” – Sex mit Behinderung

Offen und ehrlich über Sex und Sexualität sprechen, ohne dabei “schmuddelig” zu werden. So beschreiben Linda Becker und Ariane Alter ihren Sexpodcast bei PULS. Damit haben sie einen Nerv getroffen – ihr Podcast taucht regelmäßig in den Podcast-Charts auf. “Sex mit Behinderung” war für sie ein unterrepräsentiertes Thema, dem sie mehr Aufmerksamkeit schenken wollten. In dieser Folge sprechen sie mit Max und seiner Freundin darüber, wie Sex mit Querschnittslähmung geht. Außerdem berichten sie im piqd-Hintergrund von ernsten, inspirierenden und skurrilen Erfahrungen mit und um den Podcast.

"Uns geht es auch so, wir sind auch nicht perfekt und: Macht euch mal locker, das ist jetzt kein Staatsakt mit dem Sex." Ariane Alter und Linda Becker von "Im Namen der Hose"

Steigende Mieten – das spekulative Geschäft mit Grundstücken

Wohnen wird immer teurer. Das liegt auch an steigenden Preisen für Baugrund. In München macht der Bodenpreis bereits fast 70 Prozent der Baukosten für ein Wohnhaus aus. Das lockt überall in Deutschland Investoren an, die mit Baulandspekulationen Rendite machen wollen. Denn nach zehn Jahren, wenn die Frist für die Spekulationssteuer abgelaufen ist, muss man keine Steuern auf die Gewinne zahlen. Geld verdienen an der Wohnungsnot, ohne zu bauen, das geht – selbst wenn man Gebäude einfach verfallen lässt, wie beim Münchner “Döner macht schöner”-Haus.

"Wenn er das Haus nach zehn Jahren verkauft, wenn die Spekulationssteuer wegfällt, dann muss er nichts davon versteuern. Dann hat er fünf Millionen Euro in zehn Jahren verdient, ohne etwas dafür zu machen." Rainer Schwochow, Hessischer Rundfunk

In seinem ARD-Radiofeature zeigt Rainer Schwochow: Ob Steuern, Baurecht, Mieten, Begrenzung von Wohneigentum oder höhere Quoten für Sozialwohnungen – es gäbe viele Dinge, die man auf Bund-, Länder- und Kommunalebene ändern könnte. Und diese Gesetzesänderungen müssen die Bürger von der Politik endlich einfordern.

veröffentlicht von Max in piqd Hintergrund, 0 comments