17. November 2017
von Katrin Rönicke
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Was ist Bitcoin?

Der Journalist und Kulturwissenschaftler Michael Seemann findet genau das an Bitcoin so spannend – denn “die Frage nach dem Wert ist fast schon eine philosophische”. Sein piq, “Was sind Cryptocurrencies wirklich”, soll der Ausgangspunkt für unsere heutige Sendung sein.

Tanzeel Akhtar ist Wirtschaftsjournalistin, sie schreibt unter anderem für die Financial Times und das Wall Street Journal. Sie findet schon, dass Bitcoin wie eine Währung benutzt werden kann – aber dann, so ihre Meinung, sollten die Leute, die damit Profite machen, auch Steuern darauf zahlen. Nur: Bei komplett anonymen Transaktionen ist das natürlich schwer. Wie soll eine digitale Währung reguliert werden? Das geht gar nicht – und genau das ist für viele auch der Reiz an Bitcoin: am Staat vorbei zu wirtschaften.

Der Wirtschaftsexperte Marco Herack von den „Mikro-Ökonomen“ sieht darin nur eine weitere Ausprägung der wachsenden Skepsis gegenüber Staaten und staatlichen Institutionen. Neben solchen Bewegungen wie „Pegida“ und der Angst vor der „Lügenpresse“ oder der Ablehnung der EU, ist Bitcoin eben die Skepsis gegenüber dem Geldsystem. Für ihn zeigt sich in Bitcoin sonst kein konkreter Nutzen, deswegen vermutet er hinter den immer krasser steigenden Werten einen schlichten Hype.

13. Oktober 2017
von Katrin Rönicke
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Armes Deutschland – 15 Jahre Hartz IV

Alle paar Jahre muss die Bundesregierung einen Armuts- und Reichtumsbericht vorlegen und wie der dann debattiert wird, das sieht schematisch immer so aus: Die Linke schimpft und die CDU sagt, dass es viel besser geworden ist und dass es den Deutschen doch ganz gut geht. Aber wie gut geht es den Leuten wirklich, die von Hartz IV betroffen sind? Was sagen Ökonomen, Soziologen und Juristinnen zur sogenannten Agenda 2010, also Hartz IV und seinen Folgen?

Darüber spricht Katrin Rönicke mit
* Christian Odendahl, Chefökonom des Londoner Centre for European Reform (CER)
* Anke Hassel, Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung
* Stefan Sell, Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz
* Anne Lenze, Professorin für Familienrecht, Jugendrecht und Sozialrecht an der Hochschule Darmstadt

29. September 2017
von Katrin Rönicke
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Omas Geld und Opas Firma

Antje Schrupp piqt im Kanal “Volk und Wirtschaft”, sie ist Politikwissenschaftlerin und ihre Position ist die: “Ich hab ne ziemlich radikale Meinung – ich bin dafür, das Erbrecht abzuschaffen, erben müsste verboten sein.” Auf diese Meinung kam sie durch ihre Dissertation zur Ersten Internationalen – als sich Anarchisten und Sozialisten stritten, was der bessere Weg zu mehr Gerechtigkeit sein könnte. Aber Anarchismus – ist das noch zeitgemäß?

Eine Debatte über das Erben ist es auf jeden Fall, findet Julia Friedrichs. Die ist Journalistin, sie schreibt vor allem bei der Zeit. Aber sie ist auch Autorin mehrerer viel beachteter Bücher, etwa das vor zehn Jahren erschienene „Gestatten: Elite“, für das sie am Rekrutierungsprozess von McKinsey teilgenommen hatte. 2015 erschien ihr Buch „Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht“, darin hat sie akribisch untersucht, wie sich größere Erbschaften auf die Vermögensverteilung in der Gesellschaft auswirken.

Der Dritte in der Runde ist Rico Grimm. Für die Krautreporter wühlt er sich oft intensiv in ein Thema ein und das hat er auch mit der Lobby der Familienunternehmer gemacht. Sein Artikel „Wie reiche Familien die Erbschaftsdebatte manipulieren“ erschien vergangene Woche, kurz vor der Wahl – und genau darüber habe ich mit ihm in der Krautreporter-Zentrale gesprochen.

Schon Winston Churchill hat die Erbschaftssteuer ein “Korrektiv gegen die Entwicklung einer Rasse von reichen Müßiggängern“ genannt. Aber viel ist von dieser Haltung nicht übrig – in Deutschland sind wir konservativer, als wir denken. Leistung und Gerechtigkeit gelten als Grundpfeiler in unserer kapitalistisch funktionierenden Demokratie. Die derzeitige Erbpraxis stellt diese Grundpfeiler jedoch in Frage und die groß angelegte Lobbyarbeit der sogenannten Familienunternehmen verhindert offenbar, dass sich hier wie sonst auch, ganz im habermasschen Sinne das bessere Argument durchsetzen kann.

15. September 2017
von Katrin Rönicke
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Schaffen wir das?

J. Olaf Kleist ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung und unser Inputgeber für diese Sendung. Sein piq, “Vertreibung, Flucht, Flüchtlingspolitik: Was sagt die Wissenschaft dazu” stellt die Arbeit des Projekts “Flucht: Forschung und Transfer” vor. Zum Beispiel: Was sind Grenzen, wie funktionieren sie und wer entscheidet, wer bleiben darf und wer nicht? Wie funktionieren Abschiebungen?

