4. August 2017
von Katrin Rönicke
2 Kommentare

“Weibliche Qualitäten”

Und zwar mit einer female DJ aus Berlin namens Swinka. Sie legt seit acht Jahren auf und kann bestätigen, dass es als Frau in dieser Szene nicht immer leicht ist. Sie muss sich besonders anstrengen, damit man ihre Leistung anerkennt – mehr, als die Jungs im Business.

Aber Obacht: diese Form von Sexismus gibt es nicht nur in der Techno-Szene. Sigrid Meuselbach ist Unternehmensberaterin und hat sich auf das Thema “Frauen in Führung” spezialisiert. Und siehe da: In den Führungsetagen deutscher Unternehmen sieht es genauso aus, wie in der Techno-Szene: Jungs, die sich gegenseitig einladen und pushen und jammern, wenn die Frauen zu männlich werden…

Andererseits suggeriert man ihnen die ganze Zeit genau das: Das einzige Modell, das in unserer Gesellschaft erfolgversprechend ist, das ist das männliche Modell. Sei hart, beiße dich durch, sei rational und kümmere dich nicht um andere. Theresa Bäuerlein sieht darin eine Falle – für Frauen und Männer zugleich.

Eine Sorge, die von der New Yorker Psychiaterin Julie Holland geteilt wird. Bei ihr schlagen sie alle irgendwann auf: Frauen wie Männer, die ihre “weiblichen Qualitäten” unterdrücken, um ja groß Karriere machen zu können.

14. November 2016
von Katrin Rönicke
Keine Kommentare

piqd010 President-Elect Donald Trump

Es ist nicht ganz einfach, zu verstehen, was passiert ist – auch Hakan Tanriverdi, Journalist der Süddeutschen, der in New York lebt, sortiert noch seine Informationen und maßt sich nicht etwa an, uns und der Welt nun alles zu erklären.

Aber er kann gut zusammenfassen, welche Mechanismen und Themen sowohl im Wahlkampf, als auch bei der Wahl selbst eine Rolle gespielt haben: Da ist zum einen die Sache mit den sogenannten “Filterblasen” – Räume im Netz und in der Gesellschaft, in denen wir nur hören und diskutieren, was wir ungefähr sowieso selbst denken. Da ist aber auch die Frage, inwieweit russische Hacker Einfluss auf die Wahl zur mächtigsten Frau oder zum mächtigsten Mann der Welt genommen haben – und was erwartet uns wohl 2017 bei der Bundestagswahl?

Hakan erklärt außerdem, was es mit dem vielgeschmähten Begriff des “Establishments” auf sich hat. Warum konnte Donald Trump Stimmungen einer von der Politik frustrierten Gruppe von Menschen besser einfangen, als die Demokraten, die doch viel mehr für Gerechtigkeit stehen müssten?