11. Mai 2018
von Katrin Rönicke
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Ist der Energiemarkt reif für die Zukunft?

Diese Woche war in Bonn wieder einmal große Klima-Konferenz und alle Medien berichteten, dass es schleppend voran geht. In dieser Folge wollen wir einen Blick auf die konkrete Umsetzung schauen: Die Energiewende. Wir haben ja in den letzten zehn, zwanzig Jahren sehr viele Bemühungen gesehen, die sogenannte Energiewende auch politisch mit Leben zu füllen. Da stellt sich nach all der Zeit einfach die Frage: Wo stehen wir jetzt und wo sollte die Reise hingehen?

Diese Frage diskutiere ich mit Nick Reimer, der diplomierter Energie- imd Umweltverfahrenstechniker, Wissenschaftsjournalist und Gründer von klimaretter.info ist. Auf piqd.de findet ihr ihn im Kanal “Klima und Wandel”. Er sagt: “Die Energiewende wurde erfunden, um einen CO2-freien Weg in die Zukunft zu finden.” Doch: Sie sei halbherzig und schlicht nicht zu Ende gedacht. Außerdem lenke die Frage nach dem Strommarkt regelmäßig davon ab, dass in den anderen Energiesektoren – Wärme, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft – die Fortschritte nicht vorhanden seien. Trotzdem könne der Strommarkt als gutes Beispiel gelten, wie man die Sache angehen müsste.

Urszula Papajak arbeitet bei der “Renewables Grid Initiative”. Die ist verantwortlich für den “Good Practice of the Year”-Award, ein Preis, der von der “Renewables Grid Initiative” zusammen mit der Europäischen Kommission verliehen wird. Es geht darum, ein Projekt auszuzeichnen, das an innovativen Lösungen arbeitet, um mehr erneuerbare Energien in das Energienetz einzuspeisen. Sie arbeitet also ganz konkret an Ideen und Innovationen – denn sie möchte nicht aufgeben, auch wenn sie zugibt, dass die Entwicklungen viel zu langsam gehen.

Der dritte in der Runde ist Ralph Diermann, ebenfalls piqer im Kanel “Klima und Wandel” und Energiejournalist, der unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online oder die NZZ schreibt. Für Ralph ist zwar auch klar, dass es zu langsam geht, aber er sieht auch Chancen, die von Nick angemahnte Beachtung der anderen Sektoren mit neuen Ideen zu wuppen. “Selektorenkopplung” lautet hier das Stichwort. Am Ende sind sich alle einig:

Solange wir nicht aus der Kohle aussteigen, haben die Erneuerbaren keine Chance. Doch wer behindert diesen Ausstieg? Und wie könnte man diese Blockade lockern?

2. Februar 2018
von Katrin Rönicke
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Divestment – mit Geld das Klima retten?

Daniela Becker hat Umweltwissenschaften studiert, schreibt als Journalistin besonders gern über Umweltthemen und nachhaltiges Wirtschaften und hat im Kanal „Klima und Wandel“ auf piqd.de eine Alternative zur Resignation gefunden. Ihr piq vom 11. Januar betrachtet Entwicklungen in New York, auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans, die richtungsweisend sein könnten.

Tine Langkamp ist Divestment Campaignerin der Organisation 350.

“350 ist eine Nichtregierungsorganisation, die global arbeitet und eine Klimaschutzbewegung, die sich gegen Kohle, Öl Gas stellt und für 100 Prozent Erneuerbare einsetzt.”

Das Investigativ-Büro von correctiv hat 2016 eine Recherche angestoßen, die untersucht hat, ob und wie die Bundesländer ihre Steuergelder nach Umweltkriterien anlegen. Annika Joeres hat die Recherche durchgeführt.

“Wir wollten uns genauer anschauen wo Bundesländer ihr Geld investieren. Bis dahin hat niemand gefragt, wohin die Gelder investiert werden.”

Alle drei berichten von den Chancen durch Divestment und von den Widerständen, die es trotz allem noch zu überwinden gilt.

17. November 2017
von Katrin Rönicke
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Was ist Bitcoin?

Der Journalist und Kulturwissenschaftler Michael Seemann findet genau das an Bitcoin so spannend – denn “die Frage nach dem Wert ist fast schon eine philosophische”. Sein piq, “Was sind Cryptocurrencies wirklich”, soll der Ausgangspunkt für unsere heutige Sendung sein.

Tanzeel Akhtar ist Wirtschaftsjournalistin, sie schreibt unter anderem für die Financial Times und das Wall Street Journal. Sie findet schon, dass Bitcoin wie eine Währung benutzt werden kann – aber dann, so ihre Meinung, sollten die Leute, die damit Profite machen, auch Steuern darauf zahlen. Nur: Bei komplett anonymen Transaktionen ist das natürlich schwer. Wie soll eine digitale Währung reguliert werden? Das geht gar nicht – und genau das ist für viele auch der Reiz an Bitcoin: am Staat vorbei zu wirtschaften.

Der Wirtschaftsexperte Marco Herack von den „Mikro-Ökonomen“ sieht darin nur eine weitere Ausprägung der wachsenden Skepsis gegenüber Staaten und staatlichen Institutionen. Neben solchen Bewegungen wie „Pegida“ und der Angst vor der „Lügenpresse“ oder der Ablehnung der EU, ist Bitcoin eben die Skepsis gegenüber dem Geldsystem. Für ihn zeigt sich in Bitcoin sonst kein konkreter Nutzen, deswegen vermutet er hinter den immer krasser steigenden Werten einen schlichten Hype.