Ob die Flüchtlinge mehr Kriminalität zu uns gebracht haben und wie wir damit umgehen sollen, das weiß der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Er beschäftigt sich schon so lange mit diesem Thema – seine Bücher findet man teilweise schon in Antiquariaten. Dass Zuwanderer nicht gleich Flüchtlinge sind und dass die Gesellschaft es in der Hand hat, wieviel Gefahr in Zukunft von den Neuankömmlingen ausgeht, zeigt er entlang seiner Studien.

Eine weitere Sorge: Wir zahlen und zahlen, die Staatskasse wird immer leerer. Stimmt das? Dr. Tobias Hentze und Dr. Regina Flake vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln haben in Studien untersucht, was die Gesamtwirtschaftlichen Effekte der Flüchtlingsmigration in Deutschland sind und wie die Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen in Unternehmen läuft.

Am Ende aber bleibt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern vor allem ein Gefühl, das sie in die Arme von Protestparteien treibt: Alles geschieht über unsere Köpfe hinweg. Ob das stimmt und was die Politik tun kann, um dieses Gefühl zu minimieren und Konflikte in den Kommunen konstruktiver zu gestalten, weiß Isabella Bauer. Ihr Thema ist “Konfliktmediation, Kommunikation und kommunale Moderation in Aufnahmeländern”.

4. August 2017
von Katrin Rönicke
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“Weibliche Qualitäten”

Und zwar mit einer female DJ aus Berlin namens Swinka. Sie legt seit acht Jahren auf und kann bestätigen, dass es als Frau in dieser Szene nicht immer leicht ist. Sie muss sich besonders anstrengen, damit man ihre Leistung anerkennt – mehr, als die Jungs im Business.

Aber Obacht: diese Form von Sexismus gibt es nicht nur in der Techno-Szene. Sigrid Meuselbach ist Unternehmensberaterin und hat sich auf das Thema “Frauen in Führung” spezialisiert. Und siehe da: In den Führungsetagen deutscher Unternehmen sieht es genauso aus, wie in der Techno-Szene: Jungs, die sich gegenseitig einladen und pushen und jammern, wenn die Frauen zu männlich werden…

Andererseits suggeriert man ihnen die ganze Zeit genau das: Das einzige Modell, das in unserer Gesellschaft erfolgversprechend ist, das ist das männliche Modell. Sei hart, beiße dich durch, sei rational und kümmere dich nicht um andere. Theresa Bäuerlein sieht darin eine Falle – für Frauen und Männer zugleich.

Eine Sorge, die von der New Yorker Psychiaterin Julie Holland geteilt wird. Bei ihr schlagen sie alle irgendwann auf: Frauen wie Männer, die ihre “weiblichen Qualitäten” unterdrücken, um ja groß Karriere machen zu können.

12. Mai 2017
von Katrin Rönicke
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piqd037 re:publica 2017: Von Elektrozahnbürsten und Stromhandel am Gartenzaun

Der Energiejournalist sagt: “Beim Strom ist das Angebot so groß wie einst in einem Konsum der DDR. Kunden können zwischen konventionellem und grünem Strom wählen. Das war’s. Doch das könnte sich über kurz oder lang ändern – dank Blockchain.” Was Blockchain eigentlich ist und was das mit elektrischen Zahnbürsten zu tun hat – Ralph Diermann erklärt es in dieser kurzen Folge zur #rp17.

17. März 2017
von Katrin Rönicke
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piqd027 Ole Wintermann über informelles Lernen und die Zukunft der Arbeit in der digitalen Gesellschaft

Am Beispiel der Futurechallenges zeigt sich, wie von der digitalen Globalisierung und der Verfügbarmachung von Wissen weltweit Menschen profitieren. Gleichzeitig hinken wir hinterher, denn die Zukunft der Arbeit hängt auch von unserer bildungspolitischen Gegenwart ab – doch die orientiert sich noch zu stark an den Prämissen der Industrialisierung. In diesem riesigen Spannungsfeld bewegt sich unser Gespräch: Welchen Herausforderungen müssen sich arbeitende Menschen stellen? Welche Bildungsideale brauchen wir dafür? Wie soll das alles in der globalen Wirtschaft funktionieren?

14. Oktober 2016
von Katrin Rönicke
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piqd006 Die Leute haben das Gefühl, sie verlieren die Kontrolle

Christian Odendahl ist ein Wirtschaftsgeek, gerade von London nach Berlin gezogen und Chefökonom des Centre for European Reform, dem proeuropäischen Thinktank Großbritanniens. Er spricht über den Brexit, Immobilien und Blasen, Griechenland und Gerechtigkeit. piqs und Hintergründe Christian Odendahl piqer-Profil twitter … Weiterlesen

31. Juli 2016
von Katrin Rönicke
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piqd000 Bio-Medien

“piqd ist ein Bio-Medium” – was soll das bedeuten? Nun: Genau wie viele Menschen heutzutage darauf achten was sie essen, denn man ist was man isst, will piqd dabei helfen, darauf zu achten, was sie lesen. Denn man ist auch, was man liest. Informationen prägen unsere Gesellschaft und sie sind heute leichter zu bekommen denn je. Doch die schiere Anzahl kann auch schnell erschlagen!

Mit seinen über 100 Expertinnen und Experten sortiert piqd die Inhalte im Netz, bewertet sie und ordnet ein, bevor jeden Tag auf jedem der knapp 20 Kanäle besonders lesenswerte Artikel, Texte, Podcasts und Videos empfohlen werden. Die Idee: Handverlesene Tipps und gleichzeitig eine Art “Stiftung Warentest” für Inhalte aus dem Netz. Trüffelschwein für Informationen, menschliche Medienfilter und dazu noch eine kompetente Bewertung und Einordnung in aktuelle Debatten.