19. Januar 2018
von Katrin Rönicke
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Staatsbürgerschaft in der digitalen Welt: Wer soll uns regieren?

Löst die digitale Vernetzung vielleicht sogar irgendwann die analogen Grenzen dieser Welt auf? Was für neue Bürger_innen könnten dadurch entstehen? Werden wir Weltbürger_innen? Oder gar Netz-Bürger_innen?

Dieser Frage geht das Projekt “Digital X-Ship” auf den Grund, das ein Ergebnis der Jahreskonferenz der Berliner Gazette ist. Sonja Peteranderl hat die Idee der digitalen Staatsbürgerschaft im Kanal “Technologie und Gesellschaft” gepiqt. Sie schreibt:

“Die Projektwebseite bildet einige der diskutierten Ansätze ab und liefert auch praktische Anregungen, wie man seine durch Staatsangehörigkeit erworbenen Privilegien mit anderen Menschen teilen kann…”

Einer derjenigen, die das Projekt mit auf die Beine gestellt haben, ist Michael Prinzinger. Er führt in Berlin ein Unternehmen für IT-Sicherheit und engagiert sich seit Jahren in seiner Freizeit bei der Berliner Gazette. Für ihn ist die “X-Ship” ein Balance-Akt zwischen utopischen oder künstlerischen Ideen und ganz klaren, aktuellen Notwendigkeiten.

James Bridle war auch auf der Konferenz dabei und hat sein Kunstprojekt “Citizen X” vorgestellt. Er sagt: “Die Erarbeitung des Projektes „Citizen Ex“ basiert auf der Art und Weise, wie die NSA in den Vereinigten Staaten darüber entscheidet, ob sie Leute überwacht oder nicht.” – Je nach Verhalten, bekommen die Menschen einfach eine angenommene Staatsbürgerschaft zugeteilt.

Einen ganz radikalen Vorschlag hat die Gründerin der Bitnation, Susanne Tarkowski Tempelhof: Sie will von Firmen regiert werden können, zum Beispiel von TED, der kalifornischen Firma, die für ihre “Ideas Worth Spreading”-Videos weltberühmt ist